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Stadt St.Gallen
19.05.2022
20.05.2022 08:43 Uhr

Getestet: «Holy Cow!» mischt St.Galler Burgerläden auf

«Holy Cow!» gibt es seit März 2022 auch in St.Gallen.
«Holy Cow!» gibt es seit März 2022 auch in St.Gallen. Bild: Miryam Koc
Vor zwei Monaten eröffnete die Burgerkette «Holy Cow!» ihre erste Filiale in St.Gallen. Doch kann der Franchiser wirklich «Gourmet Burger» liefern, wie er es in seinem Slogan verspricht? stgallen24 hat den Laden getestet.

An Burgerläden mangelt es in der Stadt St.Gallen nicht und trotzdem wagte der Lausanner Franchiser «Holy Cow!» den Schritt und bezog im März 2022 die Filiale am Marktplatz Bohl, wo davor Burger King, Chickeria und das Schuhgeschäft Bata ihr Glück versuchten – direkt neben dem Fastfood-Giganten McDonald's.

Doch «Heilige Kuh!» möchte sich klar von den amerikanischen und üblichen Schnellimbiss-Läden abheben: Das Unternehmen, welches 2009 gegründet wurde und mittlerweile 16 Standorte in der Schweiz hat, setzt auf Regionalität und Nachhaltigkeit. stgallen24 hat das Restaurant unter die Lupe genommen und bewertet Ambiente, Service, Essen und Preis-Leistungs-Verhältnis.

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Ambiente

Mintgrüne Wände mit Pflanzen, Tische und Stühle aus hellem Holz, schwarze Akzente und warmes Licht: Direkt beim Betreten fällt das geschmackvolle Interieur von «Holy Cow!» auf. Auf zwei Etagen und einer Terrasse bietet das Restaurant genügend Platz für viele hungrige Gäste. Eine offene Küche gewährt zudem Einblick in die Zubereitung der Burger und gewinnt damit auch das Vertrauen der Kunden – von der frischen Zubereitung kann man sich schliesslich selbst überzeugen.

Die Hintergrundmusik unterstreicht das geschmackvolle Ambiente und macht den Gesamteindruck eines modernen, stylischen und kreativen Restaurants vollkommen. Hier erinnert vorerst nichts an Fastfood.

  • Gut gelaunte Mitarbeiter Bild: Miryam Koc
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Service

Was allerdings «typisch Fastfood» ist, ist der Bestellvorgang: Man wird nicht am Tisch, sondern eben an der Theke bedient und die Burger werden dann an den Platz gebracht. Das «Holy Cow!»-Team am St.Galler Standort fällt mit einer sehr fröhlichen und lustigen Art auf. Es werden Spässchen mit den Kunden gemacht, Empfehlungen ausgesprochen und auch der Umgang unter den Mitarbeitern wirkt sehr locker und eingespielt. Diese aufgestellte Art erinnert fast ein bisschen an die USA, wo man mit «Hey, how are you?» angesprochen wird. Das wirkt erfrischend und lockt die sonst etwas «grumpigen» St.Galler aus der Reserve. Während unseres Aufenthalts wurde mehrmals nachgefragt, ob etwas fehlt und wir zufrieden sind – ohne davon Kenntnis zu haben, dass wir von der Presse sind.

Essen

Mittlerweile gibt es Burger in allen Ausführungen und Kreationen: Was früher als Raststättenessen galt, ist heute zu einem festen Bestandteil in der Gastroszene geworden und sogar Spitzenköche servieren das belegte Brötchen, denn die Variationen sind nahezu unendlich. Anders als der Name «Holy Cow!» suggeriert, besteht das Angebot nur etwa zu einem Drittel aus Burgerspezialitäten mit Rindfleisch, zu den beiden anderen aus Poulet, Veggie Burgers und Salaten.

Wir haben uns für eine Big Cheese (Schweizer Rindfleisch, Cheddar, Ketchup, rotes Zwiebelconfit, Bataviasalat), einem Satay Chicken (Schweizer Poulet, Satay Sauce, Lime Basil Mayo, Sweet Chili Sauce, Bataviasalat, Rucola) und Veggie Kick (Veggie-Patty, Mozarella, Spicy Monkey Sauce, Lime Basil Mayo, Bataviasalat, Rucola) mit zwei Pommes und einem Salat als Beilage entschieden. Innert fünf Minuten war das Essen in trendigen Körben serviert und machte auch ästhetisch einen sehr ansprechenden Eindruck. Die Zutaten und Konstellationen sind sehr kreativ und eine «Revolution der Fastfood-Burger», wie es im Marketing-Auftritt heisst, scheint nicht ganz abwegig – zumindest wenn man die Burger mit jenen von McDonald's und Burger King vergleicht.

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Der Bun war sehr fluffig, die Fries knusprig und die Saucen hatten alle eine gute Würze. Das Veggie-Patty schmeckte aber ohne Sauce und Co. ziemlich fad und könnte saftiger und rauchiger sein. Da gibt es definitv bessere fleischlose Varianten auf dem Markt. Das Rindspatty war hingegen deutlich geschmacksvoller und tropfte vor Saft – obwohl es durchgebraten war. Von allen drei Burgern überzeugte es die Testesser am meisten – auch wenn das Chicken Satay ebenfalls durch die Erdnuss-Sauce ein besonderes Geschmackserlebnis bot. Generell liegen die Burger kompakt in der Hand und die Menge an Zutaten ist optimal, so dass man am Schluss keinen Burger-Salat auf dem Teller hat.

Preis-Leistung

Für einen einzelnen Burger bezahlt man zwischen 11 und 17 Franken, das Menü gibt es für 15 bis 25 Franken. Das ist teurer als ein paar Meter nebenan beim grossen «M», dafür aber günstiger, als bei etwas «schickeren» Burgerläden in der Stadt St.Gallen. Wir haben für drei Menüs knapp 60 Franken bezahlt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Fazit

Als bekannt wurde, dass ein weiterer Burgerladen in die Stadt St.Gallen zieht, war mein erster Gedanke: «Wirklich? Warum noch einer?!». Noch immer bin ich der Überzeugung, dass ein anderes Konzept wie beispielsweise ein koreanisches Restaurant der St.Galler Gastro-Vielfalt an diesem Top-Standort gut getan hätte, nichtsdestotrotz muss man zugeben, dass «Holy Cow!» das Burger-Handwerk beherrscht und seine Daseinsberechtigung beweisen konnte.

Die Burger heben sich deutlich von jenen in anderen Fastfood-Restaurants ab, das Personal ist überaus freundlich und auch das Ambiente lädt zum länger Verweilen ein. Die Burger-Auswahl ist kreativ und die Werte des Unternehmens wie Regionalität, Nachhaltigkeit, Zero Waste sind spürbar und «Holy Cow!» kann definitv mit anderen Lokalen konkurrieren. Wir würden definitiv für einen Zmittag, wo man nicht viel Zeit hat, aber trotzdem einen qualitativ soliden Burger essen möchte, wiederkommen!

Gibt es ein Restaurant in St.Gallen oder Umgebung, das wir unbedingt testen sollten? Lassen Sie es uns wissen unter redaktion@stgallen24.ch oder via Instagram.  

Miryam Koc/stgallen24