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Leserbrief
Stadt St.Gallen
10.05.2021

«Tierschutz beruht nicht auf Freiwilligkeit»

Bild: zVg
In der Schweiz werden jährlich schätzungsweise 1’500 bis 2’000 Rehkitze durch landwirtschaftliche Maschinen getötet. Die jungen Grünliberalen haben eine Petition lanciert, um die Anzahl der Rehkitztötungen möglichst stark zu senken. Elias Giesinger erläutert in seinem Leserbrief.

«Rehkitz durch Mähmaschine zu Tode gekommen» – Solche Schlagzeilen liest man heutzutage immer seltener. Dies nicht etwa, weil weniger Rehkitze «vermäht» werden, sondern weil der Mähtod für Rehkitze längst zur bitteren Normalität geworden ist. Die Jungtiere werden von ihren Müttern im Frühjahr während der sogenannten Legezeit im hohen Gras abgelegt. Dabei werden sie nicht selten durch die gleichzeitig verkehrenden Mähmaschinen der Landwirte tödlich verletzt.

Dass dieses Sterben nicht einfach so hingenommen werden muss, zeigen unzählige Jäger und Bauern, die durch ihr ehrenamtliches Engagement viele Rehkitze vor dem sicheren Tod retten. Nichtsdestotrotz kommen in der Schweiz nach wie vor jährlich etwa 1'500 bis 2'000 Rehkitze durch «Vermähen» ums Leben. Vor diesem Hintergrund ist es höchst bedenklich, dass die St.Galler Regierung im Jahr 2019 einen GLP-Vorstoss, der genau auf diese Thematik abzielte, mit fadenscheinigen Argumenten abwies. Die Problematik falle nicht in den Zuständigkeitsbereich der Regierung. Dass der Regierungsrat die Verantwortung in dieser Sache komplett auf die Landwirte und Jäger abschiebt, ist unwürdig und zeugt von wenig Respekt gegenüber Tier und Umwelt.

Die jungen Grünliberalen St.Gallen wollen diesem Trauerspiel nicht weiter zusehen und haben deshalb eine Petition lanciert, die griffige Massnahmen gegen das jährliche Rehkitzsterben, eine Entschädigung der Landwirte und Jäger für die ergriffenen Präventivmassnahmen sowie eine Meldepflicht bei Rehkitzunfällen fordert. Nur so kann das Ausmass des Problems erkannt und es können wirksame Massnahmen ergriffen werden.

Wünschen auch Sie sich, dass Rehkitze besser geschützt werden? Dann lassen Sie uns ein Zeichen setzen und unterschreiben Sie die Petition doch gleich.

 

Elias Giesinger, 9011 St.Gallen, HSG-Studentund Projektleiter jglp SG