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Kanton
15.04.2021

Optimismus trotz Umsatz- und Unternehmensverlusten

Das Grand Hotel Quellenhof Bild: PD
Die Grand-Resort-Bad-Ragaz-Gruppe blickt auf ein bewegtes Geschäftsjahr 2020 zurück und leitet einen Generationenwechsel im Verwaltungsrat ein.

Nach dem erfolgreichen Jubiläumsjahr 2019 ist die Grand-Resort-Bad-Ragaz-Gruppe in den ersten beiden Monaten sehr gut ins Jahr 2020 gestartet. Geprägt aber war das vergangene Geschäftsjahr durch die Corona-Pandemie. Diese hat auch den Geschäftsgang der Grand Resort Bad Ragaz AG stark negativ beeinflusst. Der Umsatz lag mit CHF 80 Mio. rund 25 % tiefer als im Vorjahr. Dieser Rückgang entspricht allerdings den Erwartungen der Unternehmensleitung. Trotz der Massnahmen auf der Kostenseite und der Reduktion aller Investitionen auf ein absolutes Minimum resultierte ein Unternehmensverlust von CHF 7,6 Mio.

«Trotz allem sind wir besonders stolz auf unsere Mitarbeiter, sie haben in diesem anspruchsvollen Jahr die Herausforderungen mit hoher Disziplin und grossem Engagement hervorragend gemeistert», sagt CEO Patrick Vogler. Positiv stimmt die Unternehmensleitung hingegen die zufriedenstellende Buchungslage in den Sommermonaten. «Hier hat uns das Vertrauen unserer vielen Stammgäste aus der Schweiz, als auch jener Schweizer Gäste, die uns das erste Mal besucht haben, ganz besonders gefreut.» Das zweite Jahr der Pandemie ist für das Grand Resort Bad Ragaz eine weitere Herausforderung. Um die Kontinuität und Stabilität in der Führung langfristig zu gewährleisten, wird ein Generationenwechsel im Verwaltungsrat eingeleitet, der sich insgesamt über zwei Jahre erstrecken wird.

Pandemie als zentrales Thema

Wie überall auf der Welt stand das Geschäftsjahr 2020 komplett im Zeichen der Pandemie. Der Jahresbeginn war vielversprechend, die Vorjahreszahlen der Grand-Resort-Bad-Ragaz-Gruppe wurden gar übertroffen. Auf die ab März rasch zunehmende Ausbreitung von Covid-19 hat die Grand Resort Bad Ragaz AG schnell und entschlossen mit umfangreichen Massnahmen reagiert. Die wichtigste war, dass das Unternehmen vom 1. April bis 1. Mai vorsorglich die Tore zu ihren Grand Hotels schloss. Auf bundesrätlichen Beschluss hin mussten bereits am 16. März sämtliche Restaurants, Bars, Shops, Bäder- und Wellnessanlagen, beide Golfanlagen sowie das Casino geschlossen werden. Die Clinic Bad Ragaz, als auch das medizinische Zentrum waren hingegen durchgehend, wenn auch teilweise mit eingeschränkter Geschäftstätigkeit geöffnet.

«Die vergangenen Monate haben uns alle vor eine Vielzahl von Herausforderungen gestellt», resümiert Patrick Vogler, Geschäftsführer der Grand Resort Bad Ragaz AG, «die daraus resultierenden Einschränkungen im privaten wie auch im beruflichen Umfeld waren und sind anspruchsvoll». Es liegt dem CEO und der gesamten Unternehmensleitung sehr am Herzen, allen Mitarbeitern Anerkennung und Dank für die Bewältigung der Hindernisse und Schwierigkeiten auszusprechen. «Das Jahr 2020 war für uns alle ein enormer Kraftakt. Die Coronavirus-Pandemie und die damit einhergehende Transformation der Hotellerie und Gastronomie haben uns äusserst viel abverlangt. Das Grand-Resort-Team hat schnell und entschieden gehandelt. Es hat nie erwartete Herausforderungen gemeistert. Dafür gilt mein besonderer Dank allen Mitarbeitern.» Um solche Krisen wie die aktuelle Corona-Krise geschäftlich, vor allem aber auch menschlich durchstehen zu können, sei nicht zuletzt ein starker Rückhalt durch die Partner, die Aktionäre, den Verwaltungsrat, den Hauptaktionär Thomas Schmidheiny und seine Familie unabdingbar. «Die Familie Schmidheiny ist mit unserem Haus seit vielen Generationen eng verbunden und hat im vergangenen Jahr einmal mehr gezeigt, dass sie auch in schwierigen Zeiten zu ihrem Engagement stehen», so Wolfgang Werlé, Verwaltungsratspräsident des Unternehmens.

Umsatzeinbussen führen zu Unternehmensverlust

Erwartungsgemäss muss die Grand Resort Bad Ragaz AG in den Büchern einen massiven Umsatzrückgang von 25 % gegenüber dem Vorjahr ausweisen. Positiv stimmt hingegen die Zahl der Übernachtungen. Diese bewegt sich noch immer auf einem guten Niveau. Ausschlaggebend dafür war das starke Sommergeschäft im letzten Jahr. Es konnten viele Schweizer Gäste – darunter auch viele Neugäste – im Sarganserland begrüsst werden. «Der Zuspruch der Schweizer Gäste – Stammgäste, wie auch Neugäste – war unglaublich und hat uns ganz besonders gefreut», sagt Patrick Vogler. Ein weiteres positives Ergebnis kann bei den Pflegetagen der Clinic Bad Ragaz ausgewiesen werden. Ebenso herausragend war im vergangenen Jahr die Zahl der gespielten Golfrunden im Golf Club Bad Ragaz und Golf Club Heidiland. Hier blicken die Verantwortlichen gar auf ein absolutes Rekordergebnis zurück. Noch nie wurden so viele Golfrunden gespielt wie 2020, dies trotz verkürzter Saison – Saisonstart war erst am 12. Mai.

Unter den gegebenen Umständen war auch der Abschluss der Tamina-Therme und des Casinos Bad Ragaz zufriedenstellend. Die Investitionen wurden auf ein absolutes Minimum reduziert. Der Verkauf des Hotel Schloss Wartenstein im Jahr 2020 hat sich positiv auf die Liquidität ausgewirkt. Die Anforderungen auf der Kostenseite waren enorm und eine hohe Kostendisziplin war gefragt. Die wirtschaftliche Lage erforderte im vergangenen Jahr immer wieder den Einsatz von Kurzarbeit für die Belegschaft verschiedener Bereiche. Trotz intensiver Bemühungen, die Kosten zu reduzieren, erlitt die Grand-Resort-Bad-Ragaz-Gruppe im Jahr 2020 einen Verlust von CHF 7,6 Mio.

Auszeichnungen und zukunftsweisende Innovation
Das Jahr brachte aber auch erfreuliche Momente. Trotz herausfordernder Umstände war es von zahlreichen Auszeichnungen geprägt. Dazu gehören der Titel «GaultMillau Hotel des Jahres», «Wellnesshotel des Jahres», aber auch zwei Podestplätze junger Berufsleute beim Wettbewerb «Marmite Youngster». Ebenso erwähnenswert ist die Ernennung von Mario Caligari, Head Pro des Golf Club Bad Ragaz zu einem der 75 besten Golflehrer ausserhalb der USA und der Auflistung des Resorts als schweizweit einziges in der Rangliste der «Top 100 Resorts in Central Europe» von «Golfers Today». Auch die Tamina-Therme durfte sich freuen. Das öffentliche Thermalbad wurde mit dem «Health and Spa Award» als bestes Thermalbad in Europa ausgezeichnet.

Die Welle an Auszeichnungen riss auch Anfang 2021 nicht ab. So wurde das Grand Resort vom renommierten Gourmetführer Guide Michelin gleich mit einem weiteren Stern beehrt, was insgesamt fünf Sterne (Restaurant Memories 2 Sterne; Restaurant IGNIV by Andreas Caminada 2 Sterne, Restaurant Verve by sven 1 Stern) ergibt. Der GaultMillau vergibt insgesamt 76 Punkte an die Kulinarik des Grand Resort – absolute Spitze in der Schweizer Kulinariklandschaft. Damit untermauert das Grand Resort seinen Ruf als Kulinarikhotspot der Schweiz erneut.

Ebenfalls bemerkenswert sind die beiden Auszeichnungen, die der Golf Club Bad Ragaz im Januar 2021 rückwirkend für das Jahr 2020 erhielt. Die Schweizer Golfer haben das Restaurant gladys im Golf Club Bad Ragaz anlässlich der «Swiss Golf Awards» zum «Besten Golf Restaurant der Schweiz» gewählt – das bereits zum zweiten Mal. Gleichzeitig wird der Platz des Golf Club Bad Ragaz zum «Besten 18-Loch-Golfplatz der Schweiz» gekürt.

Trotz des anspruchsvollen Geschäftsumfelds konnte im Herbst 2020 nach rund zweijähriger Projektphase die NEWYOU Method® des Grand Resort den Gästen angeboten werden. Aufbauend auf dem Ursprung des Grand Resort – dem Thermalwasser – wurde eine neue Form der Kuraufenthalte entwickelt. Das Verständnis dieser Gesundheitsphilosophie beruht auf der Vereinigung von präventiver Medizin und Therapie. Der Gast erlebt dabei direkt, dass ein gesunder Lebensstil die beste Voraussetzung für ein langes, gesundes und erfülltes Leben ist.

Generationenwechsel im Verwaltungsrat

Der nachhaltige Erfolg eines Unternehmens ist eng mit einer strukturierten Nachfolgeplanung verbunden. Davon ist der Verwaltungsrat der Grand Resort Bad Ragaz AG überzeugt. Kontinuität und Stabilität in wichtigen Führungspositionen wirkt sich positiv auf Erfolg und Kultur einer Unternehmung aus. Aus diesem Grunde haben die Verantwortlichen der Grand Resort Bad Ragaz AG die Nachfolgeplanung im Verwaltungsrat frühzeitig systematisch und vorausschauend an die Hand genommen. Der geplante Wechsel wird an der kommenden 111. Generalversammlung am 11. Mai beginnen und sich über die kommenden zwei Jahre erstrecken. Der Verwaltungsrat stellt damit die notwendige Kontinuität und Stabilität in der Führung wie auch in der Unternehmenskultur sicher.

In einem ersten Schritt werden an der kommenden GV zwei neue Verwaltungsräte zur Wahl vorgeschlagen. Einerseits Patrick Vogler, der als Delegierter des Verwaltungsrates weiterhin die operative Führung der Grand Resort Bad Ragaz AG als CEO verantworten wird. Andererseits wird Ilias Läber zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen. Läber ist Nachfolger von Dieter Spälti als CEO der Spectrum Value Management Ltd., welche die Interessen der Familie Schmidheiny in der Grand Resort Bad Ragaz AG vertritt.

Als nächsten Schritt des Generationenwechsels wird Thomas Schmidheiny an der GV im Mai 2022 aus dem Verwaltungsrat ausscheiden. Schmidheiny hat während 49 Jahren die Geschicke des Unternehmens massgeblich mitgestaltet und -geprägt. Schmidheiny wird dem Unternehmen und dessen Führungsverantwortlichen weiterhin als Ehrenpräsident des Verwaltungsrates in strategischen Fragen beratend zur Seite stehen.

Ebenfalls an der GV 2022 stellt sich der Verwaltungsratspräsident Wolfgang Werlé nicht mehr zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat und tritt nach 17 äusserst verdienstvollen Jahren, davon 13 Jahre als dessen Präsident, aus dem Gremium aus. Seine Nachfolge als Verwaltungsratspräsident übernimmt Klaus Tschütscher. Der ehemalige Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein und heutige Verwaltungsrat wird im Mai 2022 somit als Nachfolger von Wolfgang Werlé neuer Verwaltungsratspräsident der Grand Resort Bad Ragaz AG.

Der Abschluss des Generationenwechsels wird anlässlich der GV im Mai 2023 vollzogen. Dann tritt Dieter Spälti als langjähriger Vize-Präsident und mitbestimmende Kraft aus dem Verwaltungsrat der Grand Resort Bad Ragaz AG aus, welchem er dann insgesamt 18 Jahre angehört.

Prägende Stabilität und Kontinuität für das Grand Resort Bad Ragaz und dessen Verwaltungsrat wird auch zukünftig von der Familie Schmidheiny ausgehen. Die Grand Resort Bad Ragaz AG darf weiterhin auf den starken Rückhalt und die Unterstützung von Lisa Schmidheiny als Verwaltungsrätin zählen. Die Tochter von Thomas Schmidheiny vertritt in vierter Generation die Familie und wird so die Zukunft des Unternehmens im Verwaltungsrat entscheidend mitgestalten und mitbestimmen.

Mit Abschluss des geplanten Generationenwechsels im Jahr 2023 besteht der neue Verwaltungsrat aus dem Präsidenten Klaus Tschütscher und den Mitgliedern Lisa Schmidheiny, Ilias Läber, Markus Voegeli und Patrick Vogler. Der Verwaltungsrat wird im Rahmen der weiteren strukturierten, abgestimmten Nachfolgeplanung bis 2023 über allfällige Zuwahlen in den Verwaltungsrat befinden und diese der GV zu gegebener Zeit vorschlagen.

Blick nach vorne

Im geschäftlichen Umfeld bleiben die Herausforderungen aus 2020 auch 2021 bestehen. Die Pandemie prägt die Welt und somit auch die Entwicklung des Gand Resort über den Jahreswechsel hinaus und zwingt die Bereiche Tamina-Therme und Casino Bad Ragaz zur erneuten kompletten Schliessung. Die Hotellerie ist weiterhin geöffnet und begrüsst insbesondere an den Wochenenden viele Schweizer Gäste.

«Aktuell bleibt die Situation des Gesamtunternehmens sehr herausfordernd», so Vogler. Grund dafür seien die wohl auch mittelfristig ausbleibenden internationalen Gäste und der komplette Einbruch des Meeting- und Event-Geschäfts. Ebenso vollständig verloren ist die Hochsaison in den beiden Unternehmensbereichen Tamina-Therme und Casino Bad Ragaz. Wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Schliessung der Freizeitanlagen müssen beide Bereiche auf ihr Hauptjahresgeschäft im ersten Quartal verzichten.

Für Patrick Vogler und die Geschäftsleitungsmitglieder der Grand Resort Bad Ragaz AG sind die kommenden Wochen und Monate entscheidend. «Wir müssen auch weiterhin flexibel bleiben und uns täglich auf die veränderte Lage ausrichten und entsprechend kurzfristig reagieren.» Dabei stehe die situations- und zeitgerechte Wiedereröffnung der aktuell geschlossenen Betriebsteile im Vordergrund. «Mit wirkungsvollen Schutzkonzepten und Schutzmassnahmen schnell zu reagieren und die Anforderungen zu erfüllen, gehört nach einem Jahr Pandemie zum Alltag.»

leaderdigital.ch/stz.