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Kanton
15.04.2021

IHK begrüsst Öffnungen und fordert Begleitmassnahmen

Bild: PD
Die IHK St.Gallen-Appenzell begrüsst die Stossrichtung der vorsichtigen Öffnungen. Entscheidend werde sein, diese Lockerungen mit Begleitmassnahmen nachhaltig zu gestalten.

Die Impfungen gegen das Coronavirus schreiten voran. Die Testoffensive nimmt langsam Fahrt auf. Es sind dies erfreuliche Nachrichten, die aus Sicht der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell eine kontrollierte, stufenweise Öffnung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens ermöglichen. Der Bundesrat sieht dies auch so. In seiner heutigen Sitzung hat er deshalb weitere vorsichtige Lockerungen beschlossen, auch wenn vier der fünf definierten Richtwerte derzeit nicht erfüllt sind.

Kontrollierte Öffnungen mit Ermöglichungsmassnahmen begleiten

«Wir begrüssen die Stossrichtung», so IHK-Direktor Markus Bänziger. «Für das unermüdliche Durchhalten von Wirtschaft und Gesellschaft müssen Belohnungen winken, ja spürbar werden.» Der heutige Tag sei ein Schritt in diese Richtung. Bänziger betont aber, wie wichtig es sei, dass diese vorsichtigen Öffnungsschritte nachhaltig seien. Rückfälle und erneute Schliessungen gelte es zu vermeiden. Stattdessen soll nun die Basis für weitere kontrollierte Öffnungen geschaffen werden.

«Mit kontrolliert meine ich: eine enge Begleitung durch Testen, Impfen, Contact Tracing und insbesondere durch eine strenge Einhaltung der Schutzkonzepte», so Bänziger. Man traue den Unternehmen und der Bevölkerung endlich wieder vermehrt zu, sich an die Schutzkonzepte zu halten. «Nun ist es an uns allen, den Tatbeweis zu erbringen.»

Wichtige Perspektiven für Junge

Die IHK St.Gallen-Appenzell unterstützt auch die Lockerungen für Junge. Diese bezahlen dreifach: Heute sind sie in ihrer schulischen, beruflichen und individuellen Freiheit und Entwicklung stark eingeschränkt. Morgen können es grössere Hürden bei Lehrstellensuche, Berufseintritt oder Jobwechsel sein. Übermorgen werden die Jungen die jetzt massiv gesprochenen Unterstützungen von Bund und Kantonen zu finanzieren haben.

Diese Situation ist sehr ernst zu nehmen. Auch hier gilt: Es braucht Perspektiven, Anreize, eine Ermöglichungsstrategie. «Mit der Testoffensive, dem Impffortschritt und den Schutzkonzepten sind eine Rückkehr zum Präsenzunterricht auf allen Bildungsstufen sowie Lockerungen bei Freizeiteinrichtungen und -aktivitäten angebracht», so Bänziger. Die heutigen Entscheide des Bundesrats in diesen Bereichen werden deshalb erfreut zur Kenntnis genommen.

Betriebstestungen mit Anreizen begleiten

Seit rund einem Monat können sich auch Personen ohne Symptome kostenlos testen lassen. In diversen Kantonen werden derzeit die repetitiven Betriebstestungen aufgegleist, im Kanton St.Gallen laufen sie erfreulicherweise bereits in dieser Woche an. Die noch tiefe Beteiligung der Unternehmen zeigt aber, dass noch mehr Anreize geschaffen werden müssen. Insofern begrüsst die IHK, dass der Bundesrat die Kriterien für eine Entschärfung der Kontaktquarantäne für mitwirkende Betriebe nun nicht scharf anwenden will. Gemeinsam mit den weiteren Schweizer Handelskammern forderte die IHK St.Gallen-Appenzell gegenüber dem Bundesrat unlängst genau dies.

Bedauerlich ist hingegen, dass die Homeoffice-Pflicht allgemein bestehen bleibt. Markus Bänziger zeigt sich überzeugt: «Zumindest jene Betriebe, die sich an den Betriebstestungen beteiligen, sollten von der Homeoffice-Pflicht befreit werden.» Dadurch könnten weitere Unternehmen für eine Mitwirkung an den Massentests motiviert werden.

leaderdigital.ch/stz.