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Stadt St.Gallen
14.04.2025
14.04.2025 13:55 Uhr

«Parsifal»: Die Kellerbühne zu Gast in der Kantonsbibliothek

Alexandre Pelichet, Urs Gühr (Musik), Matthias Peter und Boglárka Horvát
Alexandre Pelichet, Urs Gühr (Musik), Matthias Peter und Boglárka Horvát Bild: zVg
Im Rahmen ihres 60-Jahr-Jubiläums bringt die Kellerbühne St.Gallen am Mittwoch, 23. April, den zweiten Akt des St.Galler Stadtromans «Parsifal» von Hans Rudolf Hilty als szenische Lesung in die Kantonsbibliothek Vadiana. Der Abend ist Teil des Sangallensienjubiläums 2025.

Die Kellerbühne feiert ihr 60-jähriges Bestehen mit einem besonderen literarischen Gastspiel: Drei herausragende St.Galler Stadtromane werden im Jubiläumsjahr als szenische Lesungen in der Kantonsbibliothek Vadiana aufgeführt. Am Mittwoch, 23. April 2025, um 19.30 Uhr steht der zweite Akt von Hans Rudolf Hiltys Roman «Parsifal» im Zentrum.

Das Werk erschien 1962 und spielt in den 1950er-Jahren. Es erzählt vom Klavierlehrer Gilg, der in der Ostschweizer Metropole zwischen Atomvergiftung, politischer Intrige, einem Kompositionsauftrag und der Liebe seinen Weg zum Künstler findet. Der Hauptschauplatz ist das alte Stadttheater am Bohl, ein Stück lokaler Kulturgeschichte.

Aufgeführt wird die Lesung im Lesesaal der Kantonsbibliothek Vadiana in St.Gallen. Mitwirkende sind Boglárka Horváth, Alexandre Pelichet, Matthias Peter und Urs Gühr (Musik). Die Veranstaltung ist Teil des Sangallensienjubiläums 2025 der Kantonsbibliothek.

Hans Rudolf Hilty (1925–1994) zählt zu den prägenden literarischen Stimmen nicht nur der Stadt St.Gallen, sondern der gesamten Schweiz. Zwischen 1951 und 1964 wirkte er als Schriftsteller und Herausgeber der Zeitschriften Hortulus und Quadratbücher und verlieh dem literarischen Leben in St.Gallen eine neue Offenheit, kritische Tiefe und publizistische Lebendigkeit wie kein anderer seiner Zeit.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt Hilty mit der Veröffentlichung seines Romans Parsifal im Jahr 1962. Der zeitkritische Stadtroman, der unter anderem das alte St.Galler Stadttheater in den Fokus rückt, sorgte in der bürgerlichen Gesellschaft für Kontroversen – und brachte dem Autor den Ruf eines «Nestbeschmutzers» ein.

Was Hilty jedoch mit Parsifal einleitete, war Ausdruck seines literarischen Selbstverständnisses: «Augenöffnung, Zeitkritik, Aufklärungsarbeit durch den Schriftsteller» – wie Dominik Jost es in seiner Laudatio zur Verleihung des St.Galler Kulturpreises 1986 beschrieb. Nach seinem Wegzug aus St.Gallen im Jahr 1964 setzte Hilty diese Haltung in den Ausdrucksformen der «Erzählenden Recherche» und der «Zuspitzung» konsequent fort.

stgallen24/stz.
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