«Die Stadt schreibt ein Defizit … und wieder sind alle anderen schuld.
Als Gründe für das 25-Millionen-Defizit werden angegeben:
- Einbruch bei den Steuererträgen, weil der Steuerfuss gesenkt worden ist. Es könnte doch sein, dass die guten Steuerzahler die Stadt verlassen haben, weil der Steuerfuss viel zu wenig gesenkt worden ist.
- Schule als Kostentreiber, steigende Zahlen, Sonderschulen und Tagesbetreuung. Was für eine erstaunliche Aussage, werden doch beispielsweise Tagesbetreuungen in der Regel doppelt so teuer wie ursprünglich budgetiert!
- Steigender Personalaufwand. Auch das verblüfft – wie kann es sein, dass bei zahlenmässig immer mehr städtisch Besoldeten die Kosten steigen.
- Überproportionale kantonale Belastung. Und dann erdreistet sich der Kanton auch noch zu sagen, dass die Stadt so oder so immer zu viel Geld ausgebe.
- Zu hohe Zentrumslasten. Die Agglomerationsgemeinden sind Schmarotzer und erst noch frech, wenn sie sagen, dass die Stadt die Ausgaben nicht im Griff hat.
Ich verstehe dieses Gejammere nicht.
Da werden vom Stadtrat läppische 20 Millionen Franken Kostenanteil für die komplett unnötige Verschiebung des Bahnhofs Bruggen, inklusive potthässlichem Betonungetüm, als Schnäppchen bezeichnet. Dann sind doch die 25 Millionen Defizit nicht der Rede wert!
Ich habe von meinen Eltern gelernt, dass die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen dürfen. Ist dieser Grundsatz für unseren Stadtrat zu schwer zu verstehen?»