Der Bundesrat will die Funktionsfähigkeit des Nationalstrassennetzes durch Investitionen in Betrieb, Unterhalt und punktuelle Erweiterungen über das Strategische Entwicklungsprogramm (STEP) erhalten. Bis 2030 sollen dazu schweizweit Bauprojekte im Umfang von 11,6 Milliarden Franken realisiert werden. Das Parlament hat im September 2023 den sechs vom Bundesrat vorgeschlagenen baureifen Projekten zugestimmt; darunter auch der dritten Röhre des Rosenbergtunnels in St.Gallen, inklusive der Spange Güterbahnhof. Dagegen ist von mehreren Verbänden das Referendum ergriffen worden; somit stimmt das Volk am 24. November 2024 über das STEP ab. Marcel Aebischer, Präsident der TCS-Sektion St.Gallen-Appenzell Innerrhoden, skizziert, warum die Engpassbeseitigung St.Gallen für die Gallusstadt und die ganze Region wichtig ist.
Marcel Aebischer, können Sie uns einen Überblick über die wichtigsten Punkte der STEP-Abstimmung im November 2024 geben?
Die Nationalstrassen sind überlastet. Die Mobilität kommt zum Erliegen; der Verkehr weicht in die Dörfer und die Agglomeration aus. Mit der Abstimmung entscheidet das Volk, ob Engpässe, Staus und Ausweichverkehr auf unseren Autobahnen abgebaut werden oder nicht. Insgesamt sechs Projekte – zwei am Genfersee, zwei in der Region Bern, je eines in Basel und in Schaffhausen sowie die Engpassbeseitigung in St.Gallen – sollen diese notorischen Flaschenhälse beseitigen und den Verkehrsfluss normalisieren.
Die «Engpassbeseitigung St.Gallen» besteht aus drei Teilprojekten, oder?
Genau: der Sanierung der Stadtautobahn, dem Bau der dritten Röhre im Rosenberg und dem Zubringertunnel in Richtung Güterbahnhof. Die drei Projekte sind eng aufeinander abgestimmt; einzeln sind sie nicht zu haben. Den «Füfer und s’Weggli» gibt es leider nicht. Es muss klar gesagt sein: Eine Entlastung der Strassen in der Stadt St.Gallen gibt es nur, wenn die Abstimmung im November angenommen wird.
Welche Vorteile sehen Sie denn für die Verkehrssituation in der Gallusstadt, wenn die STEP-Initiative angenommen wird?
Staus auf Schweizer Strassen verursachen Kosten von über drei Milliarden Franken. Der wirtschaftliche Schaden ist auch für die Ostschweiz enorm. Wenn der Verkehr bei uns fliesst, profitieren alle: Die ÖV-Busse erreichen ihr Ziel pünktlich, Ambulanz und Feuerwehr ebenso, Velofahrer und Fussgänger sind sicherer unterwegs. Der Hauptverkehr verschwindet im Boden; die Lebensqualität in den Quartieren steigt.