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Leserbrief
Leserbriefe
17.08.2020
18.08.2020 08:55 Uhr

Gründenmoos: Transparenz lässt zu wünschen übrig

Im Juni 2019 wurde bekannt, dass die Migros Ostschweiz das Baurecht der Anlage Gründenmoos aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr weiterführen und ab Oktober 2020 aus dem Betrieb aussteigen wird.

Das «St.Galler Tagblatt» hat mehrfach darüber berichtet. In der Folge haben sich über 20 Interessenten bei der Stadt gemeldet und ihre Projekte für eine Zwischennutzung der Infrastruktur im Gründenmoos eingereicht. Ist das nicht überwältigend? Über 20 Projektteams, die sich engagieren, ein Konzept ausarbeiten und dann natürlich gespannt auf eine Antwort der Stadt warten.

Wie würde es Ihnen gehen, wenn sie dann Monate lang einfach nichts hören von der Stadt? Plötzlich heisst es dann, dass die Zwischennutzungsdauer nicht mehr 10 bis 15 Jahre sein soll, sondern nur noch 5 Jahre. Und dann, als eigentlich die Entscheidung längst hätte getroffen werden sollen, liest man in einem umfangreichen Zeitungsbericht (Tagblatt 5. März 2020) von einem «Netzwerk Sport», das ein «Magglingen der Ostschweiz» gründen möchte – ein Bericht, der so klingt, als hätte dieses Projekt schon längst gewonnen. Ein Schelm, wer Böses denkt. Nicht nur ich habe gedacht: Merkwürdig, dass ein Projekt medial so pompös vermarktet wird, während die Stadt offiziell noch nichts entschieden hat.

Ich habe als Stadtparlamentarier von verschiedenen Projekt-Initianten erfahren, wie entrüstet und fassungslos sie über die mangelhafte Kommunikationspolitik des Stadtrats und der Verwaltung sind. So etwas hätten sie noch nie erlebt. Wo bleibt da die Wertschätzung gegenüber dem Engagement vieler sportbegeisterter Bürgerinnen und Bürger?

Ich habe daraufhin einen Vorstoss im Stadtparlament eingereicht. Die schriftliche Antwort des Stadtrats ist mittlerweile publiziert. Sie ist für mich und für verschiedene Projekt-Initianten erschütternd und lässt nur noch mehr den Eindruck erwecken, dass hier nicht nur in der Kommunikation gepatzt wurde, sondern auch im Entscheidungsprozess so einiges leider im Dunkeln bleiben wird.

Stefan Grob, Stadtparlamentarier CVP