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Wittenbach
01.12.2021

Neue Beurteilung von Schülern

(Symbolbild)
(Symbolbild)
Das Bildungsdepartement St.Gallen hat Änderungen in der Beurteilung der Fachleistungen sowie in der Bewertung des Verhaltens der Schüler in der Volksschule eingeführt. Nun haben die Primarschule und Oberstufe Wittenbach Eltern über die neue Beurteilung informiert.

Rund 100 Eltern und Erziehungsberechtigte nahmen an der Veranstaltung Anfangs November teil. Informiert wurden sie dabei über die folgenden Fragestellungen:

Wie werden Leistungen bewertet?

Während des gesamten Schuljahres überprüft die Lehrperson die Leistung des Kindes. Grundlage dafür sind die im Unterricht vorgegebenen Lernziele. Die Leistung wird auf verschiedene Arten überprüft. Rückmeldungen gibt die Lehrperson mit Noten, mündlich oder in anderer Form.

Wann gibt es ein Zeugnis und wie entsteht eine Zeugnisnote?

Während es auf der Oberstufe weiterhin Semesterzeugnisse gibt, erhalten die Kinder bis und mit sechste Primarklasse nur noch ein Jahreszeugnis am Ende des Schuljahres. Zeugnisnoten werden ab der zweiten Primarklasse gesetzt. Diese setzen sich nicht mehr aus dem Durchschnitt der benoteten Tests in den jeweiligen Fächern zusammen, sondern stellen eine Gesamtbeurteilung dar.

Im Laufe des Schuljahres gibt es diverse Bewertungsanlässe wie beispielsweise Prüfungen, Beobachtungen aus Arbeitsprozessen, Lernsituationen oder Präsentationen, welche die Lehrperson für die Erstellung der Zeugnisnote nutzt.

Was braucht es, dass ein Kind in die nächste Klasse kommt?

Bei Entscheidungen in Bezug auf die Schullaufbahn – wie zum Beispiel der Übertritt in die nächsthöhere Klasse oder von der Primarschule in die Oberstufe – nimmt die Lehrperson eine Gesamteinschätzung vor. Dazu berücksichtigt sie die Leistungen des Kindes in allen Fächern sowie die Lernentwicklung und Lernsituation. Schullaufbahnentscheide können während des gesamten Schuljahres getroffen werden.

Wie werden Eltern über den Leistungsstand informiert?

Wie bisher findet mindestens einmal jährlich ein Beurteilungsgespräch statt. Darin besprechen die Erziehungsberechtigten, das Kind und die Lehrperson gemeinsam die schulische Situation und das Arbeits-, Lern- sowie Sozialverhalten (ALSV) des Kindes.

Neu sind die Lehrpersonen verpflichtet, das ALSV mittels eines kantonal vorgegebenen Formulars zu bewerten. Das ALSV wird dabei in acht Aspekte gegliedert: Lernbereitschaft, Eigeninitiative, Selbstständigkeit, Selbstreflexion, Belastbarkeit, Umgangsformen, Kommunikation, Zusammenarbeit.

Die schulische Beurteilung der Kinder ist Aufgabe der Schule und liegt in der Kompetenz und Verantwortung der Lehrpersonen. Die Leistungsbeurteilung entspricht dabei einem professionellen Ermessensentscheid der Lehrperson.

Rückmeldungen und Voten der Eltern

Nach dem Informationsblock durch die Schulführung diskutierten die anwesenden Erziehungsberechtigten wie auch Mitarbeiter der Schulen offen und ausgiebig in kleineren Gruppen und im Plenum. Sie tauschten sich über Gehörtes aus und äusserten sich zu Chancen, Herausforderungen sowie Gelingensbedingungen seitens der Eltern und der Schule im Zusammenhang mit der Beurteilung. Die Verantwortlichen haben sich über die aktive Beteiligung und Mitwirkung gefreut.

Kommunikation und Transparenz sei wichtig

Als zentral kristallisierten sich die Kommunikation und Transparenz heraus. Ein stetiger Austausch zwischen Schule, Kind und Eltern sei wichtig. Dabei spielten gemäss diverser Aussagen regelmässige Rückmeldungen zu den Leistungen an die Schüler und Erziehungsberechtigten eine wichtige Rolle.

Als grosse Chance wurde empfunden, dass durch die breitere Beurteilungsmöglichkeiten Druck von den Kindern genommen werden kann wie zum Beispiel bei solchen, die unter Prüfungsangst leiden. Weiter wurde der Vorteil genannt, die Lernenden ganzheitlich und individueller in ihren unterschiedlichen Stärken zu erfassen und zu fördern. Diese vielfältigeren Beurteilungs- und Bewertungssituationen würden aber möglicherweise auch bezüglich Methodik und Zeitaufwand zur grösseren Herausforderung für die Lehrpersonen.  

Die Auseinandersetzung mit der Beurteilung ist in den Schulen ein stetiger Prozess. Dabei ist der Austausch mit den Eltern ein zentraler Bestandteil. Entsprechend sollen die Rückmeldungen der Eltern in die Weiterentwicklung der Beurteilungskultur einfliessen.

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