Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Stadt St. Gallen
20.10.2021
20.10.2021 11:33 Uhr

(Zu) viele leerstehende Wohnungen in der Stadt

Im Vergleich zu anderen Städten schneidet St.Gallen schlecht ab.
Im Vergleich zu anderen Städten schneidet St.Gallen schlecht ab. Bild: zVg
Grösste Herausforderung für den städtischen HEV bleibt die Erreichbarkeit und die Transformation des überdurchschnittlich hohen Altliegenschaftenbestands. Die städtische Politik soll deshalb durch gezielte Anreize verstärkt Wohnersatzneubauten für Familien und urbane Bevölkerungsschichten fördern.

Im Jahr 2018 hatte der HEV Stadt St.Gallen eine Studie zum Wohnstandort publiziert. Seither wurden verschiedene Projekte lanciert. In einem Rück- und Ausblick zogen Studienautor Dominik Matter, Fahrländer Partner, Christoph Solenthaler, Präsident HEV Stadt St.Gallen, sowie der Geschäftsführer Remo Daguati eine Zwischenbilanz.

Seit 2018 viel angestossen, Einiges bewegt

In Sachen Erreichbarkeit engagierte sich der Stadtverband etwa in der IGöV Stadt St.Gallen und der IG Engpassbeseitigung, damit die Fahrzeiten auf Strasse wie Schiene auch in Zukunft verringert werden. Die Androhung eines Budgetreferendums durch die Mitglieder des HEV erleichterte zudem den politischen Parteien, einen Kompromiss für die bislang letzte Steuerfuss-Senkung im Jahr 2019 zu finden.

Gleichzeitig wurden die Mitglieder des HEV bei Anlässen für Themen wie Umnutzung, Innenverdichtung und Neue Wohnformen sensibilisiert. Mit der Gründung der IG Zukunft Ruckhalde konnte ein Alternativkonzept in den politischen Diskurs eingebracht werden, damit zukunftsfähige Lösungen auf diesem wichtigen Entwicklungsgebiet möglich bleiben. Schliesslich engagierte sich der HEV auch, damit die Machbarkeit einer Überdeckung im Bahnhofgebiet St.Fiden geprüft werden kann.

Leerstandsquote hoch

Seit der letzten Studie im Jahr 2018 hat es keine umfassenden Trendänderungen gegeben. Das Bevölkerungswachstum fällt im Vergleich zu anderen Regionen weiterhin sehr moderat aus, auch das frei verfügbare Einkommen ist aufgrund der höheren Steuerbelastung tiefer. Trotz der zuletzt eher geringen Bautätigkeit hat sich die Leerwohnungsquote in den letzten Jahren deutlich erhöht.

Damit liegt die Leerstandsquote im landesweiten Vergleich mit über 3 Prozent auf stark überdurchschnittlichem Niveau. Bei den Bauzonenreserven für wirtschaftliche Aktivitäten liegt die Stadt St. Gallen zwar unter den Werten der MS-Region St.Gallen, jedoch über den Durchschnitten der Region Ostschweiz.

Kritik an neuem Busdepot

Im Themenfeld Erreichbarkeit steht weiterhin die Umsetzung der Vision Mobilität 2040 (Hub-Netz) im Zentrum. Hier gilt es, die radikalen Städteinitiativen in unschädliche Bahnen zu lenken. Eine Beschleunigung der Fahrzeiten über alle Verkehrsträger hinweg muss ein Hauptziel der Erreichbarkeitspolitik von Kanton wie Stadt bleiben. Zudem seies wichtig, dass man eine Priorisierung bei den städtischen Investitionsvorhaben vornimmt. Der HEV sieht insbesondere den Bau eines neuen Busdepots der VBSG an der Zürcher-/Rechenstrasse kritisch.

In den kommenden Monaten wird zudem ein Konzept für eine Wohnstandort-Offensive 2040 erarbeitet. Dabei müsse die Steigerung der Wohnersatzneubauten-Quote für die Zielsegmente Familien wie urbane Avantgarde im Blickfeld bleiben. Eine ABC-Strategie bei den städtischen Liegenschaften (A: Halten und Entwickeln, B: Kooperation mit Dritten C: Abstossen) ist hierfür aus Sicht des städtischen HEV wesentlich, da das städtische Portfolio einen sehr hohen Anteil von Altliegenschaften umfasst.

Die Umsetzung des neuen Planungs und Baugesetzes soll zudem gezielte Anreize vorsehen, damit Private Massnahmen zur Innenverdichtung und für das Stadtklima umsetzen oder neue Kooperationsformen eingehen. Ein Schlüssel für die Entwicklung der Stadt bleibt die Aktivierung der städtischen Bahnhofgebiete für wissensbasierte Jobs und urbanes Wohnen.

Link zum Update 2021 bzw. Studie 2018

mik/pd