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Stadt St. Gallen
20.10.2021
20.10.2021 09:56 Uhr

Verärgerte Velofahrer: Umleitung wird auch zur Baustelle

Hier werden ab dem 2. November die Gas- und Wasserrohre erneuert.
Hier werden ab dem 2. November die Gas- und Wasserrohre erneuert. Bild: Patrick Stämpfli
Am 4. Oktober haben die Bauarbeiten an der SBB-Sitterbrücke begonnen. Da diese voll gesperrt ist, werden Velofahrer und Fussgänger über die Sturzeneggstrasse umgeleitet. Doch diese wird nun auch zur Baustelle – bis März 2022.

Seit zwei Wochen laufen bei der SBB-Sitterbrücke am Gübsenweg die Bauarbeiten für die Wegverbreiterung für den Fuss- und Veloverkehr . Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Sommer 2023. Während dieser Zeit sind die Brücke und die Zufahrten komplett gesperrt (stgallen24 berichtete). Fussgänger und Velofahrer werden über die Kräzernstrasse oder Fürstenlandbrücke umgeleitet. Die Umleitung führt ebenfalls über die Sturzeneggstrasse.

Genau dort sorgen nun Baumarkierungen auf dem Boden für verdutzte Gesichter: «Die Markierungen sind auf der gesamten Strasse zu sehen bis runter zur Kräzernstrasse. Es wäre etwas doof, wenn die Stadt auf der sonst schon unbeliebten Velo-Ersatzroute nun noch mit Baustellen für Behinderungen sorgen würde. Zudem ist bis Ende Oktober auch die Veloroute am Güterbahnhof komplett gesperrt, weil dort Gleise verlegt werden», schreibt ein stgallen24-Leser.

Die vorgeschlagene Umleitung Bild: PD

Nur einspurig befahrbar

Und tatsächlich: Ab dem 2. November wird auf der Sturzeneggstrasse ebenfalls gebaut, wie Stadtingenieur Beat Rietmann auf Anfrage bestätigt.  Es sei dringend notwendig, die Wasserrohre zu erneuern, da es zu diversen Rohrbrüchen kam. Dauern wird das Bauvorhaben der Stadtwerke bis voraussichtlich März 2022. «Die Erschliessung des Quartiers und auch die Durchfahrt zum Gübsensee ist jederzeit gewährleistet. Auch für die Fussgänger wird immer ein Gehweg zur Verfügung stehen», verspricht Rietmann.

Die kommende Baustelle sei mit der Umleitung vereinbar. Jederzeit werde die Strasse mindestens einspurig offen sein. Fussgänger werden separat geführt. «Es sind immer Abwägungen zu machen, in diesem Fall zu Gunsten der Versorgungssicherheit.»

Stadt strebt Verbesserung der Veloinfrastruktur an

Insbesondere bei der Veloinfrastruktur strebe die Stadt massgebende Verbesserungen in den nächsten fünf bis zehn Jahren an. Bei der Vielzahl der diesbezüglich anfallenden Baustellen, werde es vorkommen, dass man bei einer Velofahrt an mehr als einer Baustelle vorbeikommt, sagt Rietmann weiter. «Gut ausgebaute und nachhaltig unterhaltene Infrastrukturen sind eine wichtige Voraussetzung für die gewünschte Mobilität, für eine lückenlose Ver- und Entsorgung sowie für die Telekommunikation.»

Pikant: Erst vor drei Wochen wurde der Fussgängerstreifen aufgefrischt, um nun wieder zu weichen. Ein Anwohner klagte im «St.Galler Stadtmelder» darüber, dass wohl die Linke nicht gewusst hat, was die Rechte plane. Um dem schwächsten Verkehrsteilnehmer genügend Sicherheit zu gewährleisten, sei eine solche günstige Auffrischung, insbesondere für den Winter mit längeren Dunkelzeiten, mehr als gerechtfertigt, findet Rietmann.

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pez/stgallen24