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Häggenschwil
18.10.2021
18.10.2021 12:27 Uhr

Neue Turnhalle könnte wegen Nachbar scheitern

(Symbolbild)
(Symbolbild) Bild: Linth24
Häggenschwil will seine Turnhalle erweitern, damit diese besser für sportliche Aktivitäten genutzt werden kann. Dafür wurde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Um den Plan umzusetzen, müsse das Areal vergrössert werden. Der Besitzer des benachbarten Grundstücks verweigert jedoch den Verkauf.

Die Gemeinde Häggenschwil verfügt über eine aktive Vereins- und Dorfkultur und möchte sich insbesondere in Bezug zur vorhandenen Sport-Infrastruktur weiterentwickeln. Die bestehende Mehrzweckhalle auf dem Areal des Oberstufenzentrums Rietwies ist zwar auch für Schul- und Vereinssport geeignet, stösse aber kapazitätsmässig beziehungsweise von den sportlichen Nutzungsmöglichkeiten her an ihre Grenzen, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Seit längerem befasst man sich daher mit dem Gedanken einer neuen Doppel-Sporthalle, womit die räumlichen Bedürfnisse von Sporttreibenden besser abgedeckt werden könnten. Hierzu steht zur Diskussion, den südlichen Parzellen-Teil, welcher zurzeit als Parkplatz und Freifläche dient, für eine neue Sporthalle zur Verfügung zu stellen.

Doppelhalle wird bevorzugt

Im Rahmen des aktuellen Auftrages sind Standortalternativen ausserhalb des Areals nicht vertieft betrachtet worden, weil sie eine betrieblich ungünstigere Situation hervorrufen würden, heisst es weiter. Die neue Sporthalle soll nach den regulären Grössen konzipiert werden. Aufgrund des Inputs des Auftraggebers wird der Typ Doppelhalle B (Hallenmass 44 x 23.5 x 8 Meter) favorisiert.

Um unter anderem das SOLL-Raumprogramm, den Hallentypus, die bauliche und planerische Machbarkeit, die Standortfrage sowie die zu erwartenden Investitionskosten zu prüfen, soll eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden. Dabei wurde die Erarbeitung in vier Schritten in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe vorgenommen.

Nötige Vergrösserung könnte wegen Nachbarn scheitern

Die Machbarkeitsstudie hätte aufgezeigt, dass eine langfristig orientierte Entwicklung des Gesamtareals mit entsprechendem Freiraum für künftige Bedürfnisse eine Vergrösserung des Schulareals bedarf. Diese sei nur mittels Zukauf von bebaubarem Land möglich. Aktuell ist das benachbarte Grundstück in Privatbesitz und teilweise in der Landwirtschaftszone.

Der aktuelle Eigentümer des benachbarten Grundstücks lehnt zur Zeit eine Veräusserung von Grundstücksflächen an die Gemeinde ab. Sollte ein Zukauf von an die gemeindeeigene Parzelle angrenzenden Grundstücksflächen nicht möglich sein, müssen verschiedene neue Optionen geprüft werden, schreibt die Gemeinde.

Aufgrund der aktuellen Sachlage würden sich folgende nächste Schritte ergeben:

  • Grundsatzentscheid beim Gemeinderat Häggenschwil erwirken, betreffend:
    – Verabschiedung der vorliegenden Machbarkeitsstudie
    – Grundsatzentscheid betreffend weiteren Vorgehen und Ausarbeitung / Vertiefung mögliche Optionen
    – Erstellen Finanzplan für die anfallenden Investitionen für die beschlossenen Schritte des weiteren Vorgehens
  • Intensivierung Gespräche mit dem Landeigentümer bezüglich Zukauf von zusätzlichen angrenzenden Grundstücksflächen
  • Prüfung der rechtlichen Möglichkeiten bezüglich Vergrösserung der gemeindeeigenen Landflächen

Die Schätzungen zeigen auf, dass die beiden Sporthallen-Dispositionen Investitionskosten im Rahmen von rund 11,7 Millionen bis 11 Million Franken verursachen (Genauigkeit +/-25 Prozent). Dies jedoch ohne vorgelagerte Kosten für die Phasen Machbarkeitsstudie / Projektwettbewerb und notwendigem Zukauf von Bauland.

Vorgehenswahl Machbarkeitsstudie

Für die Erarbeitung der Machbarkeitsstudie setzten die Auftragsgeber eine Arbeitsgruppe bestehend aus Nutzervertreter und den Verantwortlichen der Gemeinde Häggenschwil ein, welche in enger Zusammenarbeit mit den Verfassern der Studie die notwendigen Projektrahmenbedingungen definieren und die Erarbeitung begleiten konnte. In den Prozess involviert waren folgende Personen:

  • Raffael Gemperle, Gemeindepräsident, Häggenschwil
  • Norbert Germann, Schulrat, Lömmenschwil
  • Armin Koller, Hauswart und Kirchenverwaltungsrat, Häggenschwil
  • Manuel Hafner, Präsident Turnverein, Häggenschwil
  • Migg Buchegger, Vertreter Musikgesellschaft, Häggenschwil
  • Michael Bühler, buffoni bühler ag (Verfasser Machbarkeitsstudie), St.Gallen

Für das Vorgehen wurde ein Konzept anhand eines Sitzungsrasters festgelegt. Neben fünf Projektsitzungen wurde eine Besichtigungstour durchgeführt, in der anhand diverser Referenz-Sporthallen Erfahrungen gesammelt wurde, welche unter anderem zur Projektdefinition und zur Erarbeitung der Machbarkeitsstudie beigetragen haben.

pez/pd