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Kanton
14.10.2021

Mehr als 17’000 Zertifikate zurückgerufen

Das Ausstellen der Impfzertifikate lief nicht immer reibungslos ab.
Das Ausstellen der Impfzertifikate lief nicht immer reibungslos ab. Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
In den letzten drei Monaten rief der Kanton St. Gallen allein schon mehr als 17'050 Impfzertifikate zurück – hauptsächlich, weil Vornamen oder Nachnamen vergessen wurden.

Sechs Millionen – so viele Zertifikate stellten Kantone und Impfzentren seit Beginn der Impfkampagne für vollständig geimpfte Personen aus. Neue Zahlen des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation zeigen nun, dass nicht immer alles reibungslos ablief: So haben die Kantone und Aussteller bisher 203'910 Zertifikate widerrufen – im Kanton St. Gallen wurden alleine in den letzten drei Monaten 17'050 Impfzertifikate zurückgerufen, wie «20 Minuten» berichtete.

Anfängliches Datenchaos

Hauptgrund dafür war, dass entweder Vornamen oder Nachnamen vergessen wurden oder von den Angaben im Pass abwichen. In Einzelfällen musste das Geburtsdatum angepasst werden. Diese Fehlangaben sind auf das Chaos zu Beginn der Impfkampagne zurückzuführen. Anscheinend war es vielen Personen, welche sich impfen lassen wollten, nicht bewusst, dass alle Angaben bei der Online-Anmeldung absolut präzise sein müssen und so stimmten diese teils nicht mit den amtlichen Daten auf Pass oder ID überein. Gerade im Ausland könne ein Impf-Nachweis, bei dem etwa das Zertifikat auf den Namen Sepp statt Josef lautet, für Probleme sorgen, schreibt «20 Minuten».

Zertifikate vom Schwarzmarkt

Nebst Zertifikaten, die aus Versehen auf einen falschen Namen ausgestellt wurden, wurden auch Zertifikate widerrufen, welche sich Personen auf nicht korrekte Art und Weise besorgt haben. Im Kanton Luzern zum Beispiel wurden bisher 254 Zertifikate für Genesene vorsorglich gesperrt: Im Rahmen einer Überprüfung sei die Dienststelle Gesundheit und Sport auf Fälle gestossen, bei denen sich Personen mit falschen Angaben ein Zertifikat verschafft hätten, sagt David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport, zu «20 Minuten». Ebenfalls zu bedenken ist, dass der Schwarzmarkt für gefälschte Zertifikate am Wachsen ist und Hausärztinnen und Hausärzte oder Mitarbeitende in Impfzentren oder sogar kriminelle Programmierer unberechtigt ein gültiges Zertifikat erstellen und dieses auf dem Schwarzmarkt verkaufen können.

Linda Barberi, Linth24/stgallen24