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Stadt St. Gallen
12.10.2021
12.10.2021 11:55 Uhr

Armee äussert sich zur Flugshow-Kritik

Die Flugshow war ein Geschenk an die Olma-Gäste.
Die Flugshow war ein Geschenk an die Olma-Gäste. Bild: Stephan Ziegler
Das PC-7-Team der Luftwaffe bot am Samstag und Sonntag eine Show über dem Olma-Gelände. Klimaaktivisten kritisierten diese scharf. Nun äussert sich die Armee – und die Grünen wollen einen Vorstoss einreichen.

Das Flugshow-Geschenk an die Olma-Besucher hat Kritik ausgelöst – besonders seitens Klimaaktivisten und Grünen. Mit dem Transparent «Stell euch vor es ist Klimakrisa und man macht noch Flugshows» eckten sie stark an. 

Armeesprecherin Delphine Schwab-Allemand äussert sich nun im «St.Galler Tagblatt» zu den Vorwürfen und sagt, dass die Schweizer Luftwaffe etwa zwei Prozent des insgesamt in der Schweiz getankten Kerosins verbraucht. «Ihr Anteil an den CO2-Emissionen aller in der Schweiz energetisch genutzten Brenn- und Treibstoffe beträgt rund 0,3 Prozent», so Schwab-Allemand.

Nicht mehr Flugtrainings-Stunden

Dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sei der Umweltschutz wichtig. So sollen die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2001 um 40 Prozent gesenkt werden.

Auftritte wie jener an der Olma würden keine zusätzlichen Flugstunden generieren, sondern seien Bestandteil des regulären Trainings der PC-7-Piloten. Das Fliegen in enger Formation sei anspruchsvoll und müsse regelmässig trainiert werden.

Lärmbelastung und Unfallrisiko

Für den St.Galler Grüne-Kantonsrat und Umweltnaturwissenschaftler Daniel Bosshard ist das kein Argument. Er missbilligt die Lärmbelastung: «Der dröhnende Lärm war in der ganzen Stadt zu hören und dies während der geltenden Ruhezeiten.» Zudem bestehe ein gewisses Risiko, dass es zu Unfällen kommen könne, sagt er gegenüber der Zeitung.

«Auch wenn Flugshows einen tiefen Anteil am Gesamtausstoss ausmachen, handelt es sich um eine klimaschädliche Aktion, auf die gut verzichtet werden kann», führt Bosshard weiter aus.

Die Olma habe laut dem Kantonsrat ein falsches Zeichen gesetzt: Die Bestrebungen für mehr Nachhaltigkeit wurden ignoriert. Er kann auch nicht verstehen, wieso die Stadt diesen Olma-Flugshows zugestimmt hat. Deswegen zieht Bosshard in Erwägung, einen Vorstoss in der nächsten Parlamentssitzung einzureichen.

pez/stgallen24