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Wittenbach
06.10.2021

Gemeinde bildet künftig in Betriebsunterhalt aus

Michael Flück bildet ab Sommer 2022 Fachpersonen Betriebsunterhalt aus
Michael Flück bildet ab Sommer 2022 Fachpersonen Betriebsunterhalt aus Bild: am Puls
Die Gemeindeverwaltung Wittenbach ist ein Lehrbetrieb und bildet jährlich mindestens zwei Kaufleute aus. Nebst der kaufmännischen Lehre bietet die Gemeinde ab Sommer 2022 auch eine Lehrstelle in Betriebsunterhalt an.

Im Gemeindehaus fährt Michael Flück mit der Scheuersaugmaschine seine Bahnen den Eingangsbereich entlang und bringt den Boden zum Glänzen. Eine der vielen Aufgaben, die es im Rahmen des Betriebsunterhalts zu erfüllen gilt. Michael Flück arbeitet seit über 18 Jahren als Hauswart im Gemeindehaus und weiss, was es heisst, für den Unterhalt von Gebäuden verantwortlich zu sein.

Mit der neuen Ausbildung wird er die fachliche Leitung der neuen Lehrstelle übernehmen. «Ich freue mich auf diese Aufgabe und darauf, mein Wissen weiterzugeben. Es ist schön, künftig Unterstützung in der täglichen Arbeit zu erhalten.»

Vielseitiges Ausbildungsprogramm

Das Ausbildungsprogramm von angehenden Fachleuten Betriebsunterhalt ist sehr vielseitig: Wartung und Funktionskontrollen von technischen Einrichtungen wie zum Beispiel Lüftungs- und Heizungsanlagen, die fachgerechte Reinigung von unterschiedlichen Böden und Flächen, Umgebungsarbeiten wie Rasenmähen und Rabattenpflege oder auch Zustandsbeurteilung und Wartung der Baukonstruktion – das sind nur einige der diversen Aufgaben, die alle unter den Begriff «Betriebsunterhalt» fallen.

Drei Jahre – drei Ausbildungsorte

Die Lehre als Fachfrau/Fachmann Betriebsunterhalt dauert drei Jahre. Die Lernenden werden dabei jeweils einen Tag pro Woche in der Schule, die restlichen vier Tage im Betrieb ausgebildet. In der Gemeindeverwaltung führt der betriebliche Teil die Lernenden in drei verschiedene Arbeitsumgebungen: Die Hauptausbildung findet im Gemeindehaus und im Primarschulhaus Sonnenrain statt, ein Semester wird jeweils noch im Alterszentrum Kappelhof absolviert.

Eine optimale Kombination, ist Michael Flück überzeugt, denn die Lernenden finden an allen drei Orten unterschiedliche Gegebenheiten und andere Anspruchsgruppen vor. «Der Kappelhof hat beispielsweise höhere Anforderungen an die Hygiene und verfügt über eine grössere und komplexere Haustechnik als jene im Gemeindehaus. Das Schulhaus ist hingegen in Bezug auf die Reinigung der Bodenbeläge anspruchsvoller.»

Das neue Ausbildungsangebot in der Gemeindeverwaltung ist insbesondere dank der Einheitsgemeinde möglich geworden. «Wir arbeiten in Bezug auf den Unterhalt der Gebäude eng mit der Schule zusammen und hätten alleine im Gemeindehaus bezüglich Ausbildungsinhalten zu wenig Tiefe und Komplexität bieten können», so Flück weiter.

«Wir steigen auf Leitern, sind ständig auf den Beinen und verrichten körperliche Arbeit – da muss auch eine gewisse Grundfitness gegeben sein.»
Michael Flück

Anforderungen an Lernende

Somit können sich die Lernenden auf ein spannendes Umfeld und eine abwechslungsreiche Ausbildung freuen. Von ihnen sind unter anderem handwerkliches Geschick, Engagement, Selbstständigkeit und Sozialkompetenzen gefragt. «Wir steigen auf Leitern, sind ständig auf den Beinen und verrichten körperliche Arbeit – da muss auch eine gewisse Grundfitness gegeben sein», ergänzt Michael Flück.

Im August 2022 wird mit der ersten Lehrstelle als Fachmann/Fachfrau Betriebsunterhalt gestartet. Bis dann hat Michael Flück das betriebliche Ausbildungsprogramm erarbeitet. «Ich muss sicherstellen und definieren, wer wann und wo mit dem Lernenden welche Ausbildungsziele umsetzt. Das ist eine spannende Aufgabe, die aber insbesondere für den ersten Lehrdurchgang einiges an Koordination mit den anderen Betrieben erfordert.» Interessierte können sich bis Ende November in der Ratskanzlei bewerben. Mindestens zwei Schnuppertage sind vor Einreichen der Bewerbung jedoch Voraussetzung.

pez/am Puls