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12.09.2021

Servette bodigt den FCSG mit 5:1

Bild: FCSG
Bereits nach drei Minuten geraten die Espen in Genf in Unterzahl und nach sieben Minuten in Rückstand. Die spielstarken Genfer kennen in der Folge kein Erbarmen und bauen die Führung vor Ablauf der ersten halben Stunde auf 4:0 aus.

Das Spiel im Stade de Genève war kaum angepfiffen, da schaute sich Schiedsrichter Stefan Horisberger am Bildschirm am Spielfeldrand eine Spielszene an. Sein VAR-Kollege Urs Schnyder in Volketswil hatte ihn angewiesen, ein Foulspiel genauer unter die Lupe zu nehmen. Nach Konsultation der TV-Bilder gab es für Horisberger keinen Zweifel: Er zückte die rote Karte und hielt sie einem Genfer entgegen – allerdings einem, der für Grün-Weiss spielt. Jérémy Guillemenot war in Tränen aufgelöst, als er den Platz verliess.

Auch wenn man Guillemenot keine böswillige Absicht unterstellen darf, war der Entscheid des Schiedsrichters richtig. Der FCSG-Stürmer dürfte übermotiviert in den Zweikampf mit Vincent Sasso gegangen sein – und traf diesen beim Versuch, den Ball zu spielen, mit offener Sohle am Knöchel. «Ausgerechnet Jérémy, der vor dem Spiel noch alle Gegenspieler umarmt hatte, der sich so auf dieses Spiel in seiner Heimatstadt gefreut hatte», sagte auch Chefcoach Peter Zeidler nach dem Spiel.

Für die Espen war das ein denkbar schlechter Start in diesen Match

Und er lenkte das Spiel danach komplett in andere Bahnen. «Wir hatten uns so viel vorgenommen», sagte auch Captain Lukas Görtler nach dem Spiel in der Analyse. Man habe den Gegner früh unter Druck setzen und ein Feuerwerk zünden wollen, «und dann kommt diese Szene. Man muss dann im Kopf zuerst verarbeiten, dass es ein ganz anderes Spiel gibt als jenes, das man geplant hat», sagte Görtler. Und die Genfer? Denen war das alles egal, sie nutzten die Situation kaltblütig aus und hatten auch das notwendige Glück. So traf Gaël Clichy nach einem Eckball in der siebten Minute per Direktabnahme von der Strafraumgrenze. Dass der Ball noch abgelenkt wurde und Lawrence Ati Zigi keine Abwehrchance hatte, passte zu diesem Nachmittag, an dem vor allem in der ersten halben Stunde gar nichts zusammenpasste.

Sieben Minuten später erhöhte Anthony Sauthier mit einem Schlenzer via Innenpfosten auf 2:0, und weitere vier Minuten später schoss Timothé Cognat aus spitzem Winkel den Ball irgendwie zwischen Zigi und dem nahen Pfosten zum 3:0 ins Netz. Als dann Steve Rouiller in der 26. Minute gar noch auf 4:0 stellte, musste einem als FCSG-Fan Angst und Bange werden.

Wenn es irgendeinen positiven Aspekt an diesem Sonntagnachmittag gibt, dann sicher denjenigen, dass in den restlichen 70 Spielminuten die Partie 1:1 endete, obwohl die Espen mit einem Mann weniger agierten. Thody Élie Youan profitierte in der 37. Minute von einem Missverständnis zwischen Steve Rouiller und Goalie Jérémy Frick und schoss den Ehrentreffer fürs St.Galler Team, doch Rouiller machte seinen Lapsus in der 71. Minute mit einem Kopfballtreffer nach einem Eckball wieder wett. Sonst war es ein Spiel, das man aus Ostschweizer Sicht ganz schnell abhaken möchte. Mund abwischen und nach vorne sehen, lautet die Devise.

Nächsten Sonntag geht's im Cup bereits wieder nach Genf, dann aber gegen den FC Chênois. Sicher ohne Jérémy Guillemenot, der wegen des Platzverweises nicht zum Einsatz kommen wird, denn direkte rote Karten zählen wettbewerbsübergreifend. 

Telegran Servette FC - FC St.Gallen 1879 5:1 (4:1)

Stade de Genève - 7065 Zuschauer - SR. Stefan Horisberger.

Tore: 7. Clichy 1:0, 14. Sauthier 2:0, 18. Cognat 3:0, 26. Rouiller 4:0, 37. Youan 4:1, 71. Rouiller 5:1.

Servette: Frick; Sauthier, Rouiller, Sasso, Clichy (79. Vouilloz); Cespedes (83. Nyakossi); Cognat (83. Douline), Valls; Stevanović (69. Imeri), Kyei, Antunes (46. Schalk).

St.Gallen: Zigi; Lüchinger (65. Cabral), Stillhart, Fazliji, Kempter (46. Traorè); Görtler, Diakité, Youan (46. Besio); Ruiz (76. Münst); Schubert (46. Duah), Guillemenot.

Verwarnungen: 26. Zigi (Reklamieren).

Bemerkungen: St.Gallen mit Watkowiak, Nuhu, Duah, Münst, Cabral, Traorè, Staubli, Besio und Diarrassouba (Ersatzbank) sowie ohne Stergiou, Kräuchi, Schmidt, Babić, Witzig (verletzt/krank), Abaz, Sutter und Jaćović (nicht im Aufgebot/U21). Servette mit Omeragić, Schalk, Imeri, Severin, Alves, Douline, Vouilloz, Nyakossi (Ersatzbank) sowie ohne Deana, Fofana, Rodelin, Oberlin, Pédat (verletzt/krank), Diallo, Mendes, Monteiro (nicht im Aufgebot).
3. Rote Karte für Guillemenot (Foul). - 57. Zigi lenkt Schuss von Schalk an den Pfosten.

 

FCSG/man/stgallen24/stz.