Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda

Abstimmung: VBSG-Flottenerneuerung, 2. Etappe

Bild: zVg/leaderdigital.ch/Transportflash
Am 26. September entscheidet die Stimmbevölkerung über die weitere Zukunft des öffentlichen Verkehrs in der Stadt St.Gallen. Der Stadtrat sowie die grosse Mehrheit des Stadtparlamentes empfehlen Zustimmung zur zweiten Etappe der VBSG-Flottenerneuerung. Dafür wird ein Verpflichtungskredit in der Höhe von 42 Millionen Franken beantragt.

Die bestehende Busflotte der Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) wurde in den Jahren 2008 und 2009 in Betrieb genommen und ist am Ende ihrer technischen Lebensdauer angekommen. Nachdem die 10 Standardbusse und 22 Gelenk-Autobusse jährlich etwa 80'000 Kilometer zurückgelegt haben, weisen sie inzwischen eine Laufleistung von je rund einer Million Kilometer auf.

Bei einem Weiterbetrieb der Busse wäre mit erheblichen Mehrkosten im Unterhalt der Fahrzeuge zu rechnen. Ein grosser Teil der VBSG-Flotte erreicht 2021 das Ende der vorgesehenen Einsatzdauer. Eine entsprechende Ablösung der Fahrzeuge ist entsprechend angezeigt. Der Zeitpunkt ist also ideal, die Zusammensetzung der Flotte und die Antriebstechnologie an die Anforderungen der Zukunft anzupassen.

Eine erste Etappe der Flottenerneuerung ist bereits in der Umsetzung. Bis Ende 2021 ist die Umstellung der Linien 3, 4 und 6 auf den Betrieb mit Batterietrolleybussen abgeschlossen. Die städtische Bevölkerung hat diesem Vorhaben am 25. November 2018 bereits zugestimmt. Für die zweite Etappe, welche nun zur Abstimmung kommt, sollen insgesamt zwei Doppelgelenk-Batterietrolleybusse, 16 Gelenk-Batterietrolleybusse sowie sieben Standard-Batteriebusse und sechs Midi-Batteriebusse für die kleineren Quartierlinien beschafft werden. Zusammen mit den Kosten für die Ladeinfrastruktur im Depot der Verkehrsbetriebe wird ein Verpflichtungskredit von 42 Millionen Franken zu Lasten der Investitionsrechnung der Verkehrsbetriebe beantragt.

Zukunft der Mobilität

Der Ersatz der Verbrennungsmotoren durch Elektromotoren hat verschiedene Vorteile. Dank des hohen Wirkungsgrades sind Elektromotoren sehr leistungsfähig. Zudem verursachen sie lokal keine Schadstoff- und Lärmemissionen. Auch der Wartungsaufwand ist deutlich geringer. Die VBSG verfügen seit 1950 über eine Trolleybusflotte und bieten damit schon seit 70 Jahren Elektromobilität im strassengebundenen öffentlichen Verkehr. Der Batterietrolleybus ist eine konsequente Weiterentwicklung und Modernisierung des bewährten Trolleybusses. In verschiedenen Schweizer Städten sind Trolleybusse mit Batteriepaketen schon seit 2012 im Einsatz. Dabei wird der elektrische Betrieb zunehmend nicht nur für die Notfahrt, sondern auch für den regulären fahrleitungslosen Betrieb genutzt.

Optimale Lösung für St.Gallen

Der Batterietrolleybus hat sich in der ersten Etappe bewährt. Die Möglichkeit, längere Strecken auch ohne die Anbindung an das Fahrleitungsnetz zurückzulegen (bspw. an der Netzperipherie) schafft eine kostengünstige und effiziente Lösung mit hoher betrieblicher Flexibilität. Das von der Stadt St.Gallen favorisierte Konzept kombiniert bewährte Oberleitungstechnik mit neuster Batterietechnologie.

Der neuartige Trolleybus hat leistungsfähige Energiespeicher auf dem Dach, die während der Fahrt ständig über die Oberleitungen aufgeladen werden. Dies ermöglicht einen elektrischen Betrieb auch auf Linien, die nur teilweise über Trolleybus-Fahrleitungen verfügen. Im reinen Batteriebetrieb kann ein solcher Trolleybus bei günstigen Bedingungen bis zu 30 Kilometer zurücklegen.

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Der öffentliche Verkehr hat den Anspruch, Mobilitätsbedürfnisse auf ökologische und ökonomische Art und Weise zu befriedigen. Der Einsatz von emissionsarmen und energieeffizienten Fahrzeugen ist zentral, da der öffentliche Verkehr den von Gesellschaft und Politik geforderten Beitrag zu den ökologischen und klimapolitischen Zielen leisten soll. Mobilitätsdienstleistungen sollen effizient und kostengünstig sein.

Die Preise für Treibstoffe dürften in Zukunft steigen. Der Einsatz von möglichst energieeffizienten und von ausländischen Energiequellen unabhängigen Fahrzeugen sei sowohl aus ökologischen als auch aus ökonomischen Gründen sinnvoll. Der Batterietrolleybus sei im Vergleich mit Bussen mit anderen Antriebsformen, wie beispielsweise Wasserstoffmotoren, die wirtschaftlichste Variante für St.Gallen, schreibt die Stadt.

Die Abstimmungsunterlagen sind auch auf der städtischen Website unter www.stadtsg.ch/abstimmungen zu finden.

pez/pd