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Stadt St. Gallen
13.08.2021
13.08.2021 11:33 Uhr

Verbände fordern Verkehrshubs für St.Gallen

Bild: TCS
Wirtschaft, Gewerbe, Hauseigentümerverband und TCS präsentieren eine Studie zur Mobilität im Jahr 2040. Sechs Mobilitätshubs sollen die Reisezeiten innerhalb von St.Gallen verkürzen und Auswärtigen einen einfachen Zugang zur Stadt bieten.

Die Studie soll einen Denkansatz vermitteln, wie die Mobilität der Stadt St.Gallen und Umgebung unter Berücksichtigung aller Verkehrsmittel neu konzipiert werden kann. Die TCS Regionalgruppe St.Gallen und Umgebung hat sie zusammen mit dem Gewerbe Stadt St.Gallen, HEV St.Gallen, der Wirtschaft Region St.Gallen / WISG und ERR Raumplaner AG erarbeitet. Diese Studie dient der politischen Diskussion zwischen allen Ansprechpartnern.

Warum eine Studie?

«Unserer Meinung nach muss das gesamte Mobilitätskonzept der Stadt St.Gallen und Umgebung neu konzipiert werden. Es braucht verschiedene Anreize und ein attraktives und innovatives Angebot, um Menschen hin zu neuen und nachhaltigen Mobilitätsformen zu ziehen», so Oskar Seger, Präsident der TCS-Regionalgruppe St.Gallen und Umgebung.

Nicht ideologische-geprägte Ansätze sollen die Mobilität der Zukunft steuern, sondern die Wirksamkeit und Effizienz des jeweiligen Verkehrsmittels muss im Fokus stehen. Heute gehören in der Stadt St.Gallen teils starke Überlastungen der Verkehrsinfrastruktur zur Tagesordnung. Die bestehenden Buslinien sind auf den Hauptbahnhof ausgerichtet und auf die Endhaltestellen getaktet.

Wandel von Mobilität und Transport

«Für die Stadt St.Gallen ist eine gute Erreichbarkeit über alle Verkehrsträger wichtig, um sich als Wohn- und Arbeitsstandort positiv entwickeln zu können», so Seger. »Wir möchten mit dieser Studie ein neues Konzept liefern, um die Erreichbarkeit zu erhöhen, die Reisezeiten zu verkürzen, die Effizienz des Verkehrssystems zu steigern, ein multimodales Mobilitätsverhalten zu fördern, die Emissionsbelastung zu vermindern und somit schliesslich die Lebensqualität zu verbessern.» Für einen florierenden Wohn- und Wirtschaftsstandort sei eine gesamtheitlich funktionierende Verkehrspolitik essenziell.

Oskar Seger, Präsident der TCS-Regionalgruppe St.Gallen und Umgebung Bild: PD

Die Mobilität und Transportbranche befinden sich im Wandel. Geprägt von diversen Megatrends wie zum Beispiel der Digitalisierung, der Urbanisierung, die Individualisierung, dem demografischen Wandel, dem Klimawandel und dem veränderten Nachhaltigkeitsbewusstsein sind neue Mobilitätsstrategien zu entwickeln, die auf die sich verändernden Verhaltensmuster bei der Verkehrsmittelwahl, wie z. B. auf das multimodale Verkehrsverhalten eingehen.

Das Konzept: kombinierte Mobilität

Die Topografie der Stadt St.Gallen bietet an, das Verkehrssystem darauf anzupassen. Die Bündelung aller Verkehrsträger an eine starke Längsachse mit einem «Hub-System» ist für das Gesamtverkehrssystem besonders wichtig. Mittels gut verteilten Hubs ist eine Abstimmung aller Verkehrsträger möglich und hat nebenbei noch folgende Vorteile:

  • Bessere Erreichbarkeiten
  • Kürzere Reisezeiten
  • Gute Anschlüsse an den Fern- und Regionalverkehr
  • Attraktive Umsteigemöglichkeiten an den «Hubs»
  • Grössere Flexibilität bei der Verkehrsmittelwahl
  • Verbesserte Veloinfrastruktur (z. B. V-Locker)
  • Mehr Platz für den Aufenthalt und Begegnungen in der Stadt
  • Geringere Emissionen (z. B. Lärm) in der Stadt.

Die Strategie: sechs Mobilitätshubs

Herzstück der Verkehrsstudie bilden die Mobilitätshubs. Sie umfassen eine vielfältige Ausstattung und ein breites Angebot an Mobilitäts- und weiteren Dienstleistungen, wie z. B. Einkauf / Gastronomie oder Service- Angebote für Velos. Mit ihrem Angebot sind sie nicht zu vergleichen mit einem einfachen Park&Rail-Angebot. Die Mobilitätshubs sollen Teil der Stadt und vor allem Teil des Stadtlebens werden.

Die Mobilitätshubs sind Teil aufstrebender Entwicklungsgebiete und bieten den Nutzern ein «Rundum-Angebot»: Reisen, Aufhalten, Begegnen, Treffen und Konsumieren sollen an den Hubs standortdifferenziert stattfinden. An jedem Hub kann aus den verschiedenenen Verkehrsmitteln das gerade Passende gewählt werden.

Die Topografie der Stadt St.Gallen bietet an, das Verkehrssystem darauf anzupassen. In Ostwest-Richtung verläuft auf dem Talboden die Bahnlinie. Dieser soll eine höhere Priorität zugesprochen werden. Das Bussystem hat sich auf der Längsachse dem Bahnnetz unterzuordnen. Vielmehr soll das Bussystem prioritär die Erschliessung in Nordsüd-Richtung abdecken und die Hanglagen an die S-Bahn-Linie anschliessen.

Wo Bahn und Bis aufeinandertreffen, entstehen multimodale Hubs

Sie verknüpfen die verschiedenen Verkehrsträger und bieten eine vielfältige Ausstattung und diverse Angebote. Mit dem Ausbau von sechs Mobilitätshubs wird St.Gallen zum erreichbaren Zentrum der Ostschweiz mit schnellen, multimodalen Verkehrswegen. Das neu abgestimmte Konzept von Bahn und Bus mit den Hubs soll einerseits die Reisezeiten innerhalb der Stadt verkürzen, bietet aber auch für Personen von auswärts (z. B. Fachkräfte) die Möglichkeit einfach und bequem in die Stadt zu gelangen. Bei den Mobilitätshubs an den Eingangstoren der Stadt wird beispielsweise vom motorisierten Individualverkehr auf die S-Bahn gewechselt. Die Umsteigevorgänge gestalten sich dabei schnell und angenehm.

«In unserer Studie sind sechs Mobilitätshubs in St.Gallen definiert. Neben dem Hauptbahnhof kann durch die Zusammenlegung der beiden Bahnhöfe Bruggen und Haggen zu einem neuen Doppelbahnhof ‚Westbahnhof’ die heute unbefriedigende Anbindung des Innovationsparks Ost verbessert werden», fasst Oskar Seger zusammen. Weitere Hubs sollen an den Bahnhöfen Lustmühle, St.Fiden, Wittenbach und Winkeln entstehen. Die Hubs werden so zu Wirtschaftstreibern und Bausteinen für die Stadtentwicklung.

Die komplette Studie finden Sie hier:

stgallen24/stz.