Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Stadt St. Gallen
24.06.2021
24.06.2021 10:55 Uhr

«Zuerst denken, dann handeln!»

Bild: Matilda Good
Die Jungfreisinnigen des Kantons begrüssen zwar den Entscheid des St.Galler Stadtrats, das Musikverbot in den Drei Weieren zurückzuziehen. Sie kritisieren aber dessen Hin und Her.

Bereits nach wenigen Wochen wird das Musikverbot auf den Drei Weieren wieder gekippt, stgallen24 berichtete

«Diese Entscheidung ist folgerichtig, nachdem zahlreiche Beschwerden eingegangen sind und das Verständnis in der Bevölkerung für diese restriktiven Massnahmen nicht vorhanden ist. Es stellt sich aber die Frage, ob der St.Galler Stadtrat aus 'Elfenbeinturm' heraus regiert und die Sorgen der Bevölkerung sowie die Herausforderungen der Stadt wirklich kennt», so die JFSG in einer Mitteilung.

«Ungenügende Kommunikation»

Die Einführung des Musikverbots in den Drei Weieren löste einige Verwunderung aus. Nicht jedoch durch das Verbot an sich, sondern dadurch, dass überhaupt niemand davon wusste. So wurden nichtsahnende Badegäste gebüsst, ohne dass sie vom Verbot Kenntnis hatten. Die Schilder seien in einer ersten Phase schlicht zu uneindeutig gewesen, um auf ein klares Verbot schliessen zu können.

Die JFSG kritisieren diesen Kommunikationsstil der Stadt massiv:«Ein Verbot einzuführen, ist immer kritisch zu betrachten. Wenn man dieses danach nicht einmal eindeutig klar macht, die Leute aber dennoch büsst, muss man sich schon fragen, wie man dies der Bevölkerung erklären will», so Joel Mäder, Präsident der Partei.

Es sei daher begrüssenswert, dass die ausgestellten Bussen nun nicht bezahlt werden müssen, auch wenn dies voraussichtlich einen beachtlichen bürokratischen Mehraufwand bedeute.

Entscheid werfe schlechtes Licht auf St.Gallen

«Glücklicherweise habe der Stadtrat erkannt, dass das pauschale Musikverbot weder angemessen noch verhältnismässig ist. Es stelle sich allerdings die Frage, weshalb man ein solches Verbot überhaupt eingeführt habe. Besonders, da mit dem Immissionsschutzreglement bereits Regeln zum Umgang mit der Nachtruhe und besonders lauter Musik vorhanden seien. Dieses Hin und Her werfe kein gutes Licht auf die Regierung unserer Kantonshauptstadt», so die Partei.

Die JFSG hoffe, dass der Stadtrat in Zukunft souveräner agiere und von solch «unsinnigen» Ideen Abstand nehme. In der Stadt gäbe es genügend andere Herausforderungen.

mg/pd