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Stadt St. Gallen
17.06.2021
17.06.2021 15:41 Uhr

37 neue Jäger in St.Gallen

Ein erlegtes Tier mit dem Jagdhund.
Ein erlegtes Tier mit dem Jagdhund. Bild: Linth24
Mitte Juni fanden die Theorieprüfungen der St.Galler Jagdprüfung statt. 74 Prozent der angetretenen Kandidaten haben bestanden – ein durchschnittliches Ergebnis.

Erstmals fand die Prüfung auf Grundlage des Schweizer Jagdlehrmittels statt. Damit wird eine einheitliche Jagdausbildung und -prüfung über die Kantonsgrenze hinaus angestrebt.

Obligatorische Kurstage und Abendkurse

Eine intensive zweijährige Ausbildung geht mit der bestandenen theoretischen Jagdprüfung zu Ende. Nach dem Bestehen der Waffenhandhabungs- und Schiessprüfung im Jahr 2019 besuchten die Kandidatinnen und Kandidaten vier obligatorische Kurstage und mehr als 20 freiwillige Abendkurse. Viele von ihnen arbeiteten zusätzlich in Lerngruppen und begleiteten ausserdem erfahrene Jägerinnen und Jäger bei der Arbeit − Erfahrungen, die zusammenschweissen.

Jagen aus dem Schulbuch lernen

Die Pandemie war für alle eine grosse Herausforderung. Nachdem aufgrund der coronabedingten Einschränkungen im letzten Jahr sämtliche Jagdprüfungen und Ausbildungen eingestellt werden mussten, fand die fortgesetzte Jagdausbildung im Winter unter veränderten Rahmenbedingungen – mehrheitlich online – statt. Mit der diesjährigen theoretischen Jagdprüfung wurden erstmals Kandidaten geprüft, welche die gesamte Ausbildung nach dem einheitlichen und nationalen Basislehrmittel «Jagen in der Schweiz – Auf dem Weg zur Jagdprüfung» absolviert hatten. Sämtliche Prüfungsunterlagen mussten neu erarbeitet werden, was die Ausbildner und Prüfungsexperten forderte. Die Jagdkunde und Wildbrethygiene sowie die Lebensraumkenntnisse haben durch das neue Lehrmittel etwas mehr Gewicht erhalten.

Schwierige Zukunft  und keine Diplomfeier

Nicht nur die Jagdausbildung und -prüfung sind einem Wandel unterworfen. Die frisch gebackenen Jungjäger sind aufgrund starker Veränderungen im Wildlebensraum gefordert, dies etwa durch steigende Grossraubtier- und Rothirschbestände, vermehrte Störungen durch Erholungssuchende, stets neue Anforderungen und Ansprüche seitens rechtlicher Rahmenbedingungen sowie der Gesellschaft.

Coronabedingt musste auf eine Prüfungsfeier ausnahmsweise verzichtet werden. Die erfolgreichen Jungjäger erhielten den Jagdfähigkeitsausweis direkt nach der Prüfung.

dg/pd