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01.05.2021
01.05.2021 12:50 Uhr

Stromstoss tötet St.Gallerin in Badewanne

Baden Sie niemals mit am Stromnetz angeschlossenen Geräten! Bild: (Symbolbild)
Eine 22-Jährige ist durch einen Stromschlag in der Badewanne getötet worden. Sie bediente ihr Handy, das zum Aufladen ans Netz angeschlossen war.

Die 22-jährige Gossauerin begab sich ins Badezimmer, bestieg die mit Wasser gefüllte Wanne und schaute sich auf ihrem Mobiltelefon eine Sendung an. Dabei war das Handy zum Laden des Akkus an den Strom angeschlossen. Aus unbekannten Gründen muss das eingesteckte Mobiltelefon während des Badens ins Wasser gefallen sein. Durch den entstandenen Stromschlag zog sich die junge Frau tödliche Verletzungen zu.

Polizei warnt

Nebst dem vor Ort anwesenden Rettungsdienst mit Notarzt und mehreren Patrouillen der Kantonspolizei St.Gallen wurde der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei St.Gallen für die Abklärung des Unfallhergangs aufgeboten. Für die Betreuung der Angehörigen wurde die psychologische Erste Hilfe angefordert.

Zu dem tödlichen Stromunfall kam es schon am vergangenen Donnerstagabend, wie die St. Galler Kantonspolizei heute mitteilte.

Die Kapo weist an dieser Stelle darauf hin, beim Baden keine am Stromnetz angeschlossenen Elektrogeräte zu benutzen.

 

Wann wird Strom gefährlich?

Die Schwere der Verletzungen bei einem Elektrounfall (siehe Grafik) hängt von der Stromstärke und der Einwirkdauer ab. Die Stromstärke ergibt sich aus der Spannung und dem Übergangswiderstand. Letzterer wiederum hängt von der Art der Kontaktfläche (Kleidung, Hautdicke und -feuchtigkeit) und der Leitfähigkeit des Untergrunds (Gummisohlen, Parkett, feuchte Erde) ab. Daher ist eine elektrostatische Entladung des Teppichbodens trotz 30 000 Volt ungefährlich – weil die Energie winzig ist. Hingegen ist nur schon das Annähern an eine Hochspannungseinrichtung mit ebenfalls 30 000 Volt lebensgefährlich – da ein Spannungsüberschlag (Lichtbogen) und damit hoher Stromfluss droht.

Abhängig von der individuellen Physiologie beträgt der menschliche Körperwiderstand 700 bis 1000 Ohm. Entsprechend genügen schon 50 Volt, um einen lebensgefährlichen Strom von 50 mA (Milliampere) fliessen zu lassen. Doch auch weitaus geringere Ströme ab 10 mA können tödlich sein. Denn ab dieser «Loslassgrenze» fesseln durch den Strom ausgelöste Muskelkrämpfe das Opfer an den Stromleiter. Die Einwirkdauer steigt – und mit ihr die Schwere der Verletzungen.

Wann zum Arzt?

Besonders heimtückisch ist, dass die von Strom provozierten Schäden oft nicht unmittelbar spürbar sind. Strom kann den Elektrolythaushalt verschieben, wodurch die Impulsgebung des Herzens über Stunden hinweg immer instabiler wird – bis es stolpert, flimmert oder aussetzt. Daher muss jede Person, die einen Stromschlag erlitten hat, zwingend ins Spital oder zum Arzt gebracht werden – auch wenn es ihr vermeintlich gut geht. Klagt das Opfer nach dem Schlag über Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot oder ein Krampfgefühl in der Brust, muss ohnehin umgehend der Rettungsdienst gerufen werden.

Was tun bei einem Elektrounfall?

  1. Selbstschutz beachten. Das Opfer steht eventuell unter Strom.
  2. Bei Niederspannung (je nachdem, was schneller und sicherer möglich ist): Opfer mit nicht leitendem Gegenstand (z. B. Besenstiel, Holzlatte) vom Stromkreis entfernen und aus dem Gefahrenbereich bringen oder den Stromfluss unterbrechen (Netzstecker ziehen, Sicherung entfernen).
  3. Bei Hochspannung: Abstand halten, Rettungsdienst rufen. Jede Annäherung ist lebensgefährlich, bis der Strom abgestellt wird!
  4. Bei Bewusstlosigkeit, Schwindel, Brustschmerz oder Herzrasen: Rettungsdienst rufen.
  5. Atmung und Herzschlag prüfen. Bei Herz- oder Atemstillstand sofort und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Beatmung und Herzdruckmassage anwenden.
  6. Bei Absenz der genannten Symptome: Eventuelle Verbrennungen kühlen und Spital aufsuchen.
  7. Bei Folgeverletzungen (z. B. Brüche, Prellungen): Sofortmassnahmen ergreifen und Arzt aufsuchen.
stgallen24/SDA