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Kultur
21.04.2021

Tragödien-Trilogie im Theater

Bild: PD
Das Theater St.Gallen bringt am Dienstag, 27. April, 20 Uhr, unter dem Titel «Die Orestie» (revisited) die älteste Tragödien-Trilogie der Welt auf die Bühne.

Aischylos‘ Trilogie «Die Orestie» steht am Beginn der europäischen Theatertradition. Sie handelt von Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne, Moral und Tradition. Über allem schwebt der Fluch der Atriden, nach dem Blut mit Blut vergolten werden muss, Ehebruch, Mord und zahllose Grausamkeiten sich nahezu zwanghaft wiederholen und Versöhnung unmöglich scheint.

Diese Geschichte erzählt Martin Pfaff in der Lokremise jedoch nicht 1:1. Er bricht die lineare Handlung immer wieder auf und inszeniert den Stoff vor dem Hintergrund der Erosion gemeinsamer, verbindlicher Werte. Die Frage, wie wir leben wollen und was wirklich von Wert ist, stellt sich nach einem Jahr der Corona-Pandemie noch drängender und erscheint in einem neuen Licht.

Premiere Dienstag, 27. April 2021
Zeit 20 Uhr
Ort Lokremise
Inszenierung Martin Pfaff
Ausstattung Mathias Rümmler
Licht Rolf Irmer
Musik Stefan Pinkernell
Dramaturgie Armin Breidenbach
Besetzung Matthias Albold, Diana Dengler, Catriona Guggenbühl, Anja Tobler, Oliver Losehand, Bruno Riedl, Marcus Schäfer

Ursprünglich war Die Orestie im April 2020 für die grosse Bühne im Theater geplant, als eine der letzten Inszenierungen vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten im Paillard-Bau. Nachdem die Pandemie die Pläne mehrfach durchkreuzt hat, kommt die Produktion nun in einem vergleichsweise intimen Rahmen in der Lokremise auf die Bühne. Pfaffs Herangehensweise an das Stück hat sich dadurch noch akzentuiert: «Der feierliche Echo-Raum des Grossen Hauses wird jetzt eingetauscht gegen die Intimität der Lokremise», sagt der Autor und Regisseur. «Die Vorteile des Raumwechsels bestehen darin, dass ich einen oft auch augenzwinkernden, selbstironischen Blick auf Die Orestie habe. Das ist im LOK-Kontext der modernen Dramatik sehr gut aufgehoben.»

Die Orestie des Aischylos endet nach all der Gewalt versöhnlich. Und sie verweist mit der Überwindung der Blutrache und dem Ende eines Fluchs, der Generationen belastet hatte, in eine Gegenwart, deren Zersplitterung scheinbar nicht aufgehalten werden kann. Martin Pfaff stellt in seiner Fassung die Frage nach der Änderbarkeit der Verhältnisse in den Vordergrund und untersucht in diesem Zusammenhang die Rolle des Theaters.

Vorstellungen

Dienstag, 27. April 2021, 20 Uhr (Premiere)
Mittwoch, 28. April 2021, 20 Uhr
Freitag, 30. April 2021, 20 Uhr
Samstag, 1. Mai 2021, 20 Uhr
Donnerstag, 6. Mai 2021, 20 Uhr
Freitag, 7. Mai 2021, 20 Uhr
Mittwoch, 12.Mai 2021, 20 Uhr
Donnerstag, 13. Mai 2021, 20 Uhr
Freitag, 14. Mai 2021, 20 Uhr

mg/pd