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Kanton
09.04.2021
09.04.2021 12:49 Uhr

St.Gallen erwartet mehr Fälle wegen Schnelltests

Karin Faisst und Bruno Damann im neuen Impfzentrum St.Gallen Bild: Patrice Ezeogukwu
Der Kanton St.Gallen rechnet damit, dass die Corona-Fallzahlen weiter ansteigen werden. Grund dafür könnten vor allem zwei Faktoren sein.

Wöchentlich publiziert der Kanton St.Gallen ein sogenanntes Lagebulletin, welches die aktuelle Entwicklung der wichtigsten Corona-Indikatoren wie positive Tests, Bettenbelegung, Todesfälle und Auslastung des Contact-Tracings aufführt. 

In der aktuellen Woche wurden insgesamt 8'410 Corona-Tests durgeführt. Davon fielen 578 positiv aus. Zum Vergleich: In der Vorwoche wurden 10'114 Tests gemacht, wovon 617 positiv ausfielen. Die Positivitätsrate sinkt damit von 11,6 auf 8,7 Prozent. Während es sich letzte Woche noch bei rund 40 bis 50 Prozent aller Fälle um die Virusmutationen handelte, wurde in der aktuellen Woche auf Weisung des BAG nicht mehr auf Mutationen getestet. 

Genügend Kapazität im Spital

Aktuell befinden sich in den St.Galler Spitälern 52 Covid-19-Patienten. Zehn davon müssen auf der Intensivstationen beatmet werden. Gemäss Lagebulletin sind in den Krankenhäusern noch genügend Kapazitäten vorhanden. Bei den Todesfällen gab es allerdings einen deutlicheren Anstieg: In den letzten sieben Tagen sind sechs Personen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben – vier mehr als vor 14 Tagen. Weiterhin stecken sich die meisten Personen im familiären und privaten Umfeld an. 

Bild: sg.ch

Impfstoff noch immer knapp

Nach Ostern wurden die vier Impfzentren in Betrieb genommen. Dort können laut Präventivmedizinerin Karin Faisst innert 15 Minuten 40 Personen geimpft werden. Aber auch im April könne man wegen den knappen Mengen noch nicht Vollgas geben, sagte Bruno Damann an der Eröffnung des Impfzentrums im Lerchenfeld. Seit Pandemiebeginn wurden in St.Gallen 106'324 Personen geimpft. An der Reihe sind nun die über 65-Jährigen. Sie können sich für einen Impftermin anmelden. Hauptsächlich wurde mit den Impfstoffen von Biontech und Moderna geimpft. 

Das Contact-Tracing sei wieder mehr ausgelastet als zuvor: 1'715 Personen befinden sich zurzeit in Isolation, 895 Kontaktpersonen sind in Quarantäne. 200 Rückreisende aus einem Risikoland befinden sich ebenfalls in Quarantäne.

Noch immer ist der Impfstoff im Kanton knapp. Bild: Patrice Ezeogukwu

Fallzahlen könnten weiter steigen

Der Kanton erwartet laut seiner epidemiologische Einschätzung einen weiteren Anstieg der Fallzahlen. Grund dafür seien vor allem die Schnelltests, die seit dem 7. April der Bevölkerung gratis zur Verfügung stehen. Ausserdem bieten nun auch viele Firmen Testungen an. Diese Faktoren würden dazu führen, dass mehr Fälle erkannt werden. 

Bild: Bundesamt für Gesundheit - Informationssystem Meldungen (ISM)

Entwicklung der effektiven Reproduktionszahl Re

Die Grafik zeigt die Entwicklung der effektiven Reproduktionszahl bezüglich der laborbestätigten COVID-19-Fälle für den Kanton St.Gallen. Die Zahlen werden von der ETH Zürich täglich aktualisiert und basieren auf den Daten des Bundesamts für Gesundheit. Generell unterliegen die Schätzungen der letzten Tage leichten Schwankungen.

Die effektive Reproduktionszahl gibt an, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Sie berücksichtigt auch bestehende Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie und dass bereits Erkrankte und Genesene sich oder andere nicht noch einmal infizieren. Der Re-Wert welcher heute berechnet wird, bildet das Infektionsgeschehen von vor ca. 14 Tagen ab. Die Zeitverzögerung entsteht durch den Zeitraum, der von der vermuteten Ansteckung bis zum Vorliegen des positiven Testergebnisses vergeht.

Bild: Bundesamt für Gesundheit; Schätzungen Re: ETH Zürich, IBZ Institute of Integrative Biology
mik