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Eggersriet
10.02.2020
10.02.2020 17:04 Uhr

Unmut über Nutzung der Landegg

2021 soll das kantonale Asylzentrum Landegg in Eggersriet geschlossen werden. Der Trägerverein Integrationsprojekte St.Gallen (TISG) will dort unbegleitete minderjährige Asylsuchende unterbringen. Die Aufregung in Appenzell Ausserrhoden ist gross.

Das heutige Asylzentrum Landegg liegt direkt an der Grenze zum Kanton Appenzell Ausserrhoden und soll im Frühling 2021 geschlossen werden. Das hatten die beiden Kantone vor zehn Jahren so vereinbart.

Für den Ausserrhoder Regierungsrat Yves Noël Balmer ist das aktuelle Vorhaben deshalb ein Wortbruch, sagt er gegenüber srf.ch. Wenn die St.Galler Gemeinden weiterhin ein Asylzentrum betreiben wollten in der Landegg, könnten sie das, aber es sei nicht ehrlich. Erfahren habe er von den Plänen zudem aus den Medien, so Balmer gegenüber srf.ch

Auch Werner Meier, Präsident der Gemeinde Lutzenberg, die an das Asylzentrum grenzt, ist nicht erfreut. Der Unmut in der Gemeinde sei gross, weil man Probleme mit den neuen Bewohnern befürchte, sagte er gegenüber srf.ch. 

Versäumnis von Ausserrhoden?
Anders sieht das der Gemeindepräsident von Eggersriet und bis letztes Jahr Geschäftsleiter der TISG, Roger Hochreutener. «Die Verträge zwischen den beiden Kantonen galten für eine Zusammenarbeit für das Asylzentrum», argumentiert Hochreutener gegenüber srf.ch. Diese Verträge laufen 2021 aus und somit sei die Liegenschaft frei für eine neue Nutzung – zum Beispiel eine Unterkunft für minderjährige Asylsuchende.

Zudem wollte der Eggersrieter Gemeinderat den Teilzonenplan in Wohn- und Gewerbezone ändern und das Gebiet neu entwickeln. Dagegen habe Ausserrhoden das Veto eingelegt und deshalb sei der Teilzonenplan bis heute nicht bewilligt, so Hochreutener gegenüber srf.ch. Der Eigentümer der Liegenschaft habe darum bei der Gemeinde um Hilfe gesucht. Ein Heim für minderjährige Asylsuchende entspreche den heutigen Nutzungsbestimmungen.

Gespräche suchen
Appenzell Ausserrhoden will laut Medienberichten rechtliche Schritte prüfen. Der Trägerverein Integrationsprojekte St.Gallen (TISG) seinerseits möchte die Wogen glätten und suche Gespräche mit allen Seiten.

Tanja Millius