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Stadt St. Gallen
09.03.2021
09.03.2021 16:48 Uhr

Entsteht bald ein neuer «Westbahnhof»?

Aus zwei mach eins: Die Bahnhöfe Bruggen und Haggen sollen verbunden werden.
Aus zwei mach eins: Die Bahnhöfe Bruggen und Haggen sollen verbunden werden. Bild: IGöV Stadt St.Gallen
Die Stadt St.Gallen prüft aktuell in einer Studie die Frage, ob die beiden Bahnhöfe Haggen und Bruggen zu einem Verkehrsknoten im Westen verbunden werden sollen.

«Der Bahnhof St.Gallen-Bruggen fristet ein jämmerliches Dasein. Mit gerade mal ca. 300 Passagieren pro Tag kann sein Betrieb durchaus in Frage gestellt werden. Das Festhalten an nur gerade zwei Zughalten pro Richtung werden diese Zahl auch kaum steigen lassen. Eine Verschiebung zum Bahnhof St.Gallen-Haggen wäre vielleicht die Lösung», schreibt der St.Galler Stadtparlamentarier Markus Tofalo in seinem Blog.

Verschiebung um 600 Meter

Die Idee, den Bahnhof St.Gallen-Bruggen ostwärts auf die Höhe des Bahnhofs St.Gallen-Haggen um 600 Meter zu verschieben und mit diesem zu verbinden, wird aktuell von der Stadt in einer Machbarkeitsstudie geprüft. Mit dem «Westbahnhof» soll die Verbindung des ÖV-Netzes von Stadt und Region verbessert werden.

Auch die SBB stehen hinter der Vision, wie Mediensprecher Daniele Pallecchi gegenüber dem «St.Galler Tagblatt» sagt: «Interessant ist die Verschiebung des Bahnhofs Bruggen aber primär aus Sicht Stadtplanung.»

Viel Potenzial

Der St.Galler Stadtplaner Florian Kesser sagt, dass durch den Zusammenschluss ein neuer zentraler Ort mit einem grossen Entwicklungspotenzial entstehen könnte. Ein neuer Verkehrsknoten würde dabei einen starken Impuls auslösen für das ganze Gebiet – für Haggen zusammen mit dem Gebiet Lerchenfeld sowie Bruggen. Auch der künftige Innovationspark Ost spielt dabei eine grosse Rolle. 

Markus Tofalo skizzierte bereits die Fusion der beiden Bahnhöfe und gaben ein erstes Bild, wie der neue «Westbahnhof» aussehen könnte. Dieser soll gemäss seiner Visualisierung westlich der Brücke über die Haggenstrass stehen. In der Machbarkeitsstudie wird der Standort aber östlich der Unterführung, entlang der Göblistrasse, geprüft. Dort verlaufen die Bahngleise nämlich gerade.

Bahnhof ist nicht mehr behindertengerecht

Anstoss zur Studie war aber das Behindertengleichstellungsgesetz: Denn der Bahnhof Bruggen erfüllt die gesetzlichen Anforderungen nicht mehr und muss saniert werden. Bis 2026 will die SBB einen behindertengerechten Zugang ermöglichen. Die Machbarkeitsstudie zur Verschiebung des Bahnhofs Bruggen kostet laut dem zuständigen Stadtrat Markus Buschor 360'000 Franken, wie das «St.Galler Tagblatt» schreibt. Der Kanton untersützt die Studie mit 80'000 Franken. Buschor, der früher Architekt war, sieht Potenzial im Westen der Stadt.

Im Sommer 2021 sollen die Ergebnisse der Studie vorliegen. Danach werden weitere Schritte geprüft. 

mik