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Gesundheit
26.02.2021
11.03.2021 11:44 Uhr

Coronalangzeitfolgen – Multisystemerkrankung ?

Multisysemerkrankung ME/CFS, Coronalangzeitfolgen Bild: Unsplash
Eine Rapperswilerin hat sich in ihrem neuen Buchprojekt mit der Krankheit ME/CFS befasst und kam dabei nicht darum herum, sich auch mit Long Covid auseinanderzusetzen.

Die Corona-Pandemie ist in aller Leute Munde, das Virus Covid-19 und seine Mutationen sind in aller Leute Mund, und neuerdings auch die Langzeitfolgen von Covid-19 und somit natürlich im Fokus der Medien.

Multisystemerkrankung schwer zu fassen

Es wird geschätzt, dass rund 10 Prozent aller Covid-19-Patient/-innen irgendeine Form von «Long Covid» entwickeln werden. Long Covid ist mit vielen verschiedenen Symptomen verbunden: einer bleiernen Müdigkeit (auch «Fatigue» genannt), Muskelschmerzen, kognitiven Einschränkungen, Problemen mit der Regulierung des Pulses und des Blutdruckes, Kopfweh, Kurzatmigkeit, Herzklopfen Fieber, dem Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Durchfall und anderem. Das Andauern dieser und anderer Symptome nach dem Abklingen der akuten Covid-19-Erkrankung ergibt ein komplexes Krankheitsbild, das stark an die schwere Multisystemerkrankung ME/CFS erinnert. Auch diese entwickelt sich meist nach einer viralen oder bakteriellen Infektionskrankheit, und auch sie ist schwer zu fassen, da sie sich mit Clustern von Symptomen äussert.

Die beiden Krankheitsbilder haben grosse Ähnlichkeiten, ihre Symptome überschneiden sich in vielerlei Hinsicht, und es gibt mittlerweile auch die Diagnose «Post-Covid-ME/CFS».

25 Prozent der 30'000 Schweizer ans Haus gebunden

Allein in der Schweiz sind geschätzte 30'000 Menschen daran erkrankt, und 25 Prozent von ihnen sind ans Haus gebunden oder sogar bettlägerig. Trotzdem ist sie vor allem in der Schweiz noch völlig unbekannt. Wird sich das nun ausgerechnet wegen der schweren Pandemie und ihren Langzeitfolgen ändern?

Covid-19 Langzeitfolgen ähnlich der lang bekannten Krankheit ME/CFS? Bild: toggenburg24/Web/freie Nutzung

ME/CFS verursacht grosses Leid

Der entscheidende Unterschied zwischen Long Covid und ME/CFS ist folgender: ME/CFS ist nicht in aller Leute Mund, obwohl die Krankheit seit Jahrzehnten von der Weltgesundheit WHO anerkannt ist und grosses Leid verursacht.

Plakat der Schweizer Vereinigung für Betroffene Bild: Schweizerische Gesellschaft für ME & CFS

Chronisches Erschöpfungssyndrom

Erschöpfungssyndrom oder chronisches Müdigkeitssyndrom (englisch:chronic fatigue syndrome, abgekürzt CFS), auch Myalgische Enzephalomyelitis (ME), ist eine chronische Erkrankung, die als Leitsymptom eine außergewöhnlich schnelle körperliche und geistige Erschöpfbarkeit aufweist und in extremen Fällen bis zu einer weitreichenden Behinderung und Pflegebedürftigkeit führen kann. Trotz ungeklärter Ursachen und Entstehungsmechanismen ist das Syndrom international als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt.

Die Bezeichnung benigne myalgische Enzephalomyelitis wurde erstmals 1955 benutzt anlässlich eines Ausbruchs einer neuartigen Krankheit unter den Angestellten des Royal Free Hospital in London.

1959 übernahm der damals in New York tätige britische Arzt und spätere Chief Medical Officer Großbritanniens Ernest Donald Acheson die Bezeichnung, nachdem er 14 ähnliche, in verschiedenen Ländern dokumentierte Epidemien untersucht hatte, die er zunächst für eine Infektionskrankheit hielt.

Neutralere Bezeichnung CFS 1988

1988 sprach sich eine Expertengruppe im Auftrag der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) für die neutralere Bezeichnung Chronic Fatigue Syndrome (CFS) aus und definierte Haupt- und Nebensymptome.

Eine Revision dieser Definitionen erschien 1994. Sie hat neben dem Hauptsymptom – der anderweitig trotz gründlicher Untersuchung nicht erklärbaren Erschöpfung über mindestens sechs Monate – noch acht Nebensymptome, von denen mindestens vier vorhanden sein sollen. Sie war die Grundlage für die Mehrzahl der nachfolgenden Studien zum CFS.

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Kontakt

Schweizer ME/CFS-Verein
www.mecfs.ch

Johanna Krapf/Patricia Rutz/Toggenburg24