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Stadt St. Gallen
22.02.2021
24.02.2021 10:55 Uhr

«Mia & Max» unterstützt Entwicklung von Kindern

Bild: zVg
Der Hilfsverein SGHV lanciert mit «Mia & Max» ein Projekt, um die Entwicklung von Kindern mit psychisch beeinträchtigten Eltern zu fördern.

Der St.Gallische Hilfsverein SGHV lanciert mit den Patenschaften «Mia & Max» ein langfristig angelegtes Angebot, das die Entwicklung von Kindern von Eltern mit psychischer Beeinträchtigung unterstützt, ihre Teilhabekompetenz ausbaut und betroffene Eltern entlastet.

Erfahrungen ermöglichen, Horizonte erweitern und Stabilität erhöhen

Mia & Max will hilfreiche Erfahrungen ermöglichen, Horizonte erweitern und Stabilität in der Familie erhöhen. Es richtet sich an Kinder zwischen drei und achtzehn Jahren. Mia & Max findet für sie verlässliche Bezugspersonen – Paten –, die vom SGHV sorgfältig ausgewählt und auf die Aufgabe vorbereitet werden.

Paten verschaffen Kindern neue Sichtweisen, lassen sie einmal pro Woche an ihrem Alltag teilhaben und ermöglichen ihnen Aktivitäten, für die zu Hause vielleicht die Zeit fehlt, z.B. Backen, Basteln oder Bewegung in der Natur. Nicht Konsum, sondern Beziehung steht im Mittelpunkt.

Pionierarbeit leisten

Auf der anderen Seite ermöglicht Mia & Max Paten ein Engagement zugunsten einer Zielgruppe, die bisher nicht ausreichend in die gesundheits- und finanzpolitischen Überlegungen der öffentlichen Hand einbezogen wurden. Paten leisten somit in der Ostschweiz Pionierarbeit.

Sie bringen die Bereitschaft mit, sich auf eine mindestens dreijährige Beziehung einzulassen, denn Kontinuität und Verlässlichkeit sind oft genau die Eigenschaften, die betroffene Eltern ihrem Kind nicht jederzeit bieten können. Paten sind zurückhaltend mit Rat, dafür grosszügig mit Respekt, Verständnis und Ermutigung.

Warum Patenschaften?

Kinder von Eltern mit psychischer Beeinträchtigung sind nicht ausreichend in die gesundheits- und finanzpolitischen Überlegungen der öffentlichen Hand einbezogen. Ein internationaler Kreis von Forschern beschäftigt sich jedoch seit einigen Jahren mit ihrer Situation. Man schätzt, dass in der Schweiz 50'000 betroffene Kinder leben.

Die «Winterthurer Studie» zählt schon 2007 allein im Raum Winterthur 700 Kinder. Sie stellt zudem fest, dass in betroffenen Familien verschiedenartige Belastungen zusammenkommen, was die Lage für Kinder weiter erschwert. Forschung zur psychischen Widerstandskraft (Resilienz) weist nach, dass solche Ansammlungen von Problemen auf lange Sicht Folgeerscheinungen bei Kindern wahrscheinlicher machen.

Tragfähige, langfristig angelegte Beziehungen zu Nicht-Betroffenen innerhalb oder ausserhalb der Familie mindern das Risiko. Hier setzt das Projekt Patenschaften Mia & Max an. Die Schweiz macht nämlich seit Jahren gute Erfahrung mit Patenschaftsmodellen für Kinder von Eltern mit psychischer Beeinträchtigung. Der St.Gallische Hilfsverein SGHV bringt nun eines in den Kanton.

Mia & Max bereichert Paten, verschafft ihnen einen Kompetenzzuwachs und baut Stigmatisierung ab. Interessierte finden Informationen auf miaundmax.ch.

Wollen Sie Pate werden?

Pionierarbeit leisten, Kompetenzen aneignen, Gesellschaft gestalten: Mia & Max ermöglicht Paten ein Engagement zugunsten von Kindern von Eltern mit psychischer Beeinträchtigung.

Paten bringen zeitliche Ressourcen mit und die Bereitschaft, sich auf eine mindestens dreijährige Beziehung einzulassen. Denn Kontinuität und Verlässlichkeit sind oft genau die Eigenschaften, die Eltern ihrem Kind aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung nicht jederzeit bieten können.

Die Paten bringen auch eine stabile Persönlichkeit mit und sind in der Lage, sich einfühlsam mit anderen Lebenssituationen auseinanderzusetzen. Sie sind zurückhaltend mit Rat, dafür grosszügig mit Respekt, Verständnis und Ermutigung. Sie besitzen einen einwandfreien Leumund, sind physisch und psychisch belastbar und mindestens 18 Jahre alt. Sie haben Erfahrung im Umgang mit Kindern, z.B. als Elternteil, «Götti» oder «Gotte» und sind bereit, sich mit der Auswirkung einer psychischen Beeinträchtigung aufs Kind auseinanderzusetzen. 

Dabei werden sie begleitet von Fachleuten des St.Gallischen Hilfsvereins SGHV, der sich seit über 150 Jahren für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung einsetzt. Sie sind neugierig und lösungsorientiert und engagieren sich unentgeltlich. Spesen werden mit CHF 150 pro Quartal abgegolten.

Die Paten nehmen pro Jahr an drei bis vier Standortgesprächen teil und freiwillig an vier Treffen mit anderen Paten, um Erfahrungen auszutauschen. Jährlich feiert Mia & Max ein Fest mit Paten, Kindern und Eltern.

www.miaundmax.ch/informationen

mg/pd