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21.02.2021
19.02.2021 16:23 Uhr

«Schäden wie nach einem Krieg»

«Wenn solidarisch sein bedeutet, alte Menschen vereinsamen zu lassen und Kinderspielplätze abzusperren, als wären es Tatorte eines Verbrechens, habe ich unter dem Begriff wohl mein ganzes Leben etwas Falsches verstanden.» (Symbolbild) Bild: Linth24
Die Goldinger Kulturschaffende Karin Schnyder hat einen Text geschrieben, der Corona die Stirn bieten und zum Denken anregen soll.

Wenn solidarisch sein bedeutet,
weit weg zu laufen wenn ein anderer Mensch krank ist, sich nicht um ihn kümmern zu wollen, ihn alleine zu lassen bis er wieder gesund ist,
in Altersheimen ein Besuchsverbot auszusprechen, alte Menschen vereinsamen zu lassen, sie nicht mehr berühren zu wollen, nicht mehr anzulächeln bis sie sterben,
mit rotweissem Band Kinderspielplätze und Seeufer abzusperren als wären es Tatorte eines Verbrechens,
Kinder in Quarantäne zu stecken, Kindern eine Maske aufzuzwingen und sie ihrem für ihre Entwicklung wichtigen Spieltrieb zu berauben, ihnen zu verbieten die eigenen Grosseltern zu umarmen als wären sie der Tod auf zwei Beinen, ihnen das Znüniteilen auszureden weil es «einfach zu gefährlich ist»,
Singen, Turnen, Tanzen, Spielen und Freude haben zu verbieten, jungen Erwachsenen das Feiern und sich Näherkommen zu untersagen und sie wann immer möglich noch dafür zu büssen,
ihnen die Chance auf eine Ausbildung, einen würdigen Abschluss zu verwehren
und die Mehrheit der Bevölkerung dies stillschweigend hinnimmt und nach all dieser Zeit immer noch ignoriert, dass der Schaden den diese Massnahmen auf der ganzen Welt anrichtet, der gleich ist und sein wird wie jener nach einem Krieg,
dann habe ich wohl unter solidarisch sein mein bisheriges Leben lang etwas ganz und gar anderes verstanden.

Solidarität ist freiwillig

Ausserdem ist Solidarität per Definition freiwillig, sonst ist es keine Solidarität.
Den Menschen einzureden, sie wären eine Gefahr füreinander, sie wären vielleicht Träger einer tödlichen Seuche und das Gefährliche an ihr sei, dass man sie nicht einmal bemerkt (!), ist wahrscheinlich der vernichtendste Gedanke, den man je in unsere Herzen gepflanzt hat.
Kränker kann ein Gedanke kaum sein.
Auch möchte ich mich nicht der Gefahr aussetzen, meine Gesundheit – staatlich verordnet – damit zu gefährden, dass ich permanent, und sogar auf freier Strasse, «dank» dem um sich greifenden Maskenwahn auf das Einatmen frischer Luft verzichte. Schon gar nicht dann, wie uns von oben vermittelt wird, dass die Maske vor allem ein Symbol darstellt.
Ich für meinen Teil habe mich entschieden, bei der Idee, dass jeder Mensch für den anderen eine Gefahr sein könnte, nicht mitzuhelfen. Denn ich glaube kaum, dass wir diese Spaltung je überwinden werden können.

Karin Schnyder