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Stadt St. Gallen
12.02.2021
12.02.2021 09:44 Uhr

Statt Paris: Akris nutzt die Stadt als Laufsteg

Im Modefilm wird die neue Akris-Kollektion vorgestellt (Bild: Akris) Bild: zVg
Das St.Galler Modehaus Akris hat einen aufwendigen Modefilm in der Stiftsbibliothek und auf Drei Weieren gedreht. Regie führte ein weltbekannter Modefotograf.

Auch in der glamourösen Welt der Mode steht wegen der Pandemie aktuell vieles still und so können beispielsweise keine grossen Fashionshows in New York, Mailand oder Paris stattfinden.

St.Gallen statt Paris

Das beschäftigt auch das St.Galler Modehaus Akris, dessen Mitarbeiter ebenfalls ins Homeoffice verbannt wurden. Eigentlich wäre das Modelabel aktuell auf der Pressenmodeschau in Paris vor viel Publikum, Fotografen und Modejournalisten, um die neue Modekollektion zu präsentieren. Wegen der aktuellen Situation musste aber ein anderer Plan her, wie man die neue Kollektion am besten in Szene setzen kann und so entschied sich Creative Director Albert Kriemler dazu, einen Modefilm in St.Gallen zu drehen. Genauer gesagt in der Stiftsbibliothek St.Gallen und in den Drei Weihern - also den wohl bekanntesten Orten der Stadt.

«Wir haben uns für die Akris-Heimat St.Gallen entschieden, weil wir nicht gross auf Reisen gehen wollten und weil wir hier die Möglichkeit haben, unsere Mode und St.Gallen der ganzen Welt authentisch zu präsentieren. Die Stiftbibliothek und die Drei Weihern waren dafür die perfekten Orte», sagt Albert Kriemler zu stgallen24. 

Zehn Models wurden für den Dreh geshootet. (Bild: Akris) Bild: zVg

Star-Regisseur ist begeistert

Für die Filmproduktion wurde kein geringerer als Regisseur und Modefotograf Anton Corbijn aus den Niederlanden aufgeboten. Corbijn hatte bereits jegliche Hollywood-Sternchen vor der Linse. Insgesamt hat er mehr als 60 Musikvideos und 100 Albencover sowie Titelseiten für renommierte Magazine wie «Esquire», «Stern», «Rolling Stone» und «Elle» geschaffen. Anton Corbijn gilt als einer der anerkanntesten Porträtfotografen der Gegenwart. Gemeinsam mit lokalen und internationalen Filmemachern und mit zehn Models wurde also nun in St.Gallen gedreht. Auch der niederländische Kameramann Martijn van Broekhuizen war am zweitägigen Dreh beteiligt. 

«Es war sehr toll mit solchen Profis zusammenzuarbeiten und alle waren begeistert von unserer kleinen Stadt, die natürlich ein grosser Kontrast zu den üblichen Modestädten der Welt ist», so Kriemler. Besonders in der Stiftsbibliothek waren alle sehr vorsichtig, weil man ja nichts kaputt machen wollte. «Es ist aber alles gut gegangen», so der Creative Director. 

Die Dreharbeiten in der Stiftsbibliothek. (Bild: Akris) Bild: zVg

Viele Schaulustige munkelten was denn in der Stiftbibliothek und in den Drei Weihern so aufwendig gedreht wird. Am 8. März wird der Modefilm von Akris in die grosse weite Modewelt ausgestrahlt. Aber auch St.Galler haben die Möglichkeit den Film auf den Social-Media-Kanälen von Akris zu schauen. «Wir werden die Öffentlichkeit darüber informieren und freuen uns, St.Gallen so in Szene setzen zu können», sagt Kriemler.

In den Drei Weihern wurde ebenfalls für die neue Kollektion gedreht. (Bild: Akris) Bild: zVg

Über Akris

Akris wurde 1922 in St.Gallen von Alice Kriemler-Schoch, einer unternehmerischen Frau gegründet. In ihrem kleinen Nähatelier begann sie mit der Herstellung getupfter Schürzen.

Mit Stoffen aus St.Gallen – auch damals schon ein führendes Textilzentrum, das bis heute für seine exquisite Baumwolle und Stickereien bekannt ist – kleidete Alice bald die modebewussten Frauen der Stadt ein. 1944 stieg ihr Sohn Max in den Familienbetrieb ein. Er schuf den Namen Akris nach den Initialen seiner Mutter und unterstützte sie beim Ausbau ihrer Kollektionen. Später arbeitete er, Seite an Seite mit seiner Frau Ute Kriemler, auch mit Pariser Couture-Häusern wie Ted Lapidus und Givenchy zusammen, deren Prêt-à-Porter-Kollektionen Akris fertigte.

Im Alter von 19 Jahren sollte ihr ältester Sohn Albert in Paris bei Modeschöpfer Hubert de Givenchy Erfahrungen sammeln, aber die familiäre Pflicht rief, als der wichtigste Mitarbeiter seines Vaters unerwartet verstarb. Ohne zu zögern, übernahm Albert Kriemler die Designverantwortung von Akris und machte das Haus zum internationalen Symbol für diskrete Eleganz, die es heute verkörpert.

Kriemler hat das Modehaus Akris in der ganzen Welt zu einem Begriff gemacht und darf seine Kollektion als einziger Schweizer an den grossen Prêt-à- porter-Schauen präsentieren. (Bild: who's who) Bild: zVg
Miryam Koc