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Stadt St. Gallen
31.01.2021
01.02.2021 10:49 Uhr

St.Gallerin bei Warner Music unter Vertrag

Die Soulsängerin Priya Ragu vereint Kulturen Bild: zVg
Priya Ragu​ hat mit Musik aus Sri Lanka und der Schweiz den internationalen Durchbruch geschafft. Ihr neuster Song wurde von BBC entdeckt.

Mit Priya Ragu feiert eine St.Galler Künstlerin ihr Debüt beim bekannten Musikriesen Warner Music. «Good Love 2.0» lautet der Titel ihrer ersten Single, ein wunderschön optimistischer Song, in dem Priya ihre Vorstellung einer perfekten ersten Liebe skizziert – «jenseits von Religion, jenseits von Kasten, jenseits von Hautfarben. Es ist das Gefühl, dass nichts dich auseinanderbringen kann, weil es so stark ist.» Das Video wurde Anfang 2020 in Goa gedreht; die Besetzung wurde von Priya selbst zusammengestellt, nachdem sie Instagram durchkämmt hatte und einen Regisseur in Mumbai, einen Stylisten in Delhi und eine Hauptrolle ebenfalls in Delhi gefunden hatte.

Priya Ragu wuchs als Kind tamilischer Eltern in der Schweiz auf, die in den frühen 1980er-Jahren aus Sri Lanka geflüchtet waren. Von den Eltern versteckt, die von ihrer Tochters Gesangsaffinität wenig begeistert waren, hörte und sang sie Fugees, James Taylor, Nina Simone oder Alicia Keys. Ein eigener Auftritt in der Grabenhalle in St. Gallen wurde ihr allerdings von den Eltern verboten. Trotz dieses «schlimmsten Tag meines Lebens» gab Priya Ragu das Singen nicht auf. Immer wieder nahm sie an Open-Mic-Events teil und sang im Background von Schweizer Künstlern, berichtet SRF.

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2017 wagte die junge Künstlerin den Schritt ins Ausland. Mehrere Monate lebte sie in New York. Von dort aus tüftelte sie zusammen mit ihrem Bruder an ihrer eigenen Musik. Wieder in der Schweiz begann Ragu, Songs zu schreiben. «Immer wieder habe ich da und dort einen Song released», sagte sie zu SRF. Im März 2020 veröffentlichte sie dann ihre erste offizielle Single «Good Love 2.0», produziert von ihrem Bruder Japhna Gold. Damit schaffte Priya Ragu auf Anhieb den Durchbruch.

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Annie Mac von BBC Radio 1 entdeckte den Song, worauf etwa zwanzig Labels bei Priya Ragu anklopften. Während andere Künstler im Corona-Frühling Rückschläge einstecken mussten, startete die junge Musikerin durch. Sie unterschrieb einen Plattenvertrag bei Warner Music und konnte ihren Song im offiziellen Soundtrack des weltweit bekannten Games «FIFA 21» platzieren.

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Ihre Musik könnte man im weitesten Sinne als R&B beschreiben, zugleich ist sie anders als sämtlicher R&B, den man zuvor gehört hat. Es ist sowohl seltsam vertraut als auch komplett unerkennbar. Man stelle sich Kehlani, Summer Walker oder Snoh Aalegra durchzogen von südindischer Instrumentierung vor, um eine ungefähre Vorstellung des Wunderwerkes zu haben, der Magie von Priyas betörender Musik.

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Produziert von ihrem Bruder Japhna Gold und geschrieben komplett von Priya und ihrem Bruder, ist die Musik in den Klängen ihres kulturellen Erbes getränkt, von grossartigen Kollywood-Samples (ähnlich wie Bollywood, doch aus Tamil Nadu im Süden Indiens stammend) und Krishna-Mantras bis hin zu traditionellem Tabla und der tamilischen Sprache selbst. Ihre Musik ist eine essenzielle Momentaufnahme der sri-lankischen und südindischen Sounds, von den Strassentänzen der Kuthu über religiöse Gesänge. Priya hat eine bemerkenswerte Stimme. Sie ist warm und melodiös und zugleich von einer mühelosen Emotion durchzogen, die Freude ebenso wie Verlangen zum Ausdruck bringen kann.

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Mit ihren Songs gehe es ihr darum, Erwartungen zu unterlaufen, sagt Priya: «Ich will die Stereotypen infrage stellen, dass sri-lankische Menschen im Wesentlichen allesamt Köche, Reinigungskräfte oder Verkäufer sind. Menschen, auf die man herabblickt. Leute, die man selten beneidet oder begehrt. Ich bin stolz darauf, wer ich bin. Und meine Musik zelebriert das.»

stgallen24/stz.