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Bildung
23.01.2021
24.01.2021 00:18 Uhr

Maskenpflicht für Kinder? Ein Kommentar.

Trotz sinkenden Fallzahlen: Die Maskenpflicht gilt neu in Zürich, Basel und Solothurn schon in der Primarschule. Bild: Linth24
Trotz stetig sinkender Fallzahlen wird nun auch in Primarschulen Maskenpflicht eingeführt. Und das sogar auf dem Pausenplatz. Was tun wir damit unseren Kindern an?
  • Kommentar des St. Galler Kantonsrats Christopher Chandiramani

Aufgeschreckt durch Virusmutationen wird in Zürich, Basel, Solothurn und wohl bald in weiteren Kantonen die Maskenpflicht auf Schüler ab der 4. Klasse ausgeweitet. Und das trotz sinkender Fallzahlen. Warum zwingt man jetzt schon 9- oder 10-jährigen Schulkindern das Tragen von Masken auf – und das zum Teil sogar auf dem Pausenplatz?

Unangenehm und ungesund

Grundsätzlich ist das Tragen von Masken nicht nur unangenehm, sondern auch ungesund. Man braucht kein Medizinstudium, um zu wissen, dass der menschliche Körper in ständigem Austausch mit Sauerstoff, CO2 und Wasser mit der Umgebung ist. Unterbricht oder erschwert man diesen Kreislauf, so entstehen Wasseransammlungen in Lunge und Atemwegen, ein idealer Nährboden für Bazillen, Bakterien, Viren und Keimbildung.

In Zukunft könnten somit Krankheiten durch Maskentragen zunehmen. Das gilt besonders für die neuen praktisch luftdichten FFP2-Masken (in Deutschland und Österreich obligatorisch), welche Handwerker zum Schutz gegen Schleifstaub verwenden.

Heranwachsende sind besonders empfindlich

Kinder und Jugendliche brauchen einen besonderen Schutz, körperlich und seelisch. Heranwachsende sind besonders empfindlich. Die Bundesverfassung (Art. 11) und die Gesetzgebung garantieren eigentlich diesen besonderen Schutz.

Es gibt auch eine spezielle Behörde, die KESB (Kinder- und Erwachsenenschutz). Diese schweigt aber im Falle von Corona und in der Maskenfrage. Die St. Galler Regierung verweist in ihrer Antwort auf die Pandemie-Bekämpfungsmassnahmen des Bundesrates und will auch nicht handeln.

Schulen sind keine Corona-Hotspots

Kindergruppen und Schulen sind keine Hotspots für Corona-Viren. Junge Menschen sind nach Ansteckungen in der Regel symptomfrei. Man hört nun auch oft von offenen Fenstern von Klassenzimmern trotz Minustemperaturen. Die Kinder frieren unnötig. Hier wird bei der Bekämpfung eindeutig über das Ziel hinausgeschossen.

Umgekehrt ist es bei der Betreuung älterer Personen. Es gibt zu viele Strebefälle in Spitälern und Altersheimen, die Behörden reagieren mit Gleichgültigkeit. Spitalschliessungen und Entlassungen von Pflegepersonal aus Spargründen sind ein Fehler.

Weltfremd, schädigend und sogar wirkungslos

Gesundheitsversorgung und Wirtschaft sind keine Gegensätze. Die Massnahmen des Bundesrates sind jedoch weltfremd und ergeben teilweise keinen Sinn. Die gesellschaftlichen und menschlichen Auswirkungen wurden vergessen. Es gibt zunehmend Vereinsamung und Depressionen. Masken draussen an der frischen Luft bringt keine Reduktion von Corona-Fallzahlen.

Das gilt auf jeden Fall auch für die Maskenpflicht für Schüler wo es sehr wenig Krankheitsfälle gibt. Bei den Schliessungen von Restaurants sind nicht nur die Wirtsleute betroffen, sondern auch Lastwagenfahrer, Arbeiter, Polizisten und Soldaten usw., welche sich in der Winterkälte gerne bei einem heissen Getränk aufwärmen möchten.

Leider ist durch Lockdown mit vielen vernichteten Existenzen zu rechnen, Insolvenzen, einem Kollaps des Kleingewerbes und den Folgekosten durch Staatshilfe inklusive Steuerausfälle in zwei- bis dreistelliger Milliardenhöhe. Und neu zählen jetzt auch unsere Kinder bis hinaus auf den Pausenplatz zu den grossen Verlierern.

Christopher Chandiramani, St. Galler Kantonsrat