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Zürich setzt auf St.Galler Architektur

Visualisierung Schulanlage Saatlen Siegerprojekt «SchereSteinPapier» – Fassade zum Grünraum (© maaars architektur visualisierungen, Zürich) Bild: PD
Bollhalder Eberle Architektur gewinnt den öffentlichen Architekturwettbewerb für den Neubau der künftig grössten Schule in der Stadt Zürich.

Das 1981 in St.Gallen gegründete Architekturbüro Bollhalder Eberle hat nicht nur seit einigen Jahren einen Ableger in Zürich, sondern bald auch einige bemerkenswerte Teile seines Portfolios: Im Dezember 2017 gewann Bollhalder Eberle den Wettbewerb für die Schulanlage Thurgauerstrasse in Zürich-Seebach (und hatte doppelten Grund zum Feiern, weil das Büro gleichentags auch den Neubau des Kantonsspitals Schaffhausen gewann). Zudem konnte sich Bollhalder Eberle 2019 in der Stadt Zürich mit der Planung für die Alterssiedlung Espenhof Nord in Albisrieden mit 155 Alterswohnungen durchsetzen.

Komplexe Aufgabe gelöst

Heute nun wurde bekannt, dass Bollhalder Eberle Architektur auch den Wettbewerb für den Ersatzneubau der Schulanlage Saatlen in Schwamendingen gewinnt. Der Vorschlag gehörte zu den drei Eingaben, die von der Jury nach einer Zwischenjurierung zu einer Überarbeitung eingeladen wurden. Das umfangreiche Projekt mit einem Bauvolumen von 156 Millionen Franken umfasst vier Kindergärten, eine Primarschule mit 24 Klassen, eine Sekundarschule mit zwölf Klassen, eine Mensa und Infrastruktur für Tagesbetreuung, eine Schule für Kinder mit Behinderung mit 13 Klassen, eine Dreifachsporthalle und eine einfache Sporthalle, eine Schulschwimmanlage und Räume für den Musikunterricht des Konservatoriums. Rund 950 Kinder und Jugendliche und gut 350 Lehrer, Betreuer und Therapeuten werden in der Schulanlage, die 2027 fertiggestellt sein soll, ein- und ausgehen.

Nicht nur das umfangreiche Raumprogramm machte diesen Wettbewerb zu einer komplexen Aufgabe für die 50 Architekturbüros, die eine Eingabe machten. Das Projekt «Schere Stein Papier» von Bollhalder Eberle Architektur hat alle diese Anforderungen am besten unter einen Hut gebracht, und vermochte die Jury zu überzeugen.

Optimale Anordnung der Gebäude

Auf dem fast 35'000 Quadratmeter grossen Areal, das einen wichtigen Grünbereich im Quartier darstellt, stehen mehrere prägnante Baumgruppen, die erhalten werden sollen. Nach der Eingemeindung 1934 wurden grosse Teile Schwamendingens in der Mitte des letzten Jahrhunderts nach dem Prinzip der Gartenstadt geplant. Gerade weil dieser Stadtteil inzwischen einem dynamischen Wandel unterworfen ist, werden die Grünbereiche gut geschützt. Zudem müssen während des Abbruchs der alten Schulgebäude und des Baus der neuen Schulanlage im Areal Provisorien für den Unterricht platziert werden können. Im Rahmen dieser verschiedenen Einschränkungen galt es, eine optimale Anordnung der Gebäude zu finden. Auch spätere Aufstockungen oder Ergänzungen der Schulbauten müssen möglich bleiben, ebenso wurde ein tiefer Landverbrauch als Beurteilungskriterium vorgegeben.

Neben der Funktionalität der Bauten wurde beurteilt, ob sie in Betrieb und Unterhalt ökonomisch sein werden und nicht zu viel umbautes Volumen im Vergleich zur effektiven Nutzfläche aufweisen. Gefordert wurde auch ein ökologisch vorbildliches Projekt, das eine ausgeglichene CO 2 -Bilanz für die Erstellung wie auch für den Betrieb ausweist.

Klare Gliederung

Bollhalder Eberle Architektur hat die verschiedenen Funktionen der neue Schulanlage Saatlen auf drei Gebäuden aufgeteilt. Als zentrales Gebäude wurde das Primarschulhaus gesetzt; die hier situierten Sportanlagen sind so erschlossen, dass sie auch ausserhalb des Schulbetriebs für Vereine und das Quartier separat zugänglich sind. Die Schule für Kinder mit Behinderung mit ihren speziellen baulichen Anforderungen wird einem eigenen Haus untergebracht. Im dritten Gebäude haben die Sekundarschule, die Kindergärten und das Konservatorium ihre Räumlichkeiten, dazu kommt eine Mensa. Die unterschiedlichsten Bedürfnisse, denen die grosse Schulanlage gerecht werden muss, werden in der Planung von Bollhalder Eberle optimal organisiert, was die auch die Jury überzeugte.

Durch eine einheitliche Fassadengestaltung geben die drei Gebäude ein harmonisches Gesamtbild ab. Alle drei Bauten bekommen Dachbegrünungen, die jedoch im Hinblick auf die Biodiversität unterschiedlich ausgestaltet werden. Auf dem Primarschulhaus wird zudem eine Photovoltaik-Anlage installiert.

Büros in St.Gallen und Zürich

Bollhalder Eberle Architektur wurde 1981 von Markus Bollhalder und August Eberle in St.Gallen gegründet. Seit 2013 gehören neben den beiden Gründern auch Raphael Bollhalder und Christian Walser zur Geschäftsleitung. Das Unternehmen, das rund 60 Mitarbeiter zählt, hat Büros in St.Gallen und in Zürich.

In der Ostschweiz gehören u. a. die gerade fertiggestellte Überbauung Löwengarten in Rorschach, der Neubau des Spitals Linth in Uznach, die Erweiterung des Massnahmenzentrums Bitzi in Mosnang oder die Überbauung des Areals Oedenhof in Wittenbach zum Portefeuille von Bollhalder Erberle. Auch in anderen Teilen der Schweiz ist das Unternehmen erfolgreich unterwegs, 2020 gewann Bollhalder Eberle Architektur beispielsweise den Neubau des Kinderspitals und der Frauenklinik am Luzerner Kantonsspital.

 
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