Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Gaiserwald
09.12.2020
09.12.2020 13:36 Uhr

«Die finanzielle Situation ist dramatisch»

Geschäftsführer Heinz Staub vom Tierheim Sitterhöfli. (Bild: zVg)
Das Tierheim Sitterhöfli leidet extrem unter der Corona-Krise. Das Betreiber-Ehepaar Staub bangt nach 42 Jahren um seine Existenz.

«So etwas habe ich in 42 Jahren nicht erlebt», sagt Tierpfleger und Geschäftsführer Heinz Staub und blickt auf ein sehr schwieriges Jahr für das Tierheim Sitterhöfli in Engelburg zurück.

Umsatzeinbussen von 70 Prozent

Das Tierheim ist offizieller Partner verschiedener Tierschutzvereine in der Stadt St.Gallen und Ostschweiz. Normalerweise ist während dem ganzen Jahr viel zu tun: Wenn Frauchen und Herrchen verreisen, kümmern sich Heinz und Claudia Staub gemeinsam mit ihrem Team um die Haustiere. Weil aber die meisten Menschen aufgrund der Pandemie im Jahr 2020 nicht verreisen konnten, blieb das Tierheim leer. «Wir haben Umsatzeinbussen von 70 Prozent erlitten, wir sind alle in Kurzarbeit. Es ist dramatisch», sagt Heinz Staub.

Das Tierheim Sitterhöfli leidet extrem unter der Corona-Krise. Bild: zVg

«Wir haben bald mehr Angestellte als Tiere»

Zurzeit beherbergt das Tierheim fast nur noch Findeltiere und vermittelt diese, wenn möglich weiter. «Die meisten Tiere sind in kürzester Zeit gleich wieder weg. Die Nachfrage ist viel grösser als das Angebot», so Claudia Staub. Besonders Hunde seien ein Renner. Grund dafür sei, dass die Leute aktuell mehr Zeit hätten und sich einsam fühlten, sagt Erika Bolt vom Tierschutzverein in der Stadt St.Gallen. «Was die wenigsten aber bedenken, ist, dass ein Hund bis zu sechzehn Jahren alt werden kann», so Bolt.

Unüberlegte Tiervermittlungen kommen aber beim Tierheim Sitterhöfli – bei dem das Tierwohl an oberster Stelle steht – nicht in Frage: «Wir haben schon das Gefühl, dass sich die Leute ihrer Entscheidung bewusst sind. Ausserdem gibt es eine Probezeit», sagt Claudia Staub. Doch trotz der hohen Nachfrage bleibt die Zukunft für das Tierheim Sitterhöfli ungewiss, denn die «Ferientiere» gehörten zu den Haupteinnahmequellen: «Bald habe ich mehr Angestellte als Tiere», sagt Heinz Staub.

70 Prozent der Einnahmen sind im Jahr 2020 weggebrochen. Bild: zVg

Seit 1978 kümmert sich der Tierpfleger mit viel Herzblut um die unterschiedlichsten Tiere. Eigentlich würde er nun gerne - nach 42 Jahren - in den Ruhestand gehen, aber einen Nachfolger zu finden, sei in der aktuellen Situation sehr schwierig.

«Bringen Sie die Tiere vorbei»

Trotz den dunklen Aussichten wollen die Staubs aber nicht aufgeben und ihren Tierpflegerinnen, Lehrlingen und Praktikanten nicht kündigen. Sie hoffen, dass bald wieder mehr los sein wird: «Falls jemand in Quarantäne oder ins Spital muss und die Tiere alleine bleiben, dann kontaktieren Sie uns. Wir kümmern uns mit Freude um die Tiere», so Heinz Staub.

Der Grund: Viele Menschen sitzen zu Hause und damit fallen die Tierpensionen weg. Bild: zVg

stgallen24 findet:

Wenn sich jemand mit so viel Herzblut, Engagement und Liebe um Tiere kümmert wie das Ehepaar Staub, verdient das unseren grössten Respekt. Dass ihm nun unverschuldet ein grosser Teil des Umsatzes weggebrochen ist, ist für das einzige Tierheim in der Agglomeration St.Gallen dramatisch: Sein Weiterbetrieb ist infrage gestellt.

Jeder kann das Sitterhöfli in der Not unterstützen - so wie das Sitterhöfli unzähligen Tieren in Not schon geholfen hat: Indem er sein Tier vorbeibringt, wenn er nach einem temporären Platz für seinen Liebling sucht. Oder auch einfach durch eine milde Gabe, die mithilft, den Betrieb des Tierheims weiterzuführen.

Und weil bald Weihnachten ist: Tierliebhaber freuen sich mit Sicherheit, wenn man in ihrem Namen eine Spende ans Sitterhöfli auslöst. Ein viel sinnvolleres Geschenk ist wohl kaum zu finden - und es macht erst noch mehrfach Freude: Dem Spender, dem Beschenkten und den vielen Tieren im Sitterhöfli.

Spendenkonto:  Stiftung Sitterhöfli,
Postfinance IBAN CH96 0900 0000 8556 7567 3

Miryam Koc