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Wittenbach
25.11.2020
25.11.2020 11:34 Uhr

Zwei Szenarien für das Alterszentrum Kappelhof

Das Alterszentrum Kappelhof AG hat den Auftrag erhalten, eine Gesamtstrategie auszuarbeiten, die aufzeigt, wie das Alterszentrum bis ins Jahr 2035 die nötigen Pflegeheimplätzen einrichtet.

Mitte Dezember 2019 hat der Verwaltungsrat der Alterszentrum Kappelhof AG (AZK AG) entschieden, das geplante Haus 4 nicht zu realisieren. Der Betrieb des Alterszentrums könne mit dem Neubau gesamthaft nicht mehr wirtschaftlich geführt werden.

So lautete das Ergebnis des entsprechenden Gutachtens, das Anfangs 2020 von einem Gegengutachten des Gemeinderates gestützt wurde. Darauf erhielt die AZK AG den Auftrag, eine Gesamtstrategie auszuarbeiten, die aufzeigt, wie das Alterszentrum bis ins Jahr 2035 die nötigen Pflegeheimplätzen einrichtet. Diese Gesamtstrategie liegt nun vor.

Veränderte Rahmenbedingungen

Damit die passende Stossrichtung für die Zukunft des Alterszentrums definiert werden kann, wollte der Verwaltungsrat erst die aktuelle Situation beleuchten. So zeigte die entsprechende Analyse, dass sich die Rahmenbedingungen seit 2011, als das Haus 4 geplant wurde, massgeblich geändert haben.

Beispielsweise hat der Kanton die Planungszahlen in Bezug auf die Pflegeplätze verringert. Aktuell stellt Wittenbach 100 Pflegeplätze zur Verfügung, 50 weitere müssen bis im Jahr 2035 dazu kommen. «Wäre das Haus 4 gebaut worden, hätten wir bis 2035 ein Überangebot an Pflegebetten und ein leeres Bett kostet 60 bis 100 Franken pro Tag» sagt Oliver Gröble, Verwaltungsratspräsident der AZK AG.

Zu weiteren Erkenntnissen im Rahmen einer Studie gelangte der Verwaltungsrat in Bezug auf den Sanierungsbedarf. Seit 2003/2004 wurden nur minimale Renovationsarbeiten getätigt, entsprechend stehen insbesondere bei den Häusern 1 und 2 aufwendige und kostenintensive Sanierungsmassnahmen an. Gebäudehülle, Heizanlage, technische Installationen, Fenster sind Beispiele für den Sanierungsbedarf.

Sechs unterschiedliche Szenarien

Die umfassende Analyse lieferte die Grundlagen für den Blick in die Zukunft. «Wir wollen ein bedarfsgerechtes, wirtschaftliches, finanzier- und betrieblich umsetzbares Angebot für unsere pflegebedürftigen Einwohnerinnen und Einwohner schaffen», fasst Oliver Gröble die Vision des Verwaltungsrates zusammen.

Für die Umsetzung dieser Vision wurde der Fächer für Optionen breit aufgespannt und sechs verschiedenen Szenarien skizziert, die teilweise aufeinander aufbauen: Die reine Sanierung der Gebäude; Erhöhung der Pflegeplätze im Haus 3; Erweiterung Anzahl Pflegeplätze mittels Anbau; kompletter Neubau für das gesamte Angebot; Übertragung der stationären Pflege an private Institutionen.

Nach der Beurteilung und Bewertung der Szenarien anhand eines Kriterienkatalogs, hat der Verwaltungsrat entschieden, nur die zwei erfolgversprechendsten Szenarien weiterzuverfolgen.

Szenario: Sanierung, Verdichtung und Neubau

Diese Variante sieht vor, dass die notwendigen Sanierungen an den Gebäuden 1–3 vorgenommen werden. Zudem gilt es, die grossen Wohneinheiten im Haus 3 so umzugestalten, dass zusätzliche Betten möglich sind. Da trotz dieser Innenverdichtung die vorgegebenen 150 Betten bis 2035 nicht erreicht werden können, wäre ein Anbau an das Haus 3 zu erstellen.

Szenario: Neubau und Umnutzung der bestehenden Gebäude

Diese Stossrichtung basiert auf einem kompletten Neubau für ein Gesundheitszentrum. In dem Neubauprojekt wäre nebst der stationären Pflege auch eine Vielzahl von weiteren Leistungen für die ältere Bevölkerung vorgesehen. Drittnutzer wie beispielsweise Spitex, Arztpraxis oder Therapieräume runden das Angebot im Gesundheits- und Pflegebereich ab. Wie ein solches Projekt finanziert werden könnte und wo ein möglicher Standort wäre, soll nun im Weiteren geklärt werden.

Entscheidung im Frühling 2021

Der Verwaltungsrat der AZK AG hat dem Gemeinderat das Strategiepapier vorgestellt. Dieser ist auch der Meinung, dass die zwei vorgängig skizzierten Szenarien vertiefter geprüft werden sollen. Der Verwaltungsrat wird somit bis im Frühling 2021 die beiden Stossrichtungen weiter ausarbeiten, konkretisieren und die Ergebnisse mit dem Gemeinderat besprechen. Dann soll ein Entscheid gefällt werden, welches Szenario umgesetzt wird. Ab Mai 2021 könnte schliesslich mit dem Umsetzungsprozess gestartet werden. Unabhängig, welches Szenario gewählt wird, soll kurzfristig im bestehenden Alterszentrum Kappelhof eine Demenzabteilung realisiert werden. Für detailliertere Informationen, besteht die Möglichkeit, den vom Verwaltungsrat erarbeiteten Bericht bei der Ratskanzlei einzusehen.

mik/pd