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Stadt St. Gallen
24.11.2020
24.11.2020 12:46 Uhr

Pandemie schlägt auf Schützengarten-Absatz

Die St.Galler Brauerei Schützengarten präsentiert ein durchzogenes Ergebnis: Qualitätsauszeichnungen, ein Verkaufshoch im August und September sowie neue Biere waren Lichtblicke im Gegensatz zum Verkaufsrückgang von 14 Prozent.

Zu Beginn des Braujahres 2019/20 knüpfte die Brauerei Schützengarten an die soliden Zahlen des vorangegangenen Jubiläumsjahres an. So konnte sie von Oktober 2019 bis Februar 2020 ein schönes Umsatzplus von rund 5% gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Die drastischen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie zogen in der Folge aber nicht spurlos an der ältesten Brauerei der Schweiz vorbei.

Gastronomie und Eventbereich mit Absatzrückgängen

Die Gastronomie ist das stärkste Kundensegment der Brauerei und von den Einschränkungen wegen der Pandemie besonders betroffen. So gaben gemäss Reto Preisig (Bild), Vorsitzender der Geschäftsleitung, dort die Umsätze von März bis Mai um 50 bis 70% nach. Das Geschäft mit Events und Veranstaltungen brach gar komplett ein.

Ein grosser Lichtblick waren die Sommermonate, in denen die vielen Daheimgebliebenen die hervorragenden Wetterbedingungen geniessen konnten und die Gastronomie den Durst der Urlauber wieder stillen durfte.

Detailhandel mit Zuwachs

Hingegen konnte Schützengarten im Detailhandel, bei der Belieferung von Privatkunden (Heimlieferdienst) sowie im Online-Handel zulegen. Besonders gross war das Umsatzplus bei den Schützengarten Getränkemärkten. Diese Zunahmen genügten aber nicht, um die Verluste in der Gastronomie und bei den Events auszugleichen. Mit Verkaufsrückgängen von 14% wird deshalb das Pandemie-Jahr einen etwas unrühmlichen Platz in der sonst so erfolgreichen Geschichte des Unternehmens einnehmen.

Im Vergleich zum Bierabsatz von Schützengarten entwickelte sich der Schweizer Gesamtbiermarkt mit einem Verlust von 2,2% etwas besser. Der Markt ist geprägt von einem starken Detailhandelskanal, welcher dank gestiegener Frequenzen um 7,6% zulegen konnte und so die Verluste der Gastronomie (-23%) fast kompensieren konnte. Profitieren von dieser Entwicklung konnten v.a. die im Detailhandel stark vertretenen Importbiere, die seit längerem wieder eine Zunahme erfuhren.

Bestätigung des hohen Qualitätsniveaus

Neben diesen Herausforderungen durfte Schützengarten im vergangenen Braujahr auch freudige Nachrichten vermelden. So konnte sich das Team um den Technischen Direktor Richard Reinart über den Gewinn verschiedener Auszeichnungen freuen. An einem internationalen Wettbewerb wurde der Brauerei vom renommierten Verlag Meininger’s sogar der Titel «Craft-Brauer des Jahres international» verliehen. Dabei wurde Schützengarten Alkoholfrei zum «Alkoholfreien Bier des Jahres 2020» ernannt und das Säntisbier erhielt die Auszeichnung «Kellerpils des Jahres 2020». Als «Craft Beer des Jahres 2020 international» wurde der Rum-Bock aus der Schützengarten Kreativ-Brauerei Brauwerk gekürt.

Der erneute Gewinn internationaler Auszeichnungen bestätigt die konstant hohe Qualität der St.Galler Biere.

Mit Neuheiten für die Zukunft gerüstet

Kreativität und Innovation ruhten in der Brauerei Schützengarten auch während des vergangenen Geschäftsjahres nicht. So präsentierte Schützengarten gleich zwei Bierneuheiten auf dem Schweizer Markt. Mit dem India Pale Alkoholfrei gelang dem Brauer-Team ein alkoholfreies, etwas stärker gehopftes Bier, welches die gehobenen Ansprüche einer Bierkennerin oder eines Bierkenners erfüllt. Auch das kürzlich lancierte Hopfenzupfer-Bier, welches mit Schweizer Frischhopfen gebraut wurde, lässt die Herzen von Bierfreunden höherschlagen. Diese Bierspezialität ist saisonbedingt nur in limitierten Mengen erhältlich.

«Mit den neuen Bieren erweitern wir unser Sortiment, um bestehende Fans und auch neue Kunden zu überraschen und zu gewinnen», so Richard Reinart, Technischer Direktor der Brauerei Schützengarten.

Gutscheine anstelle Personalfest

Auf ihr traditionelles Weihnachtsessen muss auch die Brauerei Schützengarten in diesem Jahr verzichten. Für die bevorstehende Weihnachtszeit hat sich die Geschäftsleitung daher etwas Spezielles einfallen lassen: «Unser Weihnachtsessen hat grosse Tradition. Aufgrund der aktuellen Umstände fällt es dieses Jahr leider zum ersten Mal aus. Stattdessen schenken wir allen Mitarbeitern einen Gutschein für ein Abendessen zu zweit bei einem unserer Gastronomiekunden ihrer Wahl», sagt Reto Preisig, Vorsitzender der Geschäftsleitung.

Die Idee stösst auf viel Zuspruch. Vielen Gastronomen schmerzen die fehlenden Weihnachtsanlässe sehr. Mit dieser Massnahme unterstützt Schützengarten die Gastronomie gezielt. Und auch die Mitarbeitenden freuen sich über diese Geste.

PD/stz.