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Kultur
24.11.2020
24.11.2020 10:43 Uhr

«Die lächerliche Finsternis» im Theater

Der St.Galler Schauspieldirektor Jonas Knecht inszeniert den Hörspieltext «Die lächerliche Finsternis» von Wolfram Lotz als szenisches Konzert.

Der Stoff hat eine lange Geschichte und in der Literatur und im Kino Spuren hinterlassen. 1899 erzählte Joseph Conrad in seinem Roman Herz der Finsternis vom englischen Seefahrer Marlow, der den Auftrag erhält, im Dschungel den Leiter einer Kolonialstation ausfindig zu machen. Marlows gefährliche und beschwerliche Reise hat Werner Herzog 1972 zu seinem Abenteuerfilm Agiurre – Der Zorn Gottes inspiriert und war die Basis für Francis Ford Coppolas Apocalypse Now von 1979. Wolfram Lotz hat 2013 eine Hörspielversion geschaffen.

Der deutsche Dramatiker, Hörspielautor und Lyriker verlegt die Geschichte in den Hindukusch und begleitet Hauptfeldwebel Oliver Pellner und Unteroffizier Stefan Dorsch auf der Suche nach dem durchgedrehten Oberstleutnant Deutinger, der zu liquidieren ist. Im Verlauf der Reise werden irrwitzige Geschichten erzählt, und es kommt zu Begegnungen, die in ihrer scheinbaren Willkürlichkeit an Traumsequenzen erinnern.

Jonas Knecht sieht die Flussfahrt als Kopf-Trip, als Fahrt ins Innere der beiden Menschen. Er inszeniert sie als szenisches Konzert mit den Live-Musikern Nico Feer, Martin Flüge und Andi Peter. „Das Publikum wird über weite Strecken Kopfhörer aufhaben und so auf intime Weise, jede und jeder für sich, lauschen und den Text erleben können. Dann wird es zum wirklichen Trip ins Innere“, sagt Jonas Knecht.

Über Wolfram Lotz

Wolfram Lotz, 1981 in Hamburg geboren, ist ein Meister der flirrenden Übergänge von Ernsthaftigkeit zu Ironie und zurück. Was ihn auszeichnet, ist die Fähigkeit, „ernste Themen mit einem Augenzwinkern zu behandeln und in Ironie zu verpacken, dass sie erst mal leicht, lustig und gut geniessbar rüberkommen“, sagt Jonas Knecht. „Dann gibt es plötzlich einen totalen Bruch, und es geht so richtig um etwas: um Zwischenmenschliches, um Ängste, um Menschen, deren Seelen offengelegt sind.“

Einführungsmatinee
Sonntag, 6. Dezember 2020, 11 Uhr, Lokremise

Vorstellungen
Samstag, 5. Dezember 2020, 20 Uhr (Premiere)
Donnerstag, 10. Dezember 2020, 20 Uhr
Dienstag, 15. Dezember 2020, 20 Uhr
Mittwoch, 16. Dezember 2020, 20 Uhr
Samstag, 19. Dezember 2020, 20 Uhr
Dienstag, 22. Dezember 2020, 20 Uhr

Weitere Termine ab 23. Februar 2021

Premiere Mittwoch, 9. Dezember 2020
Zeit 20 Uhr
Ort Lokremise

Inszenierung Jonas Knecht
Ausstattung Markus Karner
Sounddesign Albrecht Ziepert
Dramaturgie Stefan Späti

Hauptfeldwebel Pellner Birgit Bücker
Unteroffizier Dorsch Anna Blumer
Lodetti / Stojkovič / Reverend Lyle Carter / Chor Anja Tobler

Tofdau / Papagei / Chor Jeanne Le Moign
Ultimo Michael Pussi / Chor Fabian Müller
Oberstleutnant Deutinger / Kriegsberichterstatter / Chor Moritz Bürge

Live-Musik Nico Feer, Martin Flüge, Andi Peter

mg/pd