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Schweiz
05.01.2026
06.01.2026 00:50 Uhr

Reporter ohne Skrupel belagern Crans-Montana

Fernsehteams und Journalisten aus der ganzen Welt belagern Crans-Montana – zum Teil mit bedenklichen  Methoden
Fernsehteams und Journalisten aus der ganzen Welt belagern Crans-Montana – zum Teil mit bedenklichen Methoden Bild: Thomas Renggli
Crans-Montana steht Tage nach der Brandkatastrophe unter Schock. Während Ermittlungen zur Schuldfrage laufen und Opfer identifiziert werden, gerät auch das Verhalten der Medien in die Kritik.

Vier Tage nach dem verheerenden Brand in der Bar «Le Constellation» ermitteln die Walliser Behörden gegen das Betreiber-Ehepaar Jessica und Jacques Moretti wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Brandstiftung.

Als Brandursache gelten Wunderkerzen, die an Champagnerflaschen befestigt waren und den Schaumstoff an der Decke entzündeten. Parallel prüfen die Ermittler auch Inspektionsunterlagen der Gemeinde.

Das jüngste Opfer ist 14

Mittlerweile konnten alle Todesopfer identifiziert werden, das jüngste war 14 Jahre alt.

Zahlreiche Verletzte wurden in spezialisierte Kliniken im Ausland verlegt. Das Wallis bleibt im Ausnahmezustand.

Verkleidete Reporter

Zunehmend scharf fällt die Kritik am medialen Umgang mit der Tragödie aus. Wie bekannt wurde, sah sich das Spital in Sitten gezwungen, einen Sicherheitsdienst aufzubieten, um Patienten und Angehörige vor Übergriffen zu schützen.

Hintergrund: Einzelne Journalisten sollen versucht haben, sich in Spitalkleidern als Ärzte oder Pflegepersonal auszugeben, um Zugang zu Patientenzimmern zu erhalten.

Die Frage nach der Ethik

Dieses Vorgehen sorgt weit über die Schweiz hinaus für Empörung. Auch aus dem Ausland wird der Ton in Teilen der Berichterstattung und in sozialen Netzwerken als zynisch und respektlos kritisiert.

Der Fall wirft erneut Fragen nach journalistischer Ethik, Grenzen der Recherche und dem Schutz von Opfern in Ausnahmesituationen auf.

Während Politik und Bevölkerung der Opfer gedenken und Einsatzkräfte würdigen, bleibt damit nicht nur die strafrechtliche Verantwortung zu klären – sondern auch jene der Medien.

Thomas Renggli
Demnächst