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Kanton
02.01.2026

JSVP will mehr Ausschaffungen

Die JSVP sieht in 16 Kantonen Defizite bei der Ausschaffung krimineller Ausländer und kündigt darum eine Vorstoss-Aktion dazu an (Symbolbild)
Die JSVP sieht in 16 Kantonen Defizite bei der Ausschaffung krimineller Ausländer und kündigt darum eine Vorstoss-Aktion dazu an (Symbolbild) Bild: Pixabay
15 Jahre nach dem Ja zur Ausschaffungsinitiative sieht die Junge SVP Schweiz noch keine saubere Umsetzung des Volkswillens und lanciert nun koordinierte Vorstösse in 16 Kantonen, darunter St.Gallen.

Es war jahrelanger Druck seitens der SVP nötig (insbesondere alt Nationalrat Toni Brunner liess mit seiner «Strichliliste» nicht locker), bis der Bund endlich mit ersten Zahlen zu Ausschaffungen rausrückte. Obwohl die Umsetzung der Ausschaffungs-Initiative bereits seit 2016 in Kraft ist, wurden erst 2024 erste Zahlen veröffentlicht.

Alarmierend sind dabei nicht nur die tiefen Zahlen bei den Ausschaffungsentscheiden. Beschämend sind die beträchtlichen Unterschiede der Vollzugsquoten in den Kantonen.

Nur gerade in sechs Kantonen wurden mehr als 90 % der verordneten Landesverweise im Jahr 2024 auch tatsächlich vollzogen: Nämlich in Appenzell-Ausserrhoden, Appenzell-Innerrhoden, Glarus, Zug (alle 100 %) sowie in Basel-Stadt (96,60 %) und Solothurn (96,30 %).

Sechs Kantone unter 60 Prozent

In mehreren Kantonen scheint man sich hingegen um den verfassungsmässigen Auftrag und den Respekt gegenüber dem Souverän zu foutieren. Am schlimmsten schneiden die Kantone Wallis, Basel-Land, Waadt, Genf, Jura und Neuenburg ab – überall dort wurden weniger als 60 % der verordneten Landesverweise krimineller Ausländer vollzogen.

Die sogenannte «Härtefallklausel», die gegen den Willen der SVP in die Gesetzgebung eingefügt wurde, scheint gewissen Gerichten im Weiteren wie befürchtet dazu zu dienen, die Umsetzung des Rechts aus politischen Gründen zu verweigern.

Dort stehen nicht mehr die Opfer und die Sicherheit der Bevölkerung im Zentrum, sondern offenbar ausländische Straftäter, die als Gäste in unser Land gekommen sind und dieses Gastrecht missbraucht haben. Die «Härtefallklausel» dient also – wie die SVP schon immer gewarnt hat, als reine «Täterschutzklausel».

Vorstösse in 16 Kantonen inklusive St.Gallen

In denjenigen Kantonen, in welchen die Vollzugsquote nicht akzeptabel ist, sprich unter 80 % liegt, also Luzern (77.60 %), Bern (76.80 %), Thurgau (73 %), Graubünden (71.40 %), St.Gallen (69.30 %), Nidwalden (66.70 %), Zürich (65.20 %), Schaffhausen (62.50 %), Freiburg (62%), Aargau (61.20 %), Wallis (55.20 %), Basel-Land (53.80 %), Waadt (45.30 %), Genf (44.80 %), Jura (30.80 %) und Neuenburg (28.80 %) werden Vertreter von SVP und Junger SVP – koordiniert von der Jungen SVP Schweiz – in den kommenden Wochen gezielte parlamentarische Vorstösse einreichen.

Diese Vorstösse sollen einerseits Klarheit über die Gründe der verschlampten Umsetzung der Ausschaffungsinitiative schaffen und andererseits eine Kurskorrektur bewirken.

JSVP fordert konsequente Ausschaffungen

«Kriminelle Ausländer müssen endlich gemäss Volkswillen konsequent ausgeschafft werden, ob es den Politikern passt oder nicht!», sagt Nils Fiechter, Präsident Junge SVP Schweiz und Grossrat im Kanton Bern.

Folgende Interpellationen werden eingereicht:

  • Wie rechtfertigt der Regierungsrat, dass der Kanton XY bloss XY % der verordneten Ausschaffungsentscheide krimineller Ausländer im Jahr 2024 vollzogen hat – wo es doch mehrere Kantone gibt, die 100 % aller entschiedenen Landesverweise problemlos durchsetzen konnten?
  • Listen Sie jene verordneten Ausschaffungsentscheide, die nicht vollzogen wurden, in anonymisierter Form auf und begründen Sie diese Nichtvollzugsentscheide.
  • Was entgegnet der Regierungsrat den Stimmen, die der Ansicht sind, die tiefe Vollzugsquote des Kantons XY bei Ausschaffungen untergrabe das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung und die Politik im Allgemeinen?

In der unten angehängten PDF-Datei ist die im Kanton Bern von den JSVP-Grossräten Stephanie Gartenmann, Adrian Spahr, Sandra Schneider, Maxime Ochsenbein und Nils Fiechter eingereichte Interpellation zu finden.

Auf Basis der Interpellationsantworten werden in einem weiteren Schritt Motionen eingereicht, welche den konsequenten Vollzug der verordneten Ausschaffungsentscheide verlangen.

Junge SVP Schweiz / Redaktion Linth24
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