Zehn Taucher wagten sich am Neujahrstag um 10.30 Uhr in den rund fünf Grad kalten Bodensee. Ausgerüstet mit Sauerstoffflaschen, Trockentauchanzügen und darunter einer Schicht Thermowäsche stiegen sie bei der Mole nahe dem Kornhaus ins Wasser.
Ein Prosit unter Wasser
Diese spezielle Ausrüstung ist dabei alles andere als Luxus. «Ohne diese Bekleidung würden die Taucher höchstens fünf Minuten überleben», erklärt SRLG-Präsident Mauro Montagner. Als Faustregel gelte bei kaltem Wasser eine Überlebenszeit von rund einer Minute pro Grad – abhängig von der körperlichen Verfassung.
Damit das Abtauchen überhaupt möglich war, wurden die Jackett-Taschen der Taucher zuvor, abgestimmt auf das jeweilige Körpergewicht, mit Blei gefüllt. Bei einer Teilnehmerin reichte das Gewicht zunächst nicht ganz aus – sie musste noch einmal zurückschwimmen und nachladen, bevor es endgültig in die Tiefe ging.
Nach dem Einstieg schwammen die acht Männer und zwei Frauen weiter hinaus in den See. Höhepunkt des rund einstündigen Unterwasser-Spaziergangs war auch in diesem Jahr das nicht ganz einfache Anstossen mit einem Glas Sekt – ein Ritual, das viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung erfordert.
Nach knapp einer Stunde kehrten die Teilnehmer schliesslich wieder an Land zurück, wo sie sich rasch aufwärmen konnten. Vom Ufer aus verfolgte eine kleine Gruppe Schaulustiger das Geschehen. «Diese Tradition, um das neue Jahr zu begrüssen, pflegen wir bereits seit 1961», erzählt Montagner stolz.
Der SRLG-Sektion Rorschach gehören rund 70 Mitglieder an, davon 25 aktive Einsatzkräfte. Das Einsatzgebiet der Seerettung Rorschach erstreckt sich von Steinach bis Rheineck.