Die uneingeschränkte Aufnahme von Ukrainern, welche in der Schweiz von einer vollumfänglichen finanziellen Versorgung profitieren, schaffe Ungerechtigkeiten gegenüber ihren Landsleuten, die in ihrer Heimat Militärdienst leisten, findet die SVP Kanton St.Gallen.
Damit beeinträchtige die Schweiz indirekt die Möglichkeit der Ukraine, sich militärisch zur Wehr zu setzen: «Denn mittlerweile ist bekannt, dass die ukrainische Armee Schwierigkeiten hat, genügend Soldaten für die Verteidigung ihres Landes gegen die Angriffe Russlands zu rekrutieren.»
Auch Männer im Ausland wehrpflichtig
Vor diesem Hintergrund beschloss das ukrainische Parlament im April 2024 ein verschärftes Mobilisierungsgesetz. Seither sind auch Männer im wehrfähigen Alter, die sich im Ausland befinden, verpflichtet, sich bei der Armee registrieren zu lassen. Ohne diese Registrierung werden ihnen in den ukrainischen Botschaften keinerlei Dokumente mehr ausgestellt.
Die Schweiz diskutiert derzeit über indirekte Waffenlieferungen an die Ukraine. «Dies steht im klaren Widerspruch zur Neutralität», findet die SVP Kanton St.Gallen. «Gleichzeitig bestehen finanzielle Anreize für wehrpflichtige Ukrainer, sich in die Schweiz abzusetzen und die Verteidigung ihres Landes anderen zu überlassen.»
«Schweiz schwächt Verteidigungsfähigkeit»
Die ukrainische Armee benötige nicht nur Soldaten für den Einsatz an der Front, sondern auch viel Personal im Bereich der Sanität, Logistik und Administration. «Es ist deshalb nicht nachvollziehbar, dass die Schweiz mit ihrer Politik, wenn auch unbeabsichtigt, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine schwächt», betont die SVP Kanton St.Gallen.
Sie prüft daher die Einreichung von entsprechenden parlamentarischen Vorstössen auf Bundesebene und im St.Galler Kantonsrat mit dem Ziel, «Ukrainer im wehrpflichtigen Alter zu veranlassen, in ihr Heimatland zurückzukehren und ihren Beitrag für die Verteidigung ihres Landes zu leisten.»