«Seit die Wettbewerbsvorlage 2020 im Stadtparlament war, habe ich versucht, dem Stadtrat klarzumachen, dass er seinen Entscheid doch nochmals überdenken soll wegen der Boppiwiese, da es regen Widerstand aus dem Quartier Bruggen gibt.
Ich hatte den Glauben daran, dass der Stadtrat einlenkt, wenn man ihm den Widerstand aufzeigt.
So lancierte ich eine Petition im Jahr 2021, welche am 2. Juli dem Stadtrat mit 1386 Unterschriften übergeben wurde. Den Stadtrat hat es kaltgelassen.
Der Stadtrat gab öffentlich zu, dass er den Fehler gemacht hat, das Quartier nicht bei der Standortfrage einbezogen zu haben – und somit nichts aus früheren Fehlern gelernt zu haben.
Doch gemacht hat der Stadtrat nichts, um den Fehler zu beheben.
Er hat sich auf den Standpunkt gestellt: Wir planen weiter am geplanten Standort, das Quartier soll noch über die Aussenraumgestalltung reden, mehr nicht.
An der Podiumsdiskussion im Jahr 2021 hat der Stadtrat live gespürt, wie wichtig dem Quartier die Wiese ist. Bei einem vollen Saal und doch sehr aufgeheizter Stimmung müsste es doch endlich möglich sein, den Stadtrat dazu zu bewegen, den Fehler zu korrigieren, dachte ich mir.
Doch weit gefehlt.
Nach vielen Gesprächen, mit dem Stadtrat, bei Veranstaltungen auf dem Areal und bei der Projektpräsentation der Stadt war klar: Der Stadtrat lässt nicht mit sich über den Standort reden, nein, er betonte bei jeder Gelegenheit: Über den Standort reden wir nicht mehr.
Somit haben die Stadt und die IG Boppiwiese beschlossen, ihre Wege zu gehen.
Die Stadt machte die Partizipation der Aussenraumgestalltung; die IG Boppiwiese lancierte parallel die Initiative, um möglichst keine Zeit zu verlieren. Dem Stadtrat war von Anfang an bewusst, dass wir eine Initiative lancieren werden, wenn es nicht zu einer erneuten Standortevaluatiuon mit dem Quartier kommt.
Der Stadtrat hat keinen Millimeter auf das Quartier zugemacht, sondern vom Quartier verlangt, über seine rote Linie, den Standort, zu springen und am Schluss gegebenenfalls alles zu verlieren. Alles bedeutet, die Wiese ist bebaut – und der heutige Standort kann nicht aufgegeben werden, weil dort Schulraum gebraucht wird. Weil man es verschlafen hat, eine komplette Schulraumentwicklung im Boppartshof zu planen und umzusetzen.
Warum soll ein Quartier für die Fehler des Stadtrates geradestehen?
Hätte der Stadtrat Grösse gezeigt, wäre er ins Parlament und hätte gesagt: Wir haben Fehler gemacht und wollen diese nun beheben. Ich bin überzeugt, er hätte viel Lob eingefahren. Doch diese Grösse hat der Stadtrat nicht; er versteckt sich hinter dem Auftrag des Parlaments.
Somit stimmen wir am Sonntag über den Erhalt der Boppiwiese ab und keineswegs über Fachkräftemangel, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder ähnliche Themen, denn wir haben bereits heute eine Tagesbetreuung. Ja, wir benötigen mehr Platz und Verbesserungen in der Organisation, doch dazu gäbe es rasche Lösungen, wenn man wollte.
Hätte der Stadtrat gewollt, wären wir heute schon viel weiter. Der Stadtrat hatte es in seiner Hand, doch er wollte nicht.
Ich stimme aus tiefster Überzeugung am Sonntag Ja zur Zonenplaniitiative «Tagesbetreuung Boppartshof Ja – auf der Spielwiese Nein».
Tun Sie es auch, denn wer weiss, nächstes Mal macht der Stadtrat in Ihrem Quartier vielleicht dasselbe: Er übergeht das Quartier und somit die Bewohner dieser Stadt.»