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Stadt St. Gallen
07.07.2020
07.07.2020 14:13 Uhr

Viele Kinder können kein Deutsch sprechen

In der Ostschweiz spricht rund ein Drittel beim Eintritt in den Kindergarten überhaupt kein Deutsch. Das sei eine Belastung.

Eine grosse Reportage des «St.Galler Tagblatts» bringt Erschreckendes zutage: Über 30 Prozent aller Kinder in der Ostschweiz, die in den Kindergarten kommen, sprechen kein Deutsch. Und gar rund 50 Prozent haben Deutsch nicht als Muttersprache. Das belastet Kindergärtnerinnen und Lehrer und nivelliert den Unterricht zwangsläufig nach unten.

Was kann dagegen getan werden? Im Tagblatt kommt der Gossauer Schulpräsident Urs Blaser zum Schluss: «Aufrufe an die Eltern bringen nichts.» Dafür sollen nun Kinder bereits in Spielgruppen deutschsprachlich gefördert werden. Doch selbst dieses Angebot kann nicht immer helfen – viele Mirgantenkinder haben gemäss dem Rorschacher Schulpräsidenten Guido Etterlin sogar Mühe, sich in ihrer Muttersprache auszudrüchen. Gründe dafür seien Isolation und zu starker Medienkonsum. «Kinder lernen weder am TV noch mit Computerspielen sprechen.» Und manche Eltern schicken ihre sprachlich benachteiligten Kinder überhaupt nicht in eine Spielgruppe.

Eine Lösung könnte sein, dass Eltern verpflichtet werden, ihre Kinder vor dem Schuleintritt in Deutschkurse zu schicken. Der Thurgau bereitet dazu eine Gesetzesgrundlage vor, St.Gallen wartet noch zu. Heute kann niemand gezwungen werden, seine Kinder beispielsweise in eine Spielgruppe zu schicken.

stgallen24/stz.