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Stadt St.Gallen
27.09.2022
27.09.2022 15:03 Uhr

St.Galler Innenstadt: Viel Gastronomie, wenig Mode

Doch keine Geisterstadt?
Doch keine Geisterstadt? Bild: mik
Gemäss dem «Retailmonitoring Innenstadt St.Gallen» der Firma ImmoCompass AG zeigt sich die gewerbliche Vielfalt der St.Galler Innenstadt als «sehr erfreulich». Während aber das gastronomische Angebot glänzt, reduzierten Kleidergeschäfte ihre Standorte.

Am 27. September präsentierte die Firma ImmoCompass AG das «Retailmonitoring Innenstadt St.Gallen». Dieses analysierte das Gewerbeangebot der St.Galler Innenstadt und verglich es mit den Städten Winterthur, Lugano, Luzern, Biel, Thun und Fribourg.

Weniger Modegeschäfte und bekannte Ketten

Bezogen auf die gesamte Schweiz haben in den vergangenen drei Jahren vor allem Lebensmittelgeschäfte stark expandiert, wohingegen Bekleidungsgeschäfte ihre Standorte reduzierten. Bezogen auf die Stadt St.Gallen sind folgende Kernerkenntnisse aus dem Städtevergleich zu nennen:

• Die Beschäftigung in der Gastronomie nahm in St.Gallen (gesamte Stadt) zwischen 2011 und 2020 um 2% zu, während diese in den Vergleichsstädten um durchschnittlich 6% abnahm.
• Die Beschäftigung im Detailhandel nahm in St.Gallen (gesamte Stadt) im selben Zeitraum um 13% ab. In den Vergleichsstädten lag die Abnahme hingegen bei durchschnittlich 7%.
• Der Anteil an gastronomischen Angeboten in der St.Galler Innenstadt ist mit 28% am höchsten aller Vergleichsstädte. Der Durchschnitt der Vergleichsstädte liegt bei 21%.
• Geschäfte aus dem Bereich «Mode & Schönheit» sind in der St.Galler Innenstadt mit 18% Anteil im Vergleich untervertreten. Hier liegt der durchschnittliche Wert der Vergleichsstädte bei 25%. Dabei ist auf die hohe Anzahl an Uhren- und Schmuckläden in den touristischen Zentren Luzern und Lugano hinzuweisen.
• Im Vergleich zu den anderen Städten hat die St.Galler Innenstadt zudem noch Potential bei Niederlassungen von bekannten Ketten aus verschiedenen Branchen.
• Die Mietpreise in der Innenstadt liegen im Vergleich zu den anderen Städten im Mittelfeld.

Sieben Leerstände

Felix Thurnheer von der Firma ImmoCompass AG attestiert der St.Galler Innenstadt eine sehr gute Situation bei den leerstehenden Gewerberäumlichkeiten. «Aktuell zählen wir lediglich sieben Leerstände und diese sind regelmässig verteilt. Es gibt keine leeren Strassenzüge oder Plätze. Die Innenstadt wirkt belebt und gut nachgefragt», so Felix Thurnherr.

Ralph Bleuer, Präsident von Pro City St.Gallen, bestätigt die zum Teil gute Stimmung in der Innenstadt. «Wir sehen diverse anstehende Neueröffnungen, so z.B. an der Neugasse 46/48 oder an der Multergasse 41 (ehem. H&M). Zudem stehen Umzüge von Globus und PKZ an, welche mit ihren neuen Standorten die Attraktivität der Innenstadt weiter steigern werden.

Die Kundenfrequenzen sind unterschiedlich. Einerseits spürt man, dass der Homeoffice-Anteil in gewissen Büros weiterhin hoch ist und sich deshalb weniger Arbeitsnehmende in der Stadt aufhalten. Andererseits melden diverse Geschäfte, dass die Frequenz und die Umsätze relativ gut bis sehr gut seien», so Ralph Bleuer.

Homeoffice nur noch leicht bemerkbar

«Die innerstädtische Gastronomie spürt das Homeoffice nur noch teilweise. Die Auslastung mittags und abends ist sehr zufriedenstellend. Die überdurchschnittlich hohe Dichte an Gastronomieangeboten in der St.Galler Innenstadt spricht für eine Gastronomiehochburg St.Gallen und ist aus Sicht von Gastro Stadt St.Gallen förderlich für eine hohe Qualität sowie eine ideale Grundlage für eine attraktive Innenstadt», so René Rechsteiner, Präsident von Gastro Stadt St.Gallen.

Hinzu kommt, dass die vielen Veranstaltungen in diesem Sommer, wie z.B. «BigNik», das «New Orleans Festival», «aufgetischt», das St.Galler Fest, die St.Galler Festspiele oder auch der Stadtlauf viel Leben in die Innenstadt brachten. Das ist auch für den Tourismus besonders wertvoll. Der Tourismus bringt zusätzliche Frequenzen in die Stadt. So lag die Anzahl Logiernächte in der Stadt St.Gallen bis Ende Juli 2022 bereits über dem Niveau von 2019 (vor Covid-19).

mik/pd