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Stadt St.Gallen
20.07.2022
20.07.2022 11:38 Uhr

Falsche Polizistin zockt Ehepaar 60'000 Franken ab

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Bild: Kapo St. Gallen
Am Dienstagmittag haben sich Scharlatane bei einem 67-jährigen Mann telefonisch gemeldet. Sie konnten ihn und seine Ehefrau dazu bewegen, 60'000 Franken zu überreichen – dies für die Schwiegertochter, die angeblich in Untersuchungshaft sitzt.

Eine Betrügerin meldete sich telefonisch beim 67-jährigen Mann und gab sich als Polizistin aus. Kurz nach dem Telefonat wurde der Mann von einer hochdeutsch-sprechenden Staatsanwältin angerufen. Diese gab an, dass seine Schwiegertochter in Untersuchungshaft sitze. In Absprache mit dem zuständigen Richter könne die Schwiegertochter gegen Bezahlung einer Kaution in Höhe von 60'000 Franken das Gefängnis verlassen.

Dieser Aufforderung kam der 67-jährige Mann nach und hob zusammen mit seiner 68-jährigen Ehefrau 60'000 Franken vom Bankkonto ab. Die beiden begaben sich an die Adresse, wo sich das Büro der Richterin befinden soll. Dort gab man ihnen an, sie dürfen ohne Covid-Test das Gebäude nicht betreten. Eine angebliche Mitarbeiterin hole das Geld ab und übergebe es der Richterin.

Folglich übergab das Ehepaar das Couvert mit 60'000 Franken der Betrügerin. Anschliessend brach die Täterschaft den telefonischen Kontakt ab.

Nach wie vor werden immer wieder Betrugsversuche von falschen Polizisten festgestellt. Oftmals kommen die Betrüger damit zum Erfolg. Für Detailinformationen zum Thema verweist die Kantonspolizei St.Gallen auf den Beitrag «Falsche Polizistinnen und Polizisten unterwegs», welcher im Fokusbericht 2021 der Kantonspolizei St.Gallen veröffentlicht wurde.

Die Kantonspolizei St.Gallen warnt vor solchen Anrufen und rät Folgendes:

  • Seien Sie skeptisch, wenn sich eine hochdeutsch sprechende Person als lokaler Polizist oder Staatsanwalt ausgibt
  • Lassen Sie sich nicht an die angebliche Polizei weiterverbinden. Wählen Sie die Nummer neu.
  • Die Polizei verlangt von Ihnen niemals Geld, Schmuck oder andere Gegenstände zur Aufbewahrung
  • Im Verdachtsfall melden Sie sich bei einer Polizeistation in ihrer Nähe oder beim Notruf 117
  • Machen Sie einem fremden Anrufer gegenüber keine Angaben über Ihre persönlichen oder finanziellen Verhältnisse
  • Übergeben Sie unbekannten Personen niemals Bargeld und Wertsachen
  • Warnen Sie Bekannte und Verwandte
pez/pd