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Stadt St.Gallen
12.05.2022

«Die nicht geregnet werden»: Wenn das Wasser fehlt

Bild: theatersg.ch
Am Mittwoch, 25. Mai, 20 Uhr, findet in der Lokremise die Uraufführung des Stücks «Die nicht geregnet werden» von Maria Ursprung statt. Das Thema ist brisant und hochaktuell: Es gibt plötzlich kein Wasser mehr.

Zuerst glaubt die Schwimmbadbetreiberin Berit, nur sie habe ein Problem mit dem Wasser, weil es aus ihrem Freibad verschwunden ist. Doch bald zeigt sich: Das Problem sitzt tiefer. Eine Hitzewelle ungeahnten Ausmasses hat das Land erfasst, das Wasser wird knapp und knapper, bis aus den Wasserhähnen kein Tropfen mehr kommt. Eilig muss eine Notversorgung aufgebaut werden. Die Menschen hamstern im Supermarkt, es kommt zu Tumulten.

Warum gibt es kein Wasser mehr?

In «Die nicht geregnet werden» erzählt Maria Ursprung die Geschichte der Schwimmbadbetreiberin Berit und ihrer Freundin Era sowie deren Schwester Ines. Zusammen machen sie sich schliesslich auf die Suche nach dem letzten Wasser. In ihr Schicksal verwoben sind die Erfahrungen einer Klimaforscherin, die seit Jahren vergeblich vor der sich anbahnenden Klimakatastrophe warnt. Ein kleines Fernsehteam begleitet das Geschehen. Und ein Verwaltungsbeamter will mit dem öffentlichen Gut ein privates Geschäft machen. Über allem schwebt die Frage, warum es denn kein Wasser mehr gibt.

«Das Stück bringt einen zum Nachdenken»

Mit ihrem Stück greift die Autorin eines der brennenden Themen der Gegenwart auf. «Mich interessiert Wasser als Menschenrecht und Handelsware. Als blaues Gold. Als etwas, was Schweizer für selbstverständlich halten», sagt Ursprung. Mit der unreflektierten und selbstverständlichen Verfügbarkeit von Wasser ist es in ihrem Stück vorbei. Es gibt kein Wasser mehr zum Duschen, zum Trinken, zum Kochen.

Aber viel schlimmer noch: Die Bergseen sind leer, die Gletscher weggeschmolzen. «Das Stück bringt mich wirklich zum Nachdenken, weil es mich eben nicht aussen vor lässt. Es dockt an unserer Lebensrealität an», sagt Schauspieldirektor Jonas Knecht, der gemeinsam mit Marie Bues Regie führt. 

Die gebürtige Solothurnerin Maria Ursprung schreibt Stücke wie auch Hörspiele und inszeniert neben Schauspielproduktionen auch szenische Konzerte mit Orchestern oder Musikensembles. Ihr Stück «Schleifpunkt» war 2020 zu den Autorentagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen und wurde 2021 am Theater St.Gallen als Online-Inszenierung gezeigt. Auf die kommende Spielzeit hin wird Maria Ursprung Teil des fünfköpfigen Leitungsteams am Aargauer Theater Marie.

Inszenierung: Marie Bues, Jonas Knecht
Ausstattung: Indra Nauck
Musik und Sounddesign: Albrecht Ziepert
Dramaturgie: Armin Breidenbach
Regieassistenz: Maren Watermann
Soufflage und Chortraining: Dorothea Gilgen

Wolke: Birgit Bücker
Freibad (Berit): Anna Blumer
Mikrofon / Gartenzaun / Motorrad: Grazia Pergoletti
Kiebitz (Ines): Pascale Pfeuti
Goldregenpfeifer (Era): Anja Tobler
Verwaltung / Motorrad: Tobias Graupner
Kamera / Motorrad / Brückenwagen: Julius Schröder

Vorstellungen 

Mittwoch, 25. Mai 2022, 20 Uhr (Premiere)

Mittwoch, 1. Juni 2022, 20 Uhr
Dienstag, 7. Juni 2022, 20 Uhr
Donnerstag, 9. Juni 2022, 20 Uhr
Sonntag, 12. Juni 2022, 20 Uhr
Dienstag, 14. Juni 2022, 20 Uhr
Freitag, 17. Juni 2022, 20 Uhr
Dienstag, 21. Juni 2022, 20 Uhr

pez/pd