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Wittenbach
07.05.2022
06.05.2022 15:37 Uhr

Wittenbach will Finanzlage besser einschätzen können

Bild: am Puls
Die Finanzkommission möchte in Sachen Finanzen eine verstärkte Gesamtsicht erhalten. Die Finanzstrategie bietet dazu die entsprechenden Rahmenbedingungen.

Der Jahresabschluss 2021 mit einem Gewinn über 5,3 Millionen Franken gibt zwar Anlass zur Freude, aber ist trotzdem Grund, sich auf dem positiven Resultat auszuruhen. Die Finanzen bleiben weiterhin ein aktuelles Thema, insbesondere bei der Finanzkommission. Diese ist an der Erarbeitung der Finanzstrategie, welche gemäss Gemeindepräsident Oliver Gröble die Leitplanken für die Finanzpolitik in den nächsten Jahren absteckt.

«Diese Strategie ist eine rollende Planung, die uns stets den Handlungsspielraum aufzeigt.» Sie dient somit als Grundlage für die Finanzplanung sowie den Budgetierungsprozess und enthält Ziele wie auch Vorgaben, die es über einen bestimmten Zeitraum zu erreichen gilt. Der Gemeinderat hat das aktuelle Strategiepapier gutgeheissen.

Finanzpolitische Grundsätze

Nur mit gesunden Finanzen kann die Gemeinde ihre Aufgaben dauerhaft erfüllen. Mit diesem Hintergrund werden in der Finanzstrategie folgende Grundsätze angestrebt:

  • Die Rechnung soll langfristig grundsätzlich im ausgeglichenen Bereich liegen.
  • Die langfristige Verschuldung ist in einem tragbaren Bereich zu halten. Tragbar heisst, die Schulden können bedient werden, ohne dass die Erfüllung zentraler Gemeindeaufgaben eingeschränkt werden muss.
  • Die Steuerkraft ist zu stärken und anzuheben. Dies ist mit einer qualitätsvollen Ortsentwicklung anzustreben.
  • Im Eigenkapital sollen sechs bis sieben Millionen Franken Reserven zur Verfügung stehen, damit allfällige Defizite abgefedert werden können und die Gemeinde im Fall einer angespannten Finanzlage den bestehenden Steuerfuss halten kann.

Ziele und Messgrössen

Aufbauend auf den Grundsätzen wurden für die kommenden fünf Jahre die folgenden Ziele abgeleitet:

  • Die Gemeinde reduziert den aktuellen Steuerfuss von 133 auf 125 Prozent.
  • Die Steuerkraft pro Person in der Gemeinde erhöht sich.
  • Die verfügbaren finanziellen Mittel werden effizient und wirkungsvoll eingesetzt. Erweiterungen des Dienstleistungsangebotes kann entsprochen werden, sofern deren Finanzierung die übrigen finanzpolitischen Ziele nicht einschränkt.

Diese Ziele werden anhand von Messgrössen wie Steuerfuss, Steuerkraft und mit acht klassischen Finanzkennzahlen, wie Nettoverschuldungsquotient und Co., beurteilt. Für die Kennzahlen werden Bandbreiten definiert, in welchen die Zielwerte liegen sollen. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte aus der definierten Zeitdauer (aktuell fünf Jahre). «Anhand dieser Zielvorgaben und der tatsächlichen Werte können wir die Finanzlage einschätzen und die prognostizierten Zahlen und Angaben laufend konkretisieren», so Gröble.

Komplexität der Finanzplanung

Die Finanzplanung zeigt die finanzielle Entwicklung der Gemeinde über einen bestimmten Zeitraum auf. «Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, was die Erstellung zu einer komplexen Angelegenheit macht», so Gröble. Gemäss der Finanzstrategie sollen für Wittenbach künftig drei Szenarien der Finanzplanung entwickelt werden – von optimistisch bis pessimistisch.

Dabei werden die finanzpolitischen Ziele mit Inhalten aus dem Gemeindeentwicklungskonzept und der Liegenschaftsstrategie ergänzt und aufeinander abgestimmt. Anhand von Modellrechnungen können die verschiedenen Szenarien durchgespielt werden – dazu dienen die erwähnten Messgrössen.

«Dank der Messgrössen kann früh genug erkannt werden, ob pessimistische Zukunftsszenarien eintreffen», erklärt Oliver Gröble, «das ermöglicht uns, frühzeitig Massnahmen zu ergreifen.» Neu soll zudem pro Quartal eine Abrechnung erstellt werden, damit aufgrund der Quartalszahlen des aktuellen Jahres das Jahresergebnis hochgerechnet werden kann.

am Puls/Isabel Niedermann