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Stadt St.Gallen
06.04.2022

Vom Olivenhain in die Ostschweiz

Vincent Fritsch pflegt persönlichen Kontakt zu seinen Lieferanten
Vincent Fritsch pflegt persönlichen Kontakt zu seinen Lieferanten Bild: PD
Unter griechischer Sonne entstand die Idee für das Start-up des St.Galler Wirtschaftsstudenten Vincent Fritsch und seiner Freunde: Ihr Feinkoststore liefert seither Olivenöl und andere Köstlichkeiten direkt vom Bauern im Süden an die Haustüre. Die Wiederbefüllung der Ölflaschen via Online-Shop gehört zum nachhaltigen Konzept.

«Wer unsere Olivenöl-Nachfüllung nutzt, erreicht eine 87 Mal bessere CO2-Bilanz als beim Flaschenkauf im Supermarkt», sagt Vincent Fritsch stolz. Der 20-jährige Wirtschaftsstudent der OST – Ostschweizer Fachhochschule gründete 2021 einen Feinkosthandel.

Nachhaltigkeit, Fairness und Qualität sind Programm: Fritsch bezieht sein Öl direkt von griechischen Bio-Bauern und liefert bei Bedarf innert 24 Stunden bis zur Haustür – ohne Zwischenhandel, bezahlt wird nur der Inhalt, nicht die Verpackung. Bestellt wird bequem über den eigenen Online-Shop feinkoststore.com

Vier Freunde – eine Mission

Offensichtlich schmeckt das Öl: «Wer einmal bei uns kauft, tut das immer wieder», freut sich Fritsch. Was 2021 mit einer Wagenladung von 150 Litern begann, baute er nach und nach zu einem Unternehmen mit Stammkunden aus.

Der Feinkoststore beliefert seine Kunden derzeit in Österreich und im Kanton St.Gallen mit bereits über 1'500 Litern Olivenöl jährlich. Deshalb holte sich der Jungunternehmer drei Studien- und Wegbegleiter mit ins Boot. Sebastian Rainer, Daniel Costea und Danijel Konjakovic unterstützen ihn tatkräftig beim Management, Controlling und vor allem im Vertrieb.

Dieser umfasst inzwischen auch mehr als Olivenöl: Ob Pasta, Pesto, Bergtee, Kalamataoliven, Olivenpaste, wilder Oregano, Kräutersalze oder Lavendelöl – der Feinkoststore schafft mediterranes Flair und erlesene Köstlichkeiten über die Alpen, aus Griechenland und Italien.

Lassen sich immer wieder befüllen: die schicken Flaschen «The one & oily» von feinkoststore.com Bild: PD

Vom Ferienmuffel zum Feinkosthandel

Seinen Anfang nahm der Feinkoststore während Griechenlandferien. «Rumsitzen ist nicht meins», erinnert sich Fritsch. Also besuchte er einen Olivenölproduzenten und organisierte gleich den ersten Transport in den Norden.

Auch heute hilft er gerne noch selbst bei der Ernte und Pressung vor Ort mit. So bleibt er umtriebig und stets unterwegs. Inzwischen bahnte er neue Kontakte zu Feinkost-Herstellern in Sizilien an oder sucht nach neuen Vertriebskanälen an lokalen Märkten.

Erfolgreich ist der Feinkoststore bereits auch mit Geschenkkörben und Mitarbeitergeschenken für namhafte Firmen. Zudem sind Gastronomen auf ihn aufmerksam geworden. Ihnen bietet der Feinkoststore ein besonderes Erlebnis am Tisch – mit wiederbefüllbaren Flaschen in schickem Design.

«Die Produkte kommen sehr überzeugend daher», lobt etwa Fritschs OST-Professor und Marketingexperte, Christian Heumann. «Sie gehen das unternehmerisch geschickt an.»

Hochwertig, nachhaltig, fair

Alle Produkte stammen direkt vom Bauern, sind biologisch und handgemacht. In puncto Qualität legt sich der Feinkoststore die Latte höher als übliche Standards. «Unser Olivenöl hat weniger als 0.4% Säure, in der EU wären 0.8% erlaubt», so Fritsch.

Sie seien im ständigen persönlichen Kontakt mit allen Produzenten und würden die Herstellungsprozesse vor Ort begutachten. Pestizide oder Gentechnik sind dabei ganz tabu. Infrage kommen nur sonnengereiftes Obst und Gemüse.

«Wir unterstützen unserer Partner dabei, ihre Produkte hochwertig herzustellen, in dem wir auch fair bezahlen.» Das Wiederbefüllungs-System wird aktuell in St.Gallen und Zell am See (Österreich) angeboten – im Umkreis von rund zwanzig Kilometern. Damit wollen die Jungunternehmer auch ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft setzen.

 
leaderdigital.ch/stz.