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Gaiserwald
23.02.2022

Chapf-Quartier soll zur Tempo-30-Zone werden

Bild: gaiserwald.ch
Letztes Jahr ging bei der Gemeinde Gaiserwald die Petition für eine 30er-Zone im Chapf-Quartier ein. Aufgrund der Resultate aus dem Gutachten ist der Gemeinderat bereit, eine Tempo-30-Zone einzurichten.

Die Petition beinhaltete das nördliche Chapf-Quartier – also das Gebiet ab der Postautohaltestelle mit Chapf-, Ahorn-, Eschen- und Tannenstrasse. Damit es im ganzen Quartier bei der Umsetzung der Petition nicht zwei unterschiedliche Temporegimes gibt und das gesamte Quartier an sich prädestiniert ist für eine Tempo-30-Zone, schlägt der Gemeinderat vor, den südlichen Teil (Chapfhalden) und ein Teil des Zubringers ab der Breitschachenstrasse ebenfalls als Tempo-30-Zone auszugestalten.

Für die nötigen Massnahmen hat der Gemeinderat vorsorglich einen Kredit in der Höhe von 190'000 Franken in das Budget 2022 aufgenommen. Die Massnahmen und das Einzugsgebiet werden durch den Gemeinderat jedoch erst nach der Anhörung beziehungsweise Mitwirkung der Betroffenen abschliessend festgelegt.

Die Unterlagen werden ab dem 7. März 2022 unter mitwirken-gaiserwald.ch aufgeschaltet. Als Alternative können die Unterlagen während den Öffnungszeiten im Gemeindehaus, Büro Nr. 22 (Bausekretariat), eingesehen werden. Eingaben zu der Tempo-30-Zone im Chapf-Quartier sind ausschliesslich auf elektronischem Weg bis am 31. März 2022 möglich.

Am 16. März 2022, 19 Uhr, findet eine Online-Informationsveranstaltung statt. Wer teilnehmen möchte, muss sich bis spätestens am 13. März 2022 mit Name und Adresse unter info@gaiserwald.ch anmelden. Alle angemeldeten Personen erhalten daraufhin die nötigen Angaben für die Teilnahme an der Informationsveranstaltung. Allenfalls vorhandene Fragen können bereits mit der Anmeldung eingereicht werden. Die Teilnahme via PC beziehungsweise Notebook funktioniert mit allen handelsüblichen Webbrowsern. Teilnehmer per Smartphone oder Tablet können die kostenlose App «Webex Meet» downloaden.

Bedeutung einer Tempo-30-Zone im Chapf-Quartier:

Um eine Tempo-30-Zone signalisieren zu können, muss durch die Gemeinde ein Verkehrsgutachten ausgearbeitet werden. Der Entscheid für die Signalisation liegt in der Kompetenz der Kantonspolizei. Tempo 30 kann gemäss den gesetzlichen Bestimmungen nicht nur für einen Strassenzug, sondern muss für ein ganzes Gebiet eingeführt werden. Weil die Strassen im Gebiet Chapf ausschliesslich Siedlungsansprüchen dienen und kein Transitverkehr möglich ist, sind sie grundsätzlich für die Anordnung einer Tempo-30-Zone prädestiniert.

Die Verkehrssicherheit kann durch eine Tempo-30-Zone deutlich erhöht werden. Bei vielen Grundstückein- und -ausfahrten im gesamten Quartier bestehen deutlich reduzierte Sichtweiten. Zudem versperren Mauern, Hecken, parkierte Fahrzeuge oder ähnliches den Fahrzeuglenkern häufig die Sicht auf Fussgänger.

Im Weiteren gibt es bei vielen Strassen kein Trottoir. Die Einführung von Tempo 30 reduziert das Geschwindigkeitsniveau und damit die Anhaltestrecke, was die Gefahr von Kollisionen zwischen Fussgängern und Fahrzeuglenkern verringert. Die Reduktion der gefahrenen Geschwindigkeit von 50 km/h auf 30 km/h beeinflusst sowohl die Unfallhäufigkeit wie auch die Unfallschwere. Kollidiert ein Fahrzeug mit 50 km/h mit einem Fussgänger, so liegt dessen Überlebenswahrscheinlichkeit bei 30 Prozent. Bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 30 km/h, steigt die Überlebenswahrscheinlichkeit auf 90 Prozent.

Besonderen Schutz bedürfen Kinder sowie ältere betagte Personen, denen die Quartierstrassen auch als Begegnungs- und Aufenthaltsraum dienen und Teil ihrer täglichen Fussverbindungswege (zur Schule, zum Kindergarten, zum Einkaufen) bilden. Diese Benutzergruppen können eine reduzierte kognitive Fähigkeit haben und es muss von der Möglichkeit ausgegangen werden, dass sie nicht rechtzeitig oder nicht richtig auf die Gefahren reagieren, die vom motorisierten Verkehr ausgehen. Ausserdem wiegen bei Senioren die gesundheitlichen Folgen durch Verkehrsunfälle aufgrund derer Gebrechlichkeit besonders schwer.

Eine Tempo-30-Zone ist mit verschiedenen baulichen Massnahmen beziehungsweise Signalisationen verbunden. Im Chapf-Quartier sollen primär seitliche Einengungen und Strassenmarkierungen zum Einsatz kommen. Bei den beiden Einlenkern Tannen-/Chapfstrasse sowie Chapfhalden-/Chapfstrasse ist ein baulicher Eingriff mit einem Höhenversatz angedacht.

Die Massnahmen und das Einzugsgebiet werden durch den Gemeinderat erst nach der Anhörung beziehungsweise Mitwirkung der Betroffenen abschliessend festgelegt.

pez/pd