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26.11.2021
26.11.2021 06:30 Uhr

Aufruhr auf den Salomonen dauert an

Ausschreitungen haben auch am Freitag die Salomon-Inseln im Südpazifik erschüttert.
Ausschreitungen haben auch am Freitag die Salomon-Inseln im Südpazifik erschüttert. Bild: KEYSTONE/AP/Piringi Charley
Unruhen – Politische Unruhen haben auch am Freitag den Pazifikstaat Salomonen erschüttert. Plünderer zogen durch mehrere Viertel der Hauptstadt Honiara, setzten Gebäude in Brand und räumten Geschäfte leer, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Tausende Menschen, teils mit Äxten und Messern bewaffnet, marschierten durch Geschäftsviertel sowie durch die Viertel China Town und Point Cruz.

In Chinatown setzte die Menge ein Lagerhaus in Brand, was eine Explosion auslöste und zahlreiche Menschen in die Flucht trieb. Es gab auch Berichte über ein in Flammen stehendes Tabaklager. Rauchschwaden hüllten die Hauptstadt in beissenden Dunst.

Anhaltende Proteste

Die gewaltättigen Proteste waren am Mittwoch aufgeflammt. Die Demonstranten fordern den Rücktritt von Regierungschef Manasseh Sogavare. Am Freitag feuerte die Polizei Tränengas und Warnschüsse ab, um zu verhindern, dass Plünderer die Privatresidenz von Sogavare stürmten.

Auf Bitten Sogavares entsandten Australien und Papua-Neuguinea Sicherheitskräfte, welche die Lage in dem Inselstaat beruhigen sollen. Der Regierungschef hatte ausländische Mächte für die Unruhen verantwortlich gemacht. Diese Mächte seien dagegen, dass er einen china-freundlichen Kurs verfolge und Taiwan seit 2019 nicht mehr als unabhängigen Staat anerkenne.

Rivalität zwischen Insel und Regierung

Als eine andere Ursache der Proteste wird die seit langem andauernde Rivalität zwischen der bevölkerungsreichsten Insel Malaita und der Zentralregierung auf der Insel Guadalcanal genannt. Der Chef der Provinzregierung von Malaita, Daniel Suidani, warf Sogavare vor, die Interessen von Ausländern über die der Salomon-Insulaner gestellt zu haben.

Die rund 700'000 Einwohner zählende Inselgruppe, die 2000 Kilometer nordöstlich von Australien im Pazifik liegt, war Anfang der 2000er Jahre in Gewalt zwischen verschiedenen Volksgruppen versunken. Bereits zwischen 2003 und 2017 war auf den Salomonen eine von Australien geführte Friedenstruppe stationiert.

  • Die Unruhen haben bei Häusern und Plätzen der Salomonen Spuren hinterlassen. Bild: KEYSTONE/AP/Piringi Charley
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  • Die Strassen in Honiara, Hauptstadt der Salomonen, sind von Müll übersät. Bild: KEYSTONE/AP/Piringi Charley
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  • An verschiedenen Orten auf den Salomonen sind Häuser abgefackelt worden. Die Rauchschwaden sind aus grosser Entfernung noch sichtbar. Bild: KEYSTONE/AP
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  • Australien hat Truppen auf die Salomonen entsandt, um die Lage zu beruhigen. Bild: KEYSTONE/EPA/MICK TSIKAS
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Keystone-SDA