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Kanton
25.11.2021
25.11.2021 11:06 Uhr

Längerer Tunnel für Netzergänzung Nord

Bild: sg.ch
Das Tiefbauamt hat das Projekt für die Umfahrungsstrasse «Netzergänzung Nord» weiterbearbeitet: Der Tunnel wird 100 Meter länger und die Strasse näher an die Industriezone verlegt. Damit könne mehr Landwirtschaftsfläche erhalten werden und das Landschaftsbild werde deutlich besser geschützt.

Die Netzergänzung Nord sei ein zentrales Element der neuen Stadtumfahrung, um das Zentrum von Wil vom Durchgangsverkehr zu entlasten sowie Raum zu schaffen für zukunftstaugliche Mobilität und ein lebendiges Zentrum. Nach einem intensiven Variantenstudium – 17 Linienführungen wurden geprüft – hatten der Kanton und die Stadt Wil im Sommer 2020 die Linienführung für die Strasse festgelegt, wie es in einer Mitteilung heisst. Mit dem erweiterten Vorprojekt habe der Kanton diese Planung nun verfeinert und verbessert. Gestern hat der Kanton das angepasste Projekt dem Stadtrat und den politischen Parteien in Wil vorgestellt.

Projekt in vielen Punkten verbessert

Die Strassentrasse werde im erweiterten Vorprojekt möglichst nah an die Industriezone verlegt. Weiter verlängere sich der Tunnel von 300 auf 410 Meter. Damit integriere sich der Tunnel optimal in die Topografie, heisst es weiter.

Der Schutz des Landschaftsbilds werde stark verbessert und es werden deutlich weniger Erdarbeiten nötig. Zudem könnten dank der längeren Tunnelführung mehr Fruchtfolgeflächen respektive Landwirtschaftsland erhalten werden.

Die Verlängerung bringe laut dem Kanton zusätzliche Vorteile bei der Führung der Fuss- und Velowege. So vereinfache die Anhebung der Trasse den Bau einer Unterführung für den Wanderweg Industriestrasse – Dreibrunnenstrasse. Mit der zusätzlichen Unterführung Weierhofstrasse werden die Schulwegsicherheit garantiert und die Anbindung des Veloverkehrs Richtung AMP-Strasse verbessert.

Bevölkerung kann mitwirken

Auf der Basis des erweiterten Vorprojekts werden die Bevölkerung, Verbände und Parteien in einem nächsten Schritt eingeladen, sich an der finalen Ausgestaltung zu beteiligen. Dabei gehe es um die Gestaltung der angrenzenden Räume der Strasse (zum Beispiel Böschungen), ökologische Ersatzmassnahmen, Führung der Fuss- und Velowege im Bereich AMP-Strasse und Einmündung AMP-Strasse, Verringerung der Lärmimmissionen (zum Beispiel durch Geschwindigkeitsreduktion, Geländegestaltung) und die Gestaltung der Tunnelportale. Die Mitwirkung soll im ersten Quartal 2022 stattfinden.

Parlamente und Volk entscheiden

Das Bau- und Umweltdepartement werde dem Kantonsrat zur Netzergänzung Nord eine Botschaft vorlegen. Der Beschluss untersteht dem fakultativen Finanzreferendum. Zum anderen äussern sich Stadtrat, Parlament und die Stimmberechtigten der Stadt Wil im Rahmen der Anhörung gemäss Artikel 35 des Strassengesetzes zum Bauvorhaben. Die Urnenabstimmung ist im Jahr 2023 geplant. Im Rahmen der Projektauflage bestehen zudem die üblichen Einsprachemöglichkeiten.

Netzergänzung Nord mit übergeordneter Funktion

Die Aufgabe des Kantons ist es, die Mobilität verantwortungsvoll zu gestalten. Da Mobilität nicht an Gemeindegrenzen endet, trage der Kanton die Verantwortung für das übergeordnete Strassennetz. Die Netzergänzung Nord sei als Kantonsstrasse Teil der kantonalen Gesamtverkehrsstrategie, des regionalen Gesamtverkehrskonzepts, der Standortentwicklung Wil West sowie der städtischen Entwicklungsinitiative «Wil Vivendo».

pez/pd